Der 4. Juli in der Kölner Geschichte
4. Juli 1299
Gottfried Hagen, Kölner Stadtschreiber und Notar der Stadt, stirbt in Köln. Um 1270/71 verfasst er die Reimchronik „Boich van der stede Colne", die erste deutschsprachige Stadtchronik überhaupt. Sie schildert die Konflikte zwischen der Stadt, den Erzbischöfen Konrad und Engelbert II. sowie Patriziat und Zünften. Hagen ist Pfarrer von Klein St. Martin und Dechant des Stifts St. Georg.
4. Juli 1895
Der Rat der Stadt Köln beschließt nach den Plänen von Gartendirektor Adolf Kowallek, im Westen der Stadt einen großen Stadtwald anzulegen. Auf rund 150 Hektar entsteht in Lindenthal eine weitläufige Parklandschaft mit Weihern, Kanälen und Spielwiesen. Kowallek, der zuvor den Volksgarten gestaltet hatte, verbindet darin Natur und Sport zu einem neuen Typus städtischer Erholungslandschaft.
4. Juli 1998
Der Rechtswissenschaftler Alexander Lüderitz stirbt in Köln, wo er über Jahrzehnte Bürgerliches Recht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung an der Universität lehrt. 1971 wird er neben Gerhard Kegel Direktor des Kölner Instituts für internationales und ausländisches Privatrecht, dessen alleinige Leitung er 1978 übernimmt. Nach ihm sind eine Stiftung und ein Preis benannt; bestattet ist er auf dem Melaten-Friedhof.
4. Juli 2010
In Köln stirbt der Journalist und Publizist Heiner Lichtenstein, geboren als Carl-Heinrich Lichtenstein 1932 in Chemnitz. Von 1961 bis 1995 arbeitet er als politischer Redakteur beim Westdeutschen Rundfunk in Köln. Rund fünfzig Jahre lang berichtet er von hier aus über NS-Prozesse im In- und Ausland, darunter die Verfahren zu Majdanek und Sobibor sowie den Barbie-Prozess. 1990 erhält er den Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden in Deutschland.