Ereignisse zum Thema: Medizin Krankenhäuser

8. Januar 2008

Henner Berzau kommt nach dem Krieg nach Köln, studiert hier Medizin und eröffnet 1954 eine Kinderarztpraxis in Köln-Riehl. Über vier Jahrzehnte behandelt er dort seine Patienten. Als „Doktor mit der Quetsch" schreibt er über 250 Lieder und Texte auf Kölsch. In Köln stirbt er am 8. Januar.

15. Januar 1870

Gründung einer Heil- und Pflegeanstalt in der Severinstraße 53, die Geburtsstunde des "Severinsklösterchens".

18. Januar 1595

Matthias Glandorp wird in Köln geboren; sein Vater praktiziert hier als Wundarzt. Nach dem Medizinstudium an der alten Kölner Universität und der Promotion in Padua wirkt er als Stadtphysikus und erzbischöflicher Leibarzt in Bremen und zählt mit Schriften wie dem „Speculum chirurgorum" zu den bedeutenden deutschen Chirurgen seiner Zeit. Noch 1729 erscheint in London eine Gesamtausgabe seiner Werke.

18. Januar 1920

In Köln wird der Mediziner Hans Frangenheim geboren, Sohn des Kölner Chirurgie-Ordinarius Paul Frangenheim. Er gilt als Begründer der gynäkologischen Laparoskopie: Ab den fünfziger Jahren passt er die Bauchspiegelung für die Frauenheilkunde an und verhilft dem minimalinvasiven Eingriff zum Durchbruch. Sein erstes Lehrbuch wird in sechzehn Sprachen übersetzt.

11. Februar 2023

Klaus Bergdolt stirbt in Köln. Der Medizin- und Kunsthistoriker leitet von 1995 bis 2014 als Inhaber des Lehrstuhls für Geschichte und Ethik der Medizin das gleichnamige Institut an der Universität zu Köln. Er forscht zur Renaissance-Medizin und veröffentlicht Monographien über den „Schwarzen Tod“ und die Geschichte der ärztlichen Ethik.

21. Februar 1946

Ferdinand Siegert übernimmt 1904 die Leitung der Kinderklinik Lindenburg an der Kölner Akademie für praktische Medizin. Als die Akademie 1919 zur Medizinischen Fakultät der neu gegründeten Universität zu Köln wird, bleibt er Klinikleiter und erhält eine ordentliche Professur; 1931 wird er emeritiert. Nach ihm ist das Siegert-Zeichen benannt, ein verkürztes kleines Fingerglied bei Trisomie 21. Er stirbt in Köln.

28. Februar 1849

Josef Freiherr von Mering kommt in Köln zur Welt, als Sohn einer Kölner Familie, aus der auch der Arzt und Stadtchronist Friedrich Everhard von Mering stammt. Der Mediziner entfernt 1889 gemeinsam mit Oskar Minkowski einem Hund die Bauchspeicheldrüse und weist so den Zusammenhang zwischen Pankreas und Diabetes nach. Später ist er an der Entwicklung des Schlafmittels Veronal beteiligt. Mering stirbt 1908 in Halle an der Saale.

28. März 1818

Joseph Claude Rougemont stirbt am 28. März in Köln, wo er zuletzt als praktischer Arzt arbeitet. Geboren 1756 auf St. Domingo, wird er 1783 Leibarzt des Kölner Kurfürsten und Professor an der kurfürstlichen Akademie. Nach seiner Weigerung, den Eid auf die Französische Republik zu leisten, lässt er sich in Köln nieder. Sein Familiengrab liegt auf dem Melaten-Friedhof.

25. April 1243

Als "hoff to Malaten buyten Colne" wird das Siechenhaus (Leprosorium) auf Melaten erstmals urkundlich erwähnt.

25. April 1874

Der Grundstein für das "Krankenhaus der Augustinerinnen", dem "Severinsklösterchen", wird gelegt. 5 Jahre zuvor, im Jahre 1869, erwarb eine Schwesterngemeinschaft den Mommerslocher Hof in der Severinstraße 63 und gründete ein eigenes Mutterhaus und ein Noviziat. Daraus entstand das "Severinsklösterchen".

18. Mai 1846

Laura von Oelbermann, geborene Nickel, wird am Alter Markt in Köln geboren. Als eine der wohlhabendsten Frauen der Stadt widmet sie sich nach dem Tod ihres Mannes und ihrer Söhne wohltätigen Aufgaben. Sie finanziert den Bau des ersten evangelischen Krankenhauses Kölns, gründet den Evangelischen Frauenhilfsverein und richtet mehrere soziale Stiftungen für Kinder, junge Frauen, Witwen und Kranke ein.

27. Mai 1808

Joseph Ignaz Düntzer wird in Köln als ältester Sohn eines Kaufmanns geboren, besucht ab 1817 das Karmeliter-Gymnasium und studiert Medizin in Bonn und an der Berliner Charité. 1838 kehrt er in die Heimatstadt zurück und übernimmt eine große Praxis als praktischer Arzt, Wundarzt und Geburtshelfer; ab 1841 wohnt er in der Hohen Straße 15. 1848 nimmt er zusätzlich eine Stelle als Armenarzt an; am 30. September desselben Jahres stirbt er mit 40 Jahren in Köln.

3. Juni 1929

In Köln am Alter Markt geboren, stirbt Laura von Oelbermann in ihrer Heimatstadt. Als Witwe des Textilhändlers Emil Oelbermann zählt sie zu den wohlhabendsten Kölnerinnen und finanziert protestantische Sozialeinrichtungen für Kinder, junge Frauen, Witwen und Kranke. 1902 lässt sie das erste evangelische Krankenhaus Kölns eröffnen, 1918 wird sie von Kaiser Wilhelm II. geadelt. Beigesetzt wird sie in der Familiengrabstätte auf dem Melaten-Friedhof.

17. Juni 1929

In Köln-Lindenthal wird Gerhard Uhlenbruck geboren. Er wird Immunologe und lehrt als Professor an der Universität zu Köln. Über die Fachwelt hinaus macht er sich als Aphoristiker und Schriftsteller einen Namen. Zeit seines Lebens bleibt er in Köln, wo er 2023 stirbt.

20. Juni 1968

Jupp Elze, in Köln geborener Profiboxer und Deutscher Meister im Mittelgewicht, stirbt in der Kölner Universitätsklinik. Acht Tage zuvor ist er bei seinem Europameisterschaftskampf in der Kölner Sporthalle zusammengebrochen und ins Koma gefallen. Die Obduktion weist Doping unter anderem mit Methamphetamin nach; Elze gilt als erster deutscher Dopingtoter im Profisport.

23. Juni 1909

Das St. Antonius - Krankenhaus in Köln - Bayenthal nimmt seinen Betrieb auf.

27. Juni 1245

Der Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden erteilt allen Wohltätern des Siechenhofs Melaten einen Ablass. Das Leprosenhaus liegt rund einen Kilometer westlich der Stadtmauern an der Aachener Straße im heutigen Lindenthal und gilt als größtes seiner Art in Deutschland; Urkunden zählen bald an die hundert Bewohner. Der Ablass sichert die Pflege der Kranken durch fromme Spenden. Auf dem Gelände erstreckt sich heute der Melaten-Friedhof.

12. Juli 1839

In Lamersdorf bei Düren wird der Chirurg Bernhard Bardenheuer geboren. 1872 läßt er sich in Köln als Augenarzt nieder, zwei Jahre darauf übernimmt er die chirurgische Station des Bürgerhospitals und leitet sie bis 1913. Bekannt wird er durch die von ihm entwickelte Extensionsbehandlung von Knochenbrüchen. In der Eingangshalle des Bürgerhospitals wird ihm eine Büste gesetzt.

22. Juli 1894

Die jüdische Kinderärztin Edith Bella Leffmann kommt in Köln zur Welt. Nach Studium und Promotion führt sie eine Kinderarztpraxis in Berlin, die sie 1933 unter dem Druck der Nationalsozialisten aufgeben muss. 1939 emigriert sie, schließt sich in Frankreich der Résistance an und überlebt. In Köln erinnert seit 2012 ein Stolperstein an sie.

28. Juli 1867

Der Chirurg und Medizinhistoriker Eugen Holländer wird in Köln geboren. Er zählt zu den Pionieren der ästhetischen Chirurgie und begründet in Deutschland die medizinische Kunstgeschichte als Fach. Ab 1892 arbeitet er als Chirurg am Krankenhaus der jüdischen Gemeinde in Berlin, ab 1907 als Titularprofessor und Kustos einer medizinhistorischen Sammlung. Nach ihm ist das Holländer-Syndrom benannt.

19. August 1890

Ernst Lyon wird in Köln geboren. Er wird Facharzt für Innere Medizin und führt eine eigene Praxis in der Kölner Mozartstraße. 1935 muss er als jüdischer Arzt aus Deutschland fliehen und geht mit seiner Familie nach Palästina. In Jerusalem stirbt er 1968.

29. August 1247

Papst Innozenz IV. nimmt den Siechenhof Melaten unter seinen besonderen Schutz. Das vor den Stadtmauern gelegene Leprosenhaus – sein Name leitet sich vom französischen „malade" für krank ab – ist das größte seiner Art in Deutschland und beherbergt rund hundert Aussätzige samt Gesinde. Zwei Jahre zuvor hatte schon Erzbischof Konrad von Hochstaden seinen Wohltätern Ablässe gewährt.

29. August 1894

Der Arzt Karl Otto Jakob Ewich, 1814 in Barmen geboren, stirbt in Köln. In der Stadt ist er als Armen-, Eisenbahn- und Kassenarzt tätig und betreibt daneben eine Fabrik für Mineralwasser. 1861 richtet er im Kölner Stadtgarten eine Trinkhalle für Mineralwasser ein.

4. September 1785

Carl Anton Werres wird in Köln geboren und wirkt sein Leben lang in seiner Vaterstadt: Nach dem Medizinstudium läßt er sich als praktischer Arzt nieder, versieht von 1810 bis 1819 den Dienst als Armen- und Gefängnisarzt und steigt zum Physikus des Landkreises Köln auf. Als Augenarzt bekämpft er die grassierende ansteckende Augenentzündung am Niederrhein; seine medizinische Topographie des Kölner Landes von 1825 gilt heute als aufschlußreiche Quelle zu Lebensverhältnissen und Gesundheitswesen der frühen Preußenzeit.

8. September 1849

Der Arzt Andreas Gottschalk stirbt in Köln an der Cholera, die in diesem Sommer in der Stadt grassiert. Geboren 1815 in Düsseldorf, führt er seit 1842 eine Kölner Praxis, in der er arme Patienten meist kostenlos behandelt. 1848 gehört er zu den Gründern des Kölner Arbeitervereins und wird dessen erster Präsident; nach wenigen Wochen zählt der Verein über 8.000 Mitglieder.

11. November 1908

Die Uniklinik wird als "Krankenanstalten Lindenburg" gegründet.

21. November 1965

Am 21. November wird die Genetikerin Jeanette Erdmann in Köln geboren. Sie wird Biologin und Hochschullehrerin. In ihrer Forschung untersucht sie die genetische Variabilität menschlicher Gene und arbeitet dabei für das Deutsche Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung. Am 8. Juli 2023 stirbt sie in Lübeck.

28. November 1975

Das Dreikönigen-Krankenhaus in Köln-Mülheim wird geschlossen.

10. Dezember 1898

Einweihung des St. Anna-Hospitals durch den Kölner Weihbischof Fischer.

12. Dezember 1962

In Köln wird Christiane Woopen geboren, die später als Medizinethikerin bekannt wird. Ab 1982 studiert sie Medizin an der Universität zu Köln, wo sie von 2009 bis 2021 die Professur für Ethik und Theorie der Medizin innehat. Von 2012 bis 2016 ist sie Vorsitzende des Deutschen Ethikrats.

16. Dezember 1508

Heinrich der Jüngere, Graf zu Stolberg, seit 1506 Statthalter Westfrieslands, reist im Herbst schwer krank nach Köln, um dort ärztliche Hilfe zu suchen. Er stirbt in der Stadt. Beigesetzt wird er am 4. Januar 1509 in der Familiengruft zu Stolberg im Harz.

25. Dezember 1987

Der Neurologe und Psychiater Werner Scheid stirbt in Köln. 1949 erhält er den Ruf auf den Lehrstuhl für Neurologie und Psychiatrie der Universität zu Köln und übernimmt 1950 die kriegszerstörte Nervenklinik, die er wieder aufbaut. 1951/52 ist er Dekan der Medizinischen Fakultät, 1966/67 Rektor der Universität zu Köln.

28. Dezember 1866

Moritz Wallach kommt am 28. Dezember in Köln in der Rheinstraße 15 zur Welt, als ältester von sieben Geschwistern einer jüdisch-orthodoxen Kaufmannsfamilie. Sein Vater Joseph stammt aus Euskirchen, die Mutter Marianne aus Münstereifel. Nach dem Medizinstudium geht Wallach 1891 nach Jerusalem, baut dort ab 1897 das Krankenhaus Schaare Zedek auf und leitet es rund 45 Jahre. Er behandelt Kranke aller Religionen, Mittellose kostenlos.

31. Dezember 1932

Mildred Scheel, die spätere Ehefrau des Bundespräsidenten Walter Scheel und Begründerin der Deutschen Krebshilfe, wird in Köln geboren.

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