Ereignisse zum Thema: Nationalsozialismus
4. Januar 1933
Treffen zwischen von Papen und Hitler in der Villa des Kölner Bankiers von Schröder, bei dem der Weg Deutschlands in die Nazi-Diktatur verabredet wurde.
19. Februar 1933
Drei Wochen nach seiner Ernennung zum Reichskanzler spricht Adolf Hitler auf einer NSDAP-Wahlkundgebung in der Deutzer Messe. Oberbürgermeister Konrad Adenauer verweigert dem Gast jede Ehrung – er empfängt ihn weder noch läßt er ihm zu Ehren den Rhein illuminieren. Wenige Wochen später, nach der Reichstagswahl, jagen ihn die Nationalsozialisten aus dem Amt.
1. März 1945
Die Nazis ordnen die Evakuierung Kölns an.
5. März 1933
Die NSDAP erzielt im Wahlkreis Köln-Aachen ein Ergebnis von 30 Prozent.
12. März 1920
Der Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und Mitglied der Edelweißpiraten, Roland Lorent, wird in Köln geboren. Am 29. September 1944 erschoss er den NSDAP-Ortsgruppenleiter von Köln-Ehrenfeld, Soentgen. Nach seiner Ergreifung wurde er am 10. November 1944 zusammen mit weiteren zwölf Mitgliedern der "Edelweißpiraten" in der Hüttenstraße in Köln-Ehrenfeld ohne Gerichtsurteil öffentlich gehenkt.
30. März 1933
Adolf Hitler wird Ehrenbürger der Stadt Köln. Diese Würde wird ihm 1989 aberkannt.
31. März 1933
Im Justizgebäude am Reichenspergerplatz treibt die SA als Teil einer reichsweiten Kampagne die jüdischen Richter, Staats- und Rechtsanwälte aus ihren Dienstzimmern und unterbricht die laufenden Sitzungen. Die Juristen werden misshandelt, auf einen Wagen der Müllabfuhr verladen und unter Schmährufen langsam durch die Stadt zum Polizeipräsidium in der Krebsgasse gefahren. Der Übergriff markiert den Beginn der Vertreibung der jüdischen Juristen aus dem Kölner Gerichtswesen.
18. April 1929
In einer ehemaligen Kaserne an der Barbarastraße in Köln-Riehl wird der Widerstandskämpfer Jean Jülich geboren. Als Jugendlicher gehört er zu den Edelweißpiraten, einer nonkonformen Gruppe rund um den Manderscheider Platz in Sülz. Die Gestapo verhaftet ihn 1944. Die Gedenkstätte Yad Vashem ehrt ihn später als Gerechten unter den Völkern; nach dem Krieg bleibt er als Karnevalist und Zeitzeuge eine bekannte Kölner Stimme.
17. Mai 1933
Vor der Universität in der Claudiusstraße kommt es zu Bücherverbrennungen.
15. Juni 1942
Von Köln aus deportieren die Nationalsozialisten überwiegend ältere jüdische Bürger in das Ghetto Theresienstadt. Es ist einer von zwei Transporten dieses Sommers, mit denen rund zweitausend Kölner Jüdinnen und Juden dorthin verschleppt werden. Als Durchgangsstation dient das Sammellager im Fort V in Köln-Müngersdorf, das seit dem Vorjahr eingerichtet ist.
19. August 1934
Arisierung des Kaufhauses Leonhard Tietz A.G. auf der Schildergasse. Der neue Name lautet “Westdeutsche Kaufhof AG”.
21. August 1946
Der Gauleiter der NSDAP in Köln, Josef Grohé, wird von den Briten verhaftet. Er wird am 18. September 1950 in Bielefeld zu 4½ Jahren Haft verurteilt.
23. August 1944
Im Zusammenhang mit Verdächtigungen wegen des Hitler-Attentats wird Konrad Adenauer verhaftet.
1. Oktober 1944
Auf Anordnung der Nazis werden in Köln die Schulen geschlossen.
14. Oktober 1912
Der Radrennfahrer Albert „Teddy“ Richter wird in Köln geboren. Als Amateur wurde er im Jahre 1932 Weltmeister im Sprint auf der Bahn; als Profi zwischen 1933 und 1939 siebenfacher Deutscher Meister und zweimal Vizeweltmeister. Albert Richter, dessen Trikot bei internationalen Veranstaltungen statt des Hakenkreuzes der Reichsadler zierte, stand unter der Beobachtung der Nazis, die er zeitlebens verabscheute. Albert Richter starb unter ungeklärten Umständen am 2.1.1940 in Lörrach in der Schweiz. Die Radrennbahn in Köln-Müngersdorf wurde nach ihm benannt und er wurde im Mai 2008 in die "Hall of Fame des deutschen Sports" aufgenommen.
21. Oktober 1941
Die ersten Kölner Juden werden in das KZ Theresienstadt deportiert.
2. November 1905
Der Kölner Büttenredner Karl Küpper ("D´r Verdötschte"- etwa "Der Bekloppte") wird in Köln geboren. Karl Küpper machte sich oft über die Nationalsozialisten lustig, so hob er z.B. die rechte Hand zum Hitlergruß und fragte das Publikum "Es et am rähne?" (regnet es?) oder attestierte: "Su huh litt bei uns dr Dreck em Keller." ( So hoch liegt bei uns der Dreck im Keller). Das Regime belegte Karl Küpper mit einem lebenslangen Redeverbot und er mußte sich täglich bei der Gestapo melden. Um der drohenden Verhaftung zuvorzukommen, meldete sich Küpper freiwillig zum Dienst in der Wehrmacht. Nach Aufhebung seines Redeverbots wurde er im Fronttheater eingesetzt. Nach dem Krieg war Karl Küpper wieder als Büttenredner im Karneval tätig. Er verstarb am 26. Mai 1970 in Köln.
6. November 1932
Die NSDAP erzielt im Wahlkreis Köln-Aachen ein Ergebnis von 17,4 Prozent.
10. November 1944
In der Hüttenstraße in Köln - Ehrenfeld werden dreizehn Deutsche von Mitgliedern der Gestapo und der SS gehenkt.
30. November 1933
Auf ausdrücklichen Befehl Hermann Görings werden im Kölner Klingelpütz 7 Kommunisten mit dem Handbeil hingerichtet.
1. Dezember 1935
Die Gestapo zieht in das EL-DE-Haus Ecke Appellhofplatz/Elisenstraße ein. Heute befindet sich in diesem Haus das NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln.
4. Dezember 1981
Das ehemalige Gestapogefängnis ("EL-DE - Haus") wird als Gedenkstätte eröffnet.