Ereignisse zum Thema: Kriminalität
9. Januar 1627
Nach Aufforderung durch Greve und Schöffen verhaftet der Stadtrat Katharina Henot. Ohne Vorermittlungen überstellt man sie dem Hohen Weltlichen Gericht.
10. Januar 1627
Katharina Henot wird unter dem Vorwurf der Hexerei verhaftet.
16. Januar 1630
Christina Plum wird wegen Hexerei verurteilt und hingerichtet.
25. Januar 1984
Der Judaistik-Professor Hermann Greive stirbt in Köln an den Folgen eines Attentats. Einen Tag zuvor schießt eine psychisch kranke Frau während einer Lehrveranstaltung am Martin-Buber-Institut der Universität zu Köln auf ihn und verletzt zwei weitere Anwesende. Greive lehrt dort seit 1980 jüdische Geschichte und Religion; der Gewaltakt erschüttert die Kölner Hochschule.
2. Februar 2004
Der Kölner Domprobst Bernard Henrichs emeritiert. Er war bekannt für seinen Humor (Träger des Ordens "Wider den tierischen Ernst") und für seine Fürbitte für die Kölner Unterweltgröße Hein Schäfer ("Schäfers Nas") im Kölner Dom, der bei der Wiederbeschaffung eines gestohlenen Vortragekreuzes Hilfe geleistet hatte.
7. Februar 1571
Der Kölner Domherr und Jurist Hartger Henot kommt zur Welt — Sohn des städtischen Postmeisters und Bruder der 1627 als Hexe verbrannten Postmeisterin Katharina Henot. Als Dechant von St. Andreas und Propst von St. Severin protestiert er gegen ihre Hinrichtung und legt seine Ämter nieder. Während der Hexenverfolgung wird er 1629 und 1631 selbst der Zauberei bezichtigt; nur die Intervention des Kurfürsten Ferdinand von Bayern verhindert einen Prozeß.
18. Februar 1655
Die letzte Person, die wegen Hexerei hingerichtet wird, ist Entgen Lenart. Sie wird enthauptet und verbrannt. Zum Zeitpunkt ihrer Hinrichtung ist sie 12 Jahre alt.
19. Februar 1803
Mathias Weber, genannt der Fetzer, Räuberhauptmann der rheinischen Banden zwischen Neuss und Frankfurt, wird auf dem Alter Markt mit der Guillotine hingerichtet. Zwei Tage zuvor hat ihn das französische Kriminalgericht wegen über 180 Einbrüchen und Raubüberfällen sowie zweier Morde zum Tode verurteilt. Mehrere tausend Zuschauer verfolgen die Vollstreckung. Es ist die letzte öffentliche Hinrichtung in Köln.
23. Februar 1686
Nikolaus Gülich wird zum Tod durch das Schwert verurteilt und hingerichtet.
26. Februar 1446
In Köln findet der erste urkundlich belegte Hexenprozeß statt: Angeklagt ist Hadewigh, eine Pelzerin aus Siegburg. Nach dem Schwören der Urfehde kommt sie wieder frei – eine Hinrichtung bleibt aus.
13. März 1628
Agnes Solden wird wegen Hexerei inhaftiert und an das Hohe Weltliche Gericht ausgeliefert.
3. April 1528
Adolph Clarenbach wird in Köln verhaftet. Zusammen mit dem "Gotteslästerer" Peter Fliesteden wird er am 28. September 1529 verbrannt.
25. April 1990
In der Mülheimer Stadthalle wird ein Attentat auf Oskar Lafontaine verübt.
29. April 1628
Die Hebamme Giertgen Sesenschmidt wird wegen Hexerei auf Melaten hingerichtet. Zuvor war sie mit glühenden Zangen gefoltert worden.
9. Mai 1975
Der Polizist Walter Pauli wird bei einem Schußwechsel getötet. Nach ihm wurde 2001 erstmals in Deutschland eine Straße nach einem im Dienst getöteten Polizisten benannt, dem "Walter-Pauli-Ring". Dort steht das Polizeipräsidium Köln.
19. Mai 1627
Das bekannteste Opfer der Hexenverfolgungen in Köln, Katharina Henot, wird auf der Richtstätte Melaten vor den Toren Kölns – dem Gelände des heutigen Melatenfriedhofs – erdrosselt und anschließend verbrannt.
20. Mai 1367
Das adelige Kölner Ratsmitglied Rütger Hirzelin vom Grin, der städtische Gelder unterschlagen hatte, wird hingerichtet.
23. Mai 1629
Die als Hexe angeklagte Christina Plum wird erstmals an das Hohe Weltliche Gericht überstellt.
26. Mai 1883
Der Serienmörder Peter Kürten wird in Köln-Mülheim geboren.
9. Juni 2004
In der Keupstraße in Köln-Mülheim, dem Zentrum des türkischen Geschäftslebens der Stadt, explodiert vor einem Friseursalon eine ferngezündete Nagelbombe. Über zwanzig Menschen werden verletzt, mehrere schwer. Die Ermittler verdächtigen jahrelang die Betroffenen selbst; erst nach der Selbstenttarnung des rechtsextremen Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) 2011 wird ihm die Tat zugeordnet. Die Stadt Köln richtet an der Keupstraße/Schanzenstraße einen Lern- und Erinnerungsort ein.
11. Juni 1964
Walter Seifert läuft mit einem selbstgebautem Flammenwerfer in der Grundschule Volkhoven Amok und tötet acht Kinder und zwei Lehrerinnen.
13. Juni 2002
Die SPD-Politiker Karl Wienand und Norbert Rüther und der Müllunternehmer Hellmut Trienekens werden im Zuge des Kölner Müllskandals verhaftet.
2. Juli 1931
Im Kölner Gefängnis Klingelpütz wird der Serienmörder Peter Kürten mit dem Fallbeil hingerichtet.
13. Juli 1797
Vor einer großen Menschenmenge wird der Kirchenräuber Peter Eick hingerichtet. Es ist die letzte Hinrichtung, die auf dem Rabenstein beim Hof Melaten, dem heutigen Melatenfriedhof, stattfindet.
22. Juli 1968
Sieben Verbrecher brechen aus dem Kölner Gefängnis, dem "Klingelpütz", aus und lösen damit eine der bis dahin größten Fahndungen in der Kriminalgeschichte der Bundesrepublik Deutschland aus.
28. Juli 1995
Ein 31-jähriger bewaffneter Israeli hält sieben Stunden einen Touristenbus mit 26 Insassen in seiner Gewalt. Er tötet den Fahrer des Busses und eine 64 Jahre alte Frau und verletzt eine weitere Geisel sowie einen Polizisten lebensgefährlich. Bei der Erstürmung des Busses durch die Polizei erschießt sich der von mehreren Polizeikugeln getroffene Kidnapper selbst.
7. August 2008
Der frühere Oberstadtdirektor von Köln, Klaus Heugel, wird im Zusammenhang mit dem Kölner Müll- und Spendenskandal vom Kölner Landgericht wegen Bestechlichkeit zu einer Haftstrafe von einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung verurteilt.
14. August 1629
Kaiser Ferdinand II. ordnet die Einsetzung einer Kommission an, die überprüfen soll, ob das Hohe Weltliche Gericht der Stadt Köln im Zuge der Hexenverfolgungen gegen die Constitutio Criminalis Carolina verstoße.
18. August 1988
Die Gladbecker Geiselgangster Dieter Degowski und Hans-Jürgen Rösner geben auf der Breite Straße Journalisten Interviews, während sich in Zivil gekleidete SEK-Beamte an den BMW des Gangsterduos heranarbeiten. Der Befehl zum finalen Zugriff wird aber nicht erteilt.
21. August 1946
Der Gauleiter der NSDAP in Köln, Josef Grohé, wird von den Briten verhaftet. Er wird am 18. September 1950 in Bielefeld zu 4½ Jahren Haft verurteilt.
4. September 1662
Mit der Überlieferung der 22-jährigen Anna Toer an das Hohe Weltliche Gericht findet der letzte überlieferte Hexenprozeß in Köln statt. Trotz Selbstbezichtigung wird sie später freigelassen.
5. September 1977
Die Rote Armee Fraktion (RAF) entführt den Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer und erschießt dessen Fahrer in der Friedrich-Schmidt-Straße am Kölner Stadtwald in der Nähe des Stadions.
20. September 1975
Die beiden Unterweltgrößen Hein Schäfer ("Schäfers Nas") und Anton Dumm ("Dummse Tünn") liefern sich auf den Kölner Ringen einen offenen Faustkampf um die alleinige Macht in der Kölner Unterwelt. Der unterlegene Anton Dumm stellt später fest: "Dä hät mer ene vor de Kopp jehaue, un da wor ich weg!"
25. September 2006
Arbeiter einer Abfallverwertungsanlage entdecken in Plastiksäcken Schnipsel von US-Dollarnoten, die selbst BKA-Experten als erschreckend perfekt einstufen. Die Spur führt zu dem seit 1944 in Köln lebenden Grafiker Hans-Jürgen Kuhl, in der Unterwelt „De Duuv" genannt, der in seiner Werkstatt rund 16,5 Millionen Falschdollar druckt — der drittgrößte Blütenfund weltweit. Das Landgericht Köln verurteilt ihn zu sechs Jahren Haft.
28. September 1529
Wegen ihres Bekenntnisses zu Luthers Lehren werden Peter Fliesteden und Adolf Clarenbach auf dem Rabenstein beim Hof Melaten, dem heutigen Melatenfriedhof, hingerichtet.
5. Oktober 1163
Neben dem Judenfriedhof an der Bonner Straße werden 5 Männer als Häretiker verbrannt.
20. Oktober 1928
Verhaftung der Gebrüder Heitger in Köln.
20. Oktober 2000
Das Institut für Rechtsmedizin der Universität Köln weist Christoph Daum Kokainkonsum nach. Daraufhin wird er als Vereinstrainer fristlos entlassen und sein Vertrag als Bundestrainer der deutschen Fußballnationalmannschaft vom DFB aufgelöst.
2. November 1975
Drei Diebe dringen mit Strickleitern durch einen Lüftungsschacht in die Domschatzkammer ein und entwenden wertvolle Kreuze und Monstranzen.
7. November 1225
Der Kölner Erzbischof Engelbert I. wird von Gefolgsleuten seines Verwandten Graf Friedrich von Isenberg getötet.
10. November 1944
In der Hüttenstraße in Köln - Ehrenfeld werden dreizehn Deutsche von Mitgliedern der Gestapo und der SS gehenkt.
14. November 1226
Graf Friedrich von Isenberg wird beim Siechenhaus am Judenbüchel für die Ermordung des Erzbischofs von Köln, Engelbert von Berg, hingerichtet.
30. November 1933
Auf ausdrücklichen Befehl Hermann Görings werden im Kölner Klingelpütz 7 Kommunisten mit dem Handbeil hingerichtet.
27. Dezember 1971
In der Filiale einer Bank kommt es zu einer Geiselnahme, die ganz Deutschland in Atem hält. Der damalige Kriminaldirektor Hans Werner Hamacher läßt sich im Austausch gegen eine Geisel selbst als Geisel nehmen. Der Überfall endet nach Flucht und Verfolgung mit der Festnahme der Geiselgangster.