Ereignisse zum Thema: Literatur
2. Januar 1861
In Köln wird Wilhelm Bölsche geboren, Schriftsteller und Naturphilosoph. Er macht die Evolutionslehre Darwins und Haeckels für ein breites Publikum lesbar; sein Buch „Das Liebesleben in der Natur" zählt zu den frühen Vertretern des modernen Sachbuchs. Später gehört er zu den Mitbegründern der Berliner Volkshochschule.
3. Januar 1518
Hermann von Weinsberg kommt in Köln zur Welt und wächst im namensgebenden Haus Weinsberg am Waidmarkt auf. Dreizehnmal sitzt er für die Gaffel Schwarzhaus im Rat, wirkt als Kirchmeister von St. Jakob und gelegentlich als Advokat. Vor allem aber hinterlässt er das nach ihm benannte „Buch Weinsberg", eine über 7.000 Seiten umfassende Selbstaufzeichnung, die bis heute als eine der wichtigsten Quellen zur Kölner Stadtgeschichte des 16. Jahrhunderts gilt.
8. Januar 2008
Henner Berzau kommt nach dem Krieg nach Köln, studiert hier Medizin und eröffnet 1954 eine Kinderarztpraxis in Köln-Riehl. Über vier Jahrzehnte behandelt er dort seine Patienten. Als „Doktor mit der Quetsch" schreibt er über 250 Lieder und Texte auf Kölsch. In Köln stirbt er am 8. Januar.
25. Januar 1876
In Köln-Mülheim kommt der Schriftsteller und Dramatiker Herbert Eulenberg zur Welt, Sohn eines Maschinenfabrikanten. In der Weimarer Republik zählt er zu den meistgespielten Bühnenautoren; seine literarischen Porträtskizzen „Schattenbilder" finden ein breites Publikum. Die Nationalsozialisten verbieten seine Werke und setzen ihn auf die Liste der „Verbannten und Verbrannten".
27. Januar 1877
In Köln stirbt der Buchhändler, Verleger und Heimatforscher Franz Anton Kreuter, der 1810 in der Stadt geboren wird. Er fertigt über hundert Karten der Straßen, Häuser und Pfarrbezirke Kölns an, die heute als Topographische Sammlung im Historischen Archiv der Stadt liegen. Auf seine Initiative geht der Ausbau der Ehrenstraße und damit die Gründung Ehrenfelds zurück.
29. Januar 1862
In der Großen Witschgasse in Köln kommt Wilhelm Schneider-Clauß zur Welt, der bedeutendste Vertreter der kölschen Mundartliteratur. Als Studienrat unterrichtet er in Lindenthal, verfaßt zugleich Gedichte, Erzählungen und Theaterstücke im Kölschen und schreibt mit „Alaaf Kölle" den einzigen vollständig in Mundart gehaltenen Roman. Er gründet die Schneider-Clauß-Bühne und prägt als Präsident der Kölschen Funke rut-wieß das närrische Brauchtum der Stadt.
31. Januar 2009
Viktor Böll stirbt in seiner Geburtsstadt Köln, wo er am 9. Oktober 1948 zur Welt kommt. Als Neffe des Schriftstellers Heinrich Böll wird er 1971 dessen Assistent und übernimmt 1979 die Leitung des Heinrich-Böll-Archivs der Stadt Köln. Bis zu seinem Tod betreut er den literarischen Nachlass und bereitet den Umzug des Archivs in die Zentralbibliothek am Neumarkt vor.
7. Februar 1898
In Köln stirbt der Buchhändler und Antiquar Heinrich Lempertz, der 1816 ebenda geboren wird. 1840 übernimmt er die Kölner Firma J. M. Heberle und führt sie ab 1845 allein weiter, bis sie zu den angesehensten deutschen Häusern für Buch- und Kunstauktionen zählt. Aus dem Unternehmen geht das bis heute in Köln ansässige Kunsthaus Lempertz hervor.
11. Februar 1998
Der Schriftsteller, Essayist und Kunstkritiker Albrecht Fabri, geboren als Albrecht Schmitz, stirbt in seiner Geburtsstadt Köln. Er studiert in Köln und Bonn Germanistik, Philosophie und Musikwissenschaft und schreibt für Kulturzeitschriften sowie für Funk und Fernsehen, vor allem den WDR. Mit Essaybänden wie „Der schmutzige Daumen“ (1948) und „Interview mit Sisyphos“ (1952) wird er bekannt. Er lebt zeitlebens in der Stadt und wird auf dem Südfriedhof bestattet.
20. Februar 1911
Albrecht Fabri wird in Köln geboren. Er besucht das Gymnasium in Köln-Nippes und studiert in Köln und Bonn. Als Essayist und Aphoristiker gehört er zur „Rheinischen Gruppe"; zu seinen Werken zählen „Der schmutzige Daumen" und „Interview mit Sisyphos". 1998 stirbt er in Köln.
29. Februar 1976
Der Schriftsteller Paul Schallück, 1922 in Warendorf geboren, stirbt in Köln, wohin er 1947 übersiedelt und das ihm zur Wahlheimat wird. 1958 gründet er die Germania Judaica mit, eine Kölner Bibliothek zur Geschichte des deutschen Judentums, deren Vorsitzender er bis 1962 ist.
5. März 1905
Der Forstwissenschaftler Fritz Schwerdtfeger wird in Köln geboren. In seinem Werk "Die Waldkrankheiten. Ein Lehrbuch der Forstpathologie und des Forstschutzes", herausgegeben 1944, beschrieb Fritz Schwerdtfeger den kranken Wald in seiner Gesamtheit. Er war Mitbegründer der Fachrichtung Populationsökologie.
10. März 1622
Georg Braun, in Köln geborener Theologe, stirbt in seiner Heimatstadt. 37 Jahre wirkt er als Kanoniker und Dechant am Stift St. Maria ad Gradus. In Köln verfasst und veröffentlicht er das sechsbändige Städtebuch 'Civitates orbis terrarum', das zwischen 1572 und 1618 erscheint und die wichtigsten Städte der Welt in Kupferstich-Ansichten versammelt.
14. März 1688
Gerhard Cornelius von den Driesch kommt in Köln zur Welt und wird neulateinischer Dichter und Redner. Seine lateinische Tragödie »Absalon« wird 1710 in Köln aufgeführt. Später begleitet er als Sekretär die kaiserliche Großbotschaft nach Konstantinopel und beschreibt die Reise in einer gedruckten historischen Nachricht.
19. März 1789
In Köln wird Eberhard von Groote geboren, Germanist, Schriftsteller und Politiker der Romantik. 1815 holt er im Auftrag Blüchers die von Frankreich geraubten rheinischen Kunstschätze zurück. Als Präsident der Kölner Armenverwaltung und Abgeordneter des Rheinischen Provinziallandtags prägt er über Jahrzehnte das städtische Leben; als Mediävist ediert er mittelalterliche Dichtung.
31. März 2022
Norman Junge, Bildhauer und Kinderbuch-Illustrator, stirbt in Köln, wo er seit 1967 lebt und arbeitet, und wird auf dem Melaten-Friedhof bestattet. Für die beim Kölner WDR produzierte „Sendung mit der Maus" zeichnet er viele Trickfilme. Bekannt wird er durch die Illustrationen zu „fünfter sein", die 1998 den Bologna Ragazzi Award erhalten; 2012 folgt der Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises für sein illustratorisches Gesamtwerk.
3. April 2013
Die Schriftstellerin und Drehbuchautorin Ruth Prawer Jhabvala stirbt in New York. Sie kommt am 7. Mai 1927 in Köln zur Welt; 1939 flieht ihre jüdische Familie vor dem NS-Regime aus Deutschland nach England. Als britische Staatsbürgerin lebt sie lange in Indien und schreibt Romane sowie die Drehbücher der Merchant-Ivory-Filme. Für „A Room with a View“ (1985) und „Howards End“ (1992) erhält sie je einen Oscar für das beste adaptierte Drehbuch.
15. April 1864
Everhard von Groote stirbt in seiner Geburtsstadt Köln, wo er aus einer angesehenen Bürgermeisterfamilie stammt. Nach dem Studium der Rechte und der Geschichte leitet er von 1831 bis 1851 als Präsident die Kölner Armenverwaltung und sitzt im Stadtrat. 1834 gibt er die Reimchronik der Stadt Köln heraus und zählt zu den Mitbegründern des Zentral-Dombau-Vereins.
21. April 1644
Jakob Merlo Horstius, katholischer Theologe und Schriftsteller, stirbt in Köln. Geboren 1597 in Horst an der Maas, wächst er bei einem Onkel auf, der Vikar am Kölner Dom ist, und besucht das Kölner Jesuitengymnasium. Ab 1623 ist er Pfarrer von St. Maria im Pesch, 1626 promoviert er an der Universität Köln zum Doktor der Theologie. Er gibt verbreitete Erbauungs- und Andachtsschriften heraus.
5. Mai 1982
Die Schriftstellerin Irmgard Keun stirbt am 5. Mai in Köln, der Stadt, in der sie seit 1913 aufwächst und zur Schule geht. 1933 setzen die Nationalsozialisten ihre Romane auf die Verbotsliste, 1936 geht sie ins belgische Exil. Ab 1977 lebt sie wieder in Köln. Ihr Grab liegt auf dem Melaten-Friedhof.
7. Mai 1936
In Köln wird Georg Jappe geboren, der später als Kunstkritiker und Publizist arbeitet. Von 1964 bis 1966 schreibt er beim Kölner Stadt-Anzeiger, danach für die FAZ und Die Zeit, und wird Professor für Kunsttheorie in Hamburg. Sein Buch „Der Traum von der Metropole" behandelt die Kölner Kunstszene der 1960er Jahre.
22. Mai 1926
Der Autor und Redakteur Heinz Linnerz wird am 22. Mai in Köln geboren. Er arbeitet als Verlags- und Hörfunkredakteur und wechselt 1967 zum Westdeutschen Rundfunk, wo er die Kölner Hörfunk-Kulturredaktion leitet. Damit bleibt er auch beruflich in seiner Geburtsstadt, in der er 2007 stirbt.
24. Mai 1805
In Köln kommt der Schriftsteller und Politiker Jacob Venedey zur Welt. Sein Vater Michel Venedey wirbt in der französisch beherrschten Stadt für die Freiheitsideen der Zeit. Der Sohn wird später Demokrat, gehört zu den Wortführern der Revolution von 1848/49 und sitzt in der Frankfurter Nationalversammlung.
26. Mai 1799
Der schlesische Dichter und Maler August Kopisch wird in Breslau geboren. Sein 1836 erschienenes Gedicht „Die Heinzelmännchen zu Köln" macht die alte Kölner Sage von den heimlich werkelnden Hausgeistern weithin bekannt. Zu seinem hundertsten Geburtstag stiftet der Cölner Verschönerungsverein den Heinzelmännchenbrunnen Am Hof unweit des Doms, gestaltet von den Dombildhauern Edmund und Heinrich Renard.
28. Mai 1957
Der Schriftsteller Frank Schätzing wird in Köln geboren. Nach einer Werbetexter-Ausbildung gründet er hier eine Werbeagentur und beginnt zu schreiben; zu seinen ersten Romanen zählt der in Köln spielende historische Roman 'Tod und Teufel'. Mit dem Wissenschaftsthriller 'Der Schwarm' (2004) gelingt ihm der internationale Durchbruch. Er lebt und arbeitet weiterhin in Köln.
28. Mai 2015
Der Schriftsteller Hans Bender stirbt im Alter von 95 Jahren in Köln, seinem langjährigen Wohnort. Seit 1969 lebt er in einer Wohnung in der Taubengasse unweit des Zülpicher Platzes. Von Köln aus gibt er die Literaturzeitschrift 'Akzente' heraus, die er von 1953 bis 1980 betreut, anfangs gemeinsam mit Walter Höllerer.
2. Juni 1678
Der Kölner Jurist und theologische Schriftsteller Adam Widenfeldt stirbt im Alter von 60 Jahren in Köln. Seine 1673 in Gent erschienene Schrift „Monita salutaria Beatae Mariae Virginis ad cultores suos indiscretos“ wendet sich gegen das Übermaß in der Marienverehrung; er schreibt sie im Einverständnis mit dem Kölner Weihbischof Peter von Walenburg. 1674 folgen Nachdrucke in Köln und Lüttich, im selben Jahr setzt Rom das Buch auf den Index.
4. Juni 1877
In Köln unterrichtet Wilhelm Pütz als Pädagoge am katholischen Gymnasium an Marzellen und verfasst weitverbreitete Lehrbücher für Geschichte und Geographie. Der Erfolg seiner Schulbücher macht den Junggesellen wohlhabend; sein Vermögen vermacht er der Universität Bonn für die Bibliothek und für Stipendien. Geboren 1806 in Köln, stirbt er in seiner Heimatstadt.
10. Juni 1595
Aegidius Gelenius kommt in Kempen am Niederrhein zur Welt. In Köln wird er 1622 Kanoniker an St. Andreas und 1625 Pfarrer von St. Christoph. Als Historiograph des Kölner Kurfürsten Ferdinand von Bayern stellt er aus Originalquellen ein umfangreiches Werk über Größe und Geschichte Kölns zusammen, das 1645 erscheint. Er stirbt 1656 in Osnabrück.
14. Juni 1897
Karl Schnog wird am 14. Juni als Sohn eines Handwerkers in Köln geboren; hier besucht er die Volksschule und macht eine kaufmännische Lehre. Später arbeitet er als Schauspieler und Conférencier an literarischen Kabaretts, ab 1925 als freier Schriftsteller, ab 1927 als Rundfunksprecher. 1933 flieht er in die Schweiz, dann über Frankreich nach Luxemburg. Nach der deutschen Besetzung wird er in die Konzentrationslager Dachau, Buchenwald und Sachsenhausen verschleppt, wo er Texte für ein illegales Lagerkabarett schreibt.
17. Juni 1862
In Köln wird Franz Servaes geboren. Er arbeitet als Journalist, Kunstkritiker und Schriftsteller, zunächst in Berlin und ab 1899 in Wien. In der österreichischen Hauptstadt nennt man ihn später den „Nestor der Wiener Journalisten“. Dort stirbt er im Jahr 1947.
17. Juni 1929
In Köln-Lindenthal wird Gerhard Uhlenbruck geboren. Er wird Immunologe und lehrt als Professor an der Universität zu Köln. Über die Fachwelt hinaus macht er sich als Aphoristiker und Schriftsteller einen Namen. Zeit seines Lebens bleibt er in Köln, wo er 2023 stirbt.
19. Juni 1971
Jürgen Trimborn wird am 19. Juni in Köln geboren. An der Universität zu Köln studiert er Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft und promoviert 1997. Bekannt wird er als Biograf, vor allem durch seine 2002 erschienene Riefenstahl-Biografie „Riefenstahl. Eine deutsche Karriere", die für den Deutschen Buchpreis nominiert wird. Trimborn stirbt 2012 in Bad Münstereifel.
19. Juni 2025
Die Historikerin, Journalistin und Autorin Barbara Beuys stirbt mit 81 Jahren in Köln. Ab 1963 studiert sie an der Universität zu Köln Geschichte, Philosophie und Soziologie und macht die Stadt zu ihrem langjährigen Lebensmittelpunkt. In über zwanzig historischen Büchern schreibt sie häufig über Frauengestalten und die Zeit des Nationalsozialismus.
20. Juni 1585
Der aus Delft stammende katholische Priester und Theologe Christian Kruik von Adrichem stirbt in Köln. In der Reformationszeit muss er seine niederländische Heimat verlassen und lässt sich in der Stadt nieder. Hier verfasst er unter dem latinisierten Namen Adrichomius seine Werke zur Topografie Jerusalems und des Heiligen Landes.
26. Juni 1946
Der Verleger Gottfried Honnefelder wird in Köln geboren. Er ist Geschäftsführer der Suhrkamp-Verlagsgruppe und gründet mit Siegfried Unseld den Deutschen Klassiker Verlag. Von 1997 bis 2006 leitet er den DuMont Buchverlag in Köln, anschließend steht er bis 2013 dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels vor.
4. Juli 1299
Gottfried Hagen, Kölner Stadtschreiber und Notar der Stadt, stirbt in Köln. Um 1270/71 verfasst er die Reimchronik „Boich van der stede Colne", die erste deutschsprachige Stadtchronik überhaupt. Sie schildert die Konflikte zwischen der Stadt, den Erzbischöfen Konrad und Engelbert II. sowie Patriziat und Zünften. Hagen ist Pfarrer von Klein St. Martin und Dechant des Stifts St. Georg.
5. Juli 1808
In Köln wird der Germanist und Dichter Johann Matthias Firmenich-Richartz geboren, Nachkomme einer seit dem 14. Jahrhundert in Köln ansässigen Bürgerfamilie. Er besucht das Karmelitergymnasium und gibt später 'Germaniens Völkerstimmen. Sammlung der deutschen Mundarten in Dichtungen, Sagen, Märchen, Volksliedern, Sprüchen' heraus, worin er deutsche Dialekte in Dichtung und Volksüberlieferung dokumentiert. 1861 erbt er das Vermögen des Kölner Museumsstifters Richartz und fügt dessen Namen dem seinen an.
6. Juli 1926
In Köln geboren, stirbt hier der Mundartdichter Wilhelm Räderscheidt, der im Hauptberuf als Lehrer und Handelsschuldirektor arbeitet. Unter dem Pseudonym „Ohm Will„ schreibt er ab 1912 Texte in kölscher Mundart; 1925 erscheint sein Gedichtband „Der Ohm Will – Gedichte in Kölnischer Mundart“. Er ist der Vater des Malers Anton Räderscheidt.
9. Juli 2004
In Köln stirbt Heinrich Vormweg, Literatur- und Theaterkritiker, Essayist und Hörfunkautor. Seit 1964 lebt er als freier Autor in der Stadt und schreibt Monographien über Peter Weiss und Günter Grass. Zudem verfasst er die erste große Biographie seines Freundes Heinrich Böll. Bestattet wird er in Köln-Longerich.
10. Juli 1932
In Köln wird der Lyriker Jürgen Becker geboren. Nach Jahren andernorts kehrt er 1950 in seine Geburtsstadt zurück und arbeitet dort als Schriftsteller und Hörspielautor, bekannt für seine offene, experimentelle Lyrik. 2014 erhält er den Georg-Büchner-Preis. Becker stirbt am 7. November 2024 in Köln.
11. Juli 1901
Der kölsche Buchautor und Stadtrat Peter Fröhlich wird in Köln geboren.
14. Juli 1844
Der Philologe und Literaturhistoriker Karl Hoffmeister leitet ab 1841 das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium zu Köln, wo er am 14. Juli stirbt. Seine fünfbändige Schiller-Darstellung, zwischen 1838 und 1842 in Stuttgart erschienen, ist die erste größere Biografie des Dichters, die aus dessen Nachlass gearbeitet wurde.
16. Juli 1985
Der in Köln geborene Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll verstirbt in Kreuzau-Langenbroich.
28. Juli 1928
Karl Heinz Berger wird in Köln geboren. Nach dem Abitur in Köln studiert er ab 1947 Germanistik, Geschichte und Anglistik an der Humboldt-Universität Berlin. Später arbeitet er als Verlagslektor, danach am Literaturinstitut Johannes R. Becher in Leipzig. Er schreibt Romane, Kinder- und Jugendbücher sowie Kriminalliteratur in der DDR und übersetzt aus dem Englischen.
1. August 2012
Hanns Grössel, 1932 in Leipzig geboren, arbeitet von 1966 bis 1997 als Literaturredakteur und Kritiker beim Westdeutschen Rundfunk in Köln und bleibt danach in der Stadt. Er überträgt unter anderem die gesammelten Gedichte des Nobelpreisträgers Tomas Tranströmer sowie Werke von Inger Christensen und Raymond Roussel ins Deutsche. Am 1. August stirbt er in Köln.
8. August 1865
Wilhelm Räderscheidt wird in Köln geboren. Er arbeitet als Lehrer, leitet zuletzt die Kölner Handelsschule und gehört zeitweise der Stadtverordnetenversammlung an. Daneben schreibt er kölsche Gedichte, Karnevalslieder und Stücke für das Hänneschen-Puppenspiel. 1913 wird er Ehrenmitglied des Heimatvereins Alt-Köln, 1925 erscheint seine Gedichtsammlung „Ohm Will“. Er stirbt 1926 in Köln.
15. August 1884
Der rheinische Dichter Gustav Pfarrius stirbt in Köln, wo er seit 1833 lebt und rund drei Jahrzehnte am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium unterrichtet. Bis zu seiner Pensionierung 1863 wirkt er dort als Lehrer und Professor. Er veröffentlichte Gedichtbände wie 'Waldlieder' (1850) und 'Natur und Menschenleben' (1869). In Köln-Lindenthal trägt später eine Straße seinen Namen.
23. August 1499
Eines der frühesten Werke des Kölner Druckwesens, die „Koelhoffsche Chronik“, wird veröffentlicht.
27. August 1952
Die Schriftstellerin Undine Grünter wird in Köln geboren, als Tochter der Kölner Autorin Astrid Gehlhoff-Claes. Für ihr literarisches Werk erhält sie 1986 den Literaturpreis des Landes Nordrhein-Westfalen. Am 5. Oktober 2002 stirbt sie in Paris; ihr Roman „Der verschlossene Garten“ erscheint posthum 2004.
1. September 1909
Die Schriftstellerin, Literarhistorikerin und Pädagogin Lina Schneider, die unter dem Pseudonym Wilhelm Berg veröffentlicht, stirbt in Köln. Nach 1872 lebt sie in der Stadt, wo sie das Victoria-Lyzeum, eine höhere Mädchenschule, begründet und leitet. Als Übersetzerin vermittelt sie niederländische Literatur.
3. September 1821
Ernst Pasqué wird am 3. September in Köln geboren. Er tritt zunächst als Opernsänger im Bariton-Fach auf und wird später Regisseur am Hoftheater in Darmstadt. Daneben arbeitet er als Schriftsteller und schreibt als Librettist Operntexte. Er stirbt 1892 in Alsbach-Hähnlein.
6. September 1814
Levin Schücking wird in Meppen im Emsland geboren. Im Herbst 1845 übernimmt er die Redaktion des Feuilletons der Kölnischen Zeitung und lebt bis 1852 in Köln. Bekannt ist er auch als Weggefährte von Annette von Droste-Hülshoff. Er stirbt 1883 in Bad Pyrmont.
11. September 1957
In Köln wird Barbara Bongartz geboren, eine deutsch-französische Schriftstellerin. Sie studiert in Paris, München und Köln und promoviert 1989 am Institut für Medienkultur und Theater der Universität zu Köln. Sie schreibt Romane, Erzählungen und Essays und arbeitet seit 1996 als freie Autorin.
16. September 1888
Carl Salm wird am 16. September in Köln geboren. Ohne beide Hände bildet er sich weitgehend im Selbststudium und wird Schriftsteller und Journalist. Er leitet die illustrierte Zeitschrift 'Kölner Leben' als Chefredakteur und gibt zwischen 1913 und 1918 die 'Flugblätter rheinischer Dichtung' heraus. Er stirbt 1938 in seiner Geburtsstadt Köln.
23. September 1833
Fritz Hönig wird in Köln geboren, wo er später auch stirbt. Als Fabrikant von Feuerwehrgerät ernennt ihn der Stadtrat 1885 zum Ehren-Brandmeister der Freiwilligen Feuerwehr. Bekannt wird er vor allem durch sein „Wörterbuch der Kölner Mundart", das 1877 erstmals erscheint und 1905 postum neu herausgegeben wird. Nach ihm ist die Fritz-Hönig-Straße in Köln-Lindenthal benannt.
23. September 1893
In Köln wird August Hermann Zeiz geboren, Schriftsteller, Gerichtsreporter und Bühnenautor, der unter den Pseudonymen Jean Barlatier und Georg Fraser schreibt. In den 1920er Jahren arbeitet er als Journalist für die Ullstein-Blätter und das Berliner Tageblatt. 1935 emigriert er nach Österreich und wird Chefdramaturg der Wiener Scala. 1943 wird er verhaftet und bis 1944 im KZ Dachau inhaftiert; seine Frau wird 1943 in Auschwitz ermordet.
24. September 1890
Der Journalist und Dichter Hermann Grieben stirbt in Köln, wo er als Redakteur der Kölnischen Zeitung arbeitet. 1822 in Köslin geboren, wird er 1859 in deren Redaktion berufen, der er drei Jahrzehnte bis zu seinem Tod angehört. Beigesetzt wird er auf dem Melaten-Friedhof.
2. Oktober 2019
Der Kölner Grafiker und Buchkünstler Eduard Prüssen stirbt in seiner Geburtsstadt. Der 1930 geborene Zeichner studiert an den Kölner Werkschulen und arbeitet bis 1955 am Rautenstrauch-Joest-Museum. 1962 gründet er die Handpresse Donkey-Press und illustriert viele Bücher der Weltliteratur. Seine Sammlung liegt heute in der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln.
17. Oktober 1931
Gina Ruck-Pauquèt wird in Köln geboren. Sie besucht die Kölner Werkschule und arbeitet zunächst in Köln, unter anderem als Gerichts- und Bildreporterin. 1958 lässt sie sich als freie Schriftstellerin in Bad Tölz nieder und schreibt vor allem Kinder- und Jugendbücher sowie Musical- und Liedtexte. Sie stirbt 2018 in Wackersberg in Oberbayern.
22. Oktober 2000
Rudolf Jürgen Bartsch, Schriftsteller und Hörspielsprecher, stirbt in Köln. Geboren 1921 in Köslin in Pommern, studiert er nach dem Krieg in Mainz Literatur- und Theaterwissenschaft und gründet mit Hanns Dieter Hüsch das Mainzer Zimmertheater, das er zehn Jahre leitet. Ab 1960 führt er die Theaterabteilung des Kölner Verlags Kiepenheuer & Witsch und schreibt Rundfunkfeatures zur Kultur- und Literaturgeschichte.
27. Oktober 1890
Der Kunsthistoriker und Heimatforscher Johann Jakob Merlo stirbt in Köln, wo er am 25. Oktober 1810 geboren wird und wo er sein ganzes Leben verbringt. Er sichert Quellenmaterial zu Kölner Künstlern und erforscht die Kölner Kunstgeschichte. König Friedrich Wilhelm IV. verleiht ihm 1850 die goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft; die Stadt benennt später die Merlostraße nach ihm.
7. November 1949
In Köln-Junkersdorf stirbt Wilhelm Schneider-Clauß, Kölner Mundartdichter, geboren als Wilhelm Schneider am 29. Januar 1862 in Köln. 1908 erscheint sein Roman „Alaaf Kölle", der einzige vollständig auf Kölsch verfasste Roman. Zweimal steht er der Karnevalsgesellschaft Kölsche Funke rut-wieß vun 1823 als Präsident vor.
7. November 2024
Der in Köln geborene Schriftsteller und Lyriker Jürgen Becker stirbt in seiner Geburtsstadt. Er kommt dort am 10. Juli 1932 zur Welt und schreibt Gedichte und Hörspiele. Bis 1993 leitet er die Hörspielredaktion des Deutschlandfunks, 2014 erhält er den Georg-Büchner-Preis.
16. November 1855
In Köln wird Joseph von Lauff als Sohn des Notars Peter Lauff geboren. Er tritt in das preußische Militär ein und ist zeitweise in Köln stationiert, ehe er sich der Literatur zuwendet. 1898 ernennt ihn Wilhelm II. zum Intendanturrat des Wiesbadener Hoftheaters, ab 1903 arbeitet er als freier Schriftsteller. Seine Romane und Dramen greifen niederrheinische Stoffe auf.
17. November 1587
Joost van den Vondel wird in Köln geboren. Er gilt als einer der bedeutendsten Dichter des Goldenen Zeitalters der Niederlande. Ihm zu Ehren ist in der Kölner Südstadt eine Straße benannt.
18. November 1929
Julius Eduard Bennert stirbt in Köln. Der Kaufmann und Wahlkonsul Uruguays sammelt historische Instrumente und veröffentlicht 1881 die erste umfassende Geschichte der Zither. Unter dem Pseudonym Erasmus Schleicher schreibt er zudem Bühnenstücke, und als Numismatiker verfasst er Schriften über Bismarck-Medaillen. Seine Instrumentensammlung ist bis heute in Museen erhalten.
18. November 2015
In seiner Wahlheimat Köln stirbt der Schriftsteller und Drehbuchautor Dieter Bongartz. Für Filme und Bücher wie den verfilmten Kinderroman „Der zehnte Sommer" wird er dreimal für den Grimme-Preis nominiert. An der SK Stiftung Kultur leitet er eine Schreibschule für Jugendliche. Sein Ehrengrab findet er auf dem Kölner Melaten-Friedhof.
25. November 1982
Heinrich Böll wird Ehrenbürger der Stadt Köln.
3. Dezember 1572
Johann Birckmann, Buchhändler und Verleger, stirbt am 3. Dezember in Köln. Seit Mitte der 1550er Jahre führt er das Kölner Verlagshaus der Familie Birckmann und lässt in rund zwei Jahrzehnten über hundert Werke drucken. Auf der Frankfurter Messe beschäftigt er zeitweise acht Gehilfen.
3. Dezember 1869
In Köln wird der Lehrer und Schriftsteller Laurenz Kiesgen geboren. Er schreibt Erzählungen, Märchen, Gedichte und Bühnenstücke, teils in Kölner Mundart, und leitet von 1910 bis 1920 die Zeitschrift „Der Wächter für Jugendschriften". An den Mundartautor erinnert im Stadtteil Poll die Laurenz-Kiesgen-Straße. 1957 stirbt er in Windeck-Dattenfeld.
6. Dezember 2012
Heribert Augustinus Hilgers wird 1935 in Köln-Lindenthal geboren und ist Germanist an der Universität zu Köln. Er erforscht die Kölner Mundart, das Kölsche, sowie die ripuarischen Dialekte und führt von 1971 bis 1997 die Geschäfte der Philosophischen Fakultät. Über die Kölner Presse wird er regional bekannt. An diesem Tag stirbt er in Köln.
9. Dezember 1859
Dem Freiheitsdichter Ernst Moritz Arndt wird die Ehrenbürgerwürde verliehen.
10. Dezember 2014
Der Schriftsteller, Journalist und Dokumentarfilmer Ralph Giordano stirbt in einem Kölner Krankenhaus. 1923 in Hamburg geboren, überlebt er als Sohn einer jüdischen Mutter die NS-Verfolgung in einem Hamburger Kellerversteck bis zur Befreiung 1945. Bekannt wird er vor allem durch den autobiografischen Roman „Die Bertinis“. Seine letzten gut vier Jahrzehnte lebt er in Köln-Bayenthal und ist auf dem Kölner Südfriedhof bestattet.
11. Dezember 1914
In Köln wird Hans Joachim Friedhelm Kemp geboren, der als Literaturwissenschaftler, Essayist und Übersetzer arbeitet. Über sechs Jahrzehnte überträgt er vor allem französische Lyrik ins Deutsche, darunter Werke von Baudelaire, Maurice Scève, Saint-John Perse und Philippe Jaccottet. Er zählt zu den versiertesten Übersetzern französischer Poesie im 20. Jahrhundert und stirbt 2011 in München.
16. Dezember 1901
Heinrich Düntzer, 1813 in Köln geboren, stirbt in seiner Geburtsstadt. Ab 1846 leitet er die Kölner Gymnasialbibliothek und tritt nach deren Vereinigung mit der Stadtbibliothek 1885 in den Ruhestand. Als klassischer Philologe veröffentlicht er umfangreiche Erklärungen zu Goethes Werken, die umstritten bleiben.
18. Dezember 1924
Die Lyrikerin Margot Scharpenberg, geborene Wellmann, wird am 18. Dezember in Köln geboren. In Köln absolviert sie eine Bibliotheksausbildung und arbeitet bis 1960 am Zentralkatalog der nordrhein-westfälischen Bibliotheken, bevor sie 1962 nach New York zieht. Sie veröffentlicht Gedichtbände und ist vor allem für ihre Bildgedichte bekannt.
21. Dezember 1917
Heinrich Böll wird in Köln geboren. Er ist einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller der Nachkriegszeit. Im Jahr 1972 erhielt Böll den Nobelpreis für Literatur. 1974 erschien sein bekanntestes Werk "Die verlorene Ehre der Katharina Blum".
25. Dezember 1581
In Köln beginnt nach städtischer Zählung am 25. Dezember das neue Jahr. Der Ratsherr und Chronist Hermann von Weinsberg hält diesen Weihnachtsbrauch fest: Am Feiertag ruht das Geschäftsleben, die Familie besucht die Kirchen, wiegt das Christkind in der Wiege und singt gemeinsam. Der Rat behält diese Weihnachtsrechnung des Jahresbeginns bis 1794 bei.
26. Dezember 1893
Der Schriftsteller Axel Rudolph wird in Köln-Nippes geboren. In den 1930er Jahren verfasst er über 50 Abenteuer- und Kriminalromane, dazu Drehbücher und Hörspiele, teils unter dem Namen Heinrich Weiler. 1939 schließt ihn die Reichsschrifttumskammer aus, was einem Berufsverbot gleichkommt. 1944 verurteilt ihn der Volksgerichtshof unter Roland Freisler wegen „Wehrkraftzersetzung" zum Tode; im selben Jahr wird er im Zuchthaus Brandenburg-Görden hingerichtet.