Ereignisse zum Thema: Politik
1. Januar 1975
Durch eine Gebietsreform werden ehemalige Gemeinden und Städte in die Stadt Köln eingegliedert. Dies sind u.a. Rodenkirchen, Porz, Wesseling und Lövenich. Wesseling wird zwar auch eingemeindet, klagt aber im Folgejahr erfolgreich dagegen und wird wieder ausgegliedert.
2. Januar 1951
Konrad Adenauer wird Ehrenbürger der Stadt Köln.
2. Januar 1951
Hans Böckler, Vorsitzender des DGB, wird Ehrenbürger der Stadt Köln.
3. Januar 1518
Hermann von Weinsberg kommt in Köln zur Welt und wächst im namensgebenden Haus Weinsberg am Waidmarkt auf. Dreizehnmal sitzt er für die Gaffel Schwarzhaus im Rat, wirkt als Kirchmeister von St. Jakob und gelegentlich als Advokat. Vor allem aber hinterlässt er das nach ihm benannte „Buch Weinsberg", eine über 7.000 Seiten umfassende Selbstaufzeichnung, die bis heute als eine der wichtigsten Quellen zur Kölner Stadtgeschichte des 16. Jahrhunderts gilt.
3. Januar 1868
In der Kölner Altstadt wird als Sohn eines Schneidermeisters Heinrich Brauns geboren, katholischer Priester und Zentrumspolitiker. Als Reichsarbeitsminister prägt er über acht Jahre hinweg in dreizehn Kabinetten die Sozialpolitik der Weimarer Republik — von der Arbeitslosenversicherung über das Tarifvertragswesen bis zur Arbeitsgerichtsbarkeit. Er gilt als einer der einflußreichsten Sozialpolitiker seiner Zeit.
4. Januar 1933
Treffen zwischen von Papen und Hitler in der Villa des Kölner Bankiers von Schröder, bei dem der Weg Deutschlands in die Nazi-Diktatur verabredet wurde.
5. Januar 1332
Heinrich von Virneburg verstirbt in Bonn. Er ist als Heinrich II. von 1304 bis 1332 Erzbischof und Kurfürst von Köln.
5. Januar 1531
Ferdinand I., der Bruder Kaiser Karls V., wird im Dom zum deutschen König gewählt.
5. Januar 1876
Konrad Adenauer wird am 5. Januar in Köln geboren. Von 1917 bis 1933 ist er Oberbürgermeister der Stadt. 1919 betreibt er die Wiedererrichtung der Universität Köln und lässt den äußeren Grüngürtel anlegen. 1933 setzen ihn die Nationalsozialisten ab; nach dem Krieg wird er erster Bundeskanzler der Bundesrepublik.
8. Januar 1579
Arnold von Siegen gehört zur Kölner Führungsschicht des 16. Jahrhunderts. Er sitzt im Rat der Reichsstadt, wird zwölfmal zum Bürgermeister gewählt und amtiert mehrfach als Rentmeister und kaiserlicher Rat. Um 1564 legt er überraschend alle Ämter nieder und zieht sich ins Privatleben zurück. In Köln, wo er um 1500 geboren wird, stirbt er an diesem Tag.
8. Januar 1897
Als Sohn eines Schuhmachers wird Jakob Boulanger in Köln-Ehrenfeld geboren. Er lernt das Kunstschmiedehandwerk und wird Betriebsratsvorsitzender, später Funktionär der KPD. 1933 verhaftet ihn die Gestapo; in den Konzentrationslagern Dachau, Buchenwald und Mauthausen gehört er einer Widerstandsorganisation der Häftlinge an. Nach 1945 leitet er Großbetriebe in der DDR.
9. Januar 1838
Paul Baudevin kommt 1838 als Sohn eines Kölner Baumeisters zur Welt und besucht in seiner Vaterstadt das Dreikönigsgymnasium. Später zieht es ihn in den Taunus, wo er sich niederläßt und als Abgeordneter in den Nassauischen Kommunallandtag für den Regierungsbezirk Wiesbaden einzieht. Sein Lebensweg führt vom Rhein ins nassauische Land — die Wurzeln aber bleiben kölnisch.
9. Januar 1883
Der Kölner Stadtrat entschließt sich mit einer Stimme Mehrheit für den Entwurf des Berliner Ingenieurs Berl von E. Grüttefien zum Bau des neuen Hauptbahnhofs.
14. Januar 1814
Nach 20 Jahren Besatzungszeit verlassen die französischen Truppen Köln.
15. Januar 1863
In Köln wird der Jurist und Zentrumspolitiker Wilhelm Marx geboren. Er wird zweimal Reichskanzler der Weimarer Republik: 1923/24 und von 1926 bis 1928. Kein anderer amtiert in dieser Zeit länger. Nach seinem Tod 1946 wird er auf dem Kölner Melaten-Friedhof bestattet.
19. Januar 1511
Adolf III. von Schaumburg wird geboren, der spätere Erzbischof und Kurfürst von Köln. 1547 übernimmt er das Erzstift, nachdem sein Vorgänger Hermann V. von Wied durch Kaiser Karl V. abgesetzt worden ist, und führt die Kölner Kirche wieder auf den altgläubigen Kurs. 1551 nimmt er am Konzil von Trient teil; 1556 stirbt er in Brühl.
19. Januar 1872
Heinrich Laufenberg wird in Köln geboren. Der Historiker und Journalist, der unter dem Pseudonym Karl Erler schreibt, promoviert 1902 und wechselt vom politischen Katholizismus zur SPD. Ab 1907 arbeitet er in Hamburg als Parteihistoriker der Arbeiterbewegung. 1918/19 steht er dem Hamburger Arbeiter- und Soldatenrat vor, später wird er zum Wortführer des Nationalbolschewismus.
22. Januar 1547
Die kaiserlichen Kommissare Viglius Zwichem und Philipp von Lalaing, Graf von Hoogstraaten, treffen in Köln ein und überbringen dem Koadjutor Adolf von Schauenburg ein Schreiben Kaiser Karls V., die Verwaltung des Erzstifts selbständig zu übernehmen. Damit wird der Reformationsversuch des Kurfürst-Erzbischofs Hermann V. von Wied, der mit Hilfe Martin Bucers und Philipp Melanchthons evangelisches Gedankengut in Kurköln einführen wollte, faktisch beendet. Wenige Wochen später, am 25. Februar, legt Hermann sein Amt nieder; der Kölner Dom und das Erzstift bleiben katholisch.
23. Januar 1798
Die französische Gesetzgebung und Verwaltung wird in Köln eingeführt.
29. Januar 1986
Die Kölsch-Konvention, in der u.a. festgelegt ist, welches Bier sich Kölsch nennen darf, wird vom Bundeskartellamt anerkannt.
29. Januar 1986
Kölsch wird als Bierspezialität von der EU in den Kreis der geschützten regionalen Spezialitäten aufgenommen.
31. Januar 1919
Hans Katzer wird in Köln geboren. Der konservative Politiker war von 1965 bis 1969 Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung.
31. Januar 1926
In der Nacht zum 1. Februar wird die Räumung der 1. alliierten Besatzungszone, des Kölner Brückenkopfs, abgeschlossen. Nach gut sieben Jahren verlassen die letzten Besatzungstruppen das Kölner Gebiet. Köln bildet nach dem Ersten Weltkrieg das Zentrum der britischen Besatzungszone; der Abzug wird mit Befreiungsfeiern auf dem Vorplatz des Doms begangen.
1. Februar 1919
Auf Anordnung des Kölner Oberbürgermeisters Konrad Adenauer wird Köln im Bereich der städtischen Verwaltung wieder mit "K" geschrieben. Damit endet die vom preußischen Innenministerium im Jahre 1900 aufgezwungene Schreibweise Cöln.
4. Februar 1885
Eugen von Kesseler stirbt in Köln. Der am 4. April 1832 in Düsseldorf geborene Jurist wirkt in den 1870er Jahren als Landgerichtsrat in der Stadt und gehört der Zentrumspartei an. Für Kölner Wahlkreise sitzt er im Reichstag und im preußischen Abgeordnetenhaus.
4. Februar 1921
Unterzeichnung des Eingemeindungsvertrages für die Gemeinde Worringen.
12. Februar 1889
In Köln wird Hans Elfgen geboren, Jurist und preußischer Verwaltungsbeamter. Von 1927 bis 1933 ist er Regierungspräsident des Regierungsbezirks Köln — abgesehen vom Revolutionsjahr 1848 der einzige gebürtige Kölner, der dieses Amt in den ersten 140 Jahren des Bezirks bekleidet. Als Mitglied der Zentrumspartei wird er 1933 von den Nationalsozialisten aus dem Amt entfernt.
17. Februar 1889
Der Jurist und Politiker Cornelius Balduin Trimborn stirbt in Köln, wo er seit 1851 als Rechtsanwalt am Landgericht arbeitet. Für die Deutsche Zentrumspartei sitzt er im Deutschen Reichstag und im preußischen Abgeordnetenhaus. Er ist der Vater des Zentrumspolitikers Karl Trimborn; die Familiengrabstätte liegt auf dem Melatenfriedhof. Nach ihm ist die Balduinstraße in der Altstadt-Süd benannt.
17. Februar 1900
Am Eigelstein im Kölner Norden wird der Grafiker und Kommunalpolitiker Peter Paffenholz geboren. Ab 1926 gestaltet er für die KPD Flugblätter und Drucksachen und schließt sich der 'Gruppe progressiver Künstler' um Franz Wilhelm Seiwert und Heinrich Hoerle an. Am 20. November 1931 zieht er als Ratsherr in den Kölner Stadtrat ein. Unter dem Nationalsozialismus wird er in Köln als Kommunist verfolgt.
18. Februar 1912
Heinz Kühn, der von 1966 bis 1978 Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen war, wird in Köln geboren.
19. Februar 1890
Sibille Hartmann wird in der Kölner Poststraße 6 geboren. Die gelernte Schirmnäherin zieht 1919 als erste Frau der Zentrumspartei in den Kölner Stadtrat ein und sitzt zugleich im Provinziallandtag der Rheinprovinz. Auf ihre Initiative geht die Gründung der Kölner Kinderhäuser zurück; das erste Haus entsteht 1957 in Köln-Mülheim. Sie stirbt 1973 in Köln und wird auf Melaten beigesetzt. Nach ihr ist die Sibille-Hartmann-Straße in Köln-Zollstock benannt.
19. Februar 1933
Drei Wochen nach seiner Ernennung zum Reichskanzler spricht Adolf Hitler auf einer NSDAP-Wahlkundgebung in der Deutzer Messe. Oberbürgermeister Konrad Adenauer verweigert dem Gast jede Ehrung – er empfängt ihn weder noch läßt er ihm zu Ehren den Rhein illuminieren. Wenige Wochen später, nach der Reichstagswahl, jagen ihn die Nationalsozialisten aus dem Amt.
22. Februar 1840
Der spätere SPD-Mitbegründer August Bebel wird in den Kasematten der Festung Deutz geboren, wo sein Vater als Unteroffizier stationiert ist. Eine Gedenktafel an der Kasemattenstraße 8 erinnert an den Geburtsort eines der dienstältesten Parlamentarier der deutschen Geschichte.
24. Februar 1854
Wilhelm Spiritus wird als Sohn des Kölner Arztes Dr. med. Carl Constantin Spiritus in Köln geboren. Der Jurist übernimmt 1891 das Amt des Oberbürgermeisters von Bonn und behält es bis 1919. Damit bleibt er bis heute der am längsten amtierende Bonner Oberbürgermeister.
24. Februar 2005
Der SPD-Politiker Hans-Jürgen Wischnewski stirbt mit 82 Jahren in Köln, wo er lange lebt. Von 1957 bis 1990 vertritt er die Stadt als direkt gewählter Abgeordneter im Bundestag, zuvor arbeitet er als Gewerkschaftssekretär der IG Metall in Köln. Auf Bundesebene ist er Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit sowie Staatsminister im Auswärtigen Amt und im Kanzleramt.
25. Februar 1547
Hermann V. von Wied, Erzbischof und Kurfürst von Köln und treibende Kraft der „Kölner Reformation", entbindet sein Volk vom Treueeid und legt sein Amt im Erzstift nieder. Der Schritt wendet einen drohenden Aufstand ab, nachdem Papst und Kaiser ihn bereits im Vorjahr abgesetzt und gebannt hatten. Mit Adolf von Schaumburg übernimmt ein altgläubiger Nachfolger; Hermann zieht sich auf Burg Altwied zurück, wo er fünf Jahre später als Protestant stirbt.
2. März 1891
Die Oberbürgermeister von Köln und Bonn beschließen mit den Landräten der Kreise Köln, Bonn und Bergheim die Gründung eines Komitees zum Bau einer Bahnverbindung zwischen Köln und Bonn, aus der die "Köln-Bonner Eisenbahnen" hervorgehen werden.
5. März 1933
Die NSDAP erzielt im Wahlkreis Köln-Aachen ein Ergebnis von 30 Prozent.
7. März 1322
Mülheim werden die Rechte einer Befestigungsmauer, einer "Freiheit" verliehen. Daran erinnert heute noch die Straße "Mülheimer Freiheit".
7. März 1946
Die Kölnische Stadtverfassung wird nach britischem Vorbild eingeführt, die eine Teilung der Stadtführung zwischen Oberbürgermeister als Ratsvorsitzendem und Oberstadtdirektor als Verwaltungschef vorsieht.
8. März 1963
Johannes Albers, Kartellsekretär der christlichen Gewerkschaften und langjähriger Vorsitzender der Kölner CDU, stirbt an seinem Geburtstag in Köln. Seit 1919 wirkt er als Gewerkschaftssekretär in der Stadt, ab 1924 sitzt er für das Zentrum in der Kölner Stadtverordnetenversammlung. Er gehört dem Widerstandskreis um das Ketteler-Haus an und gründet 1945 die Kölner CDU mit, die er bis 1962 führt.
9. März 1945
Die US-amerikanische Militärregierung wird in Köln etabliert.
13. März 1933
Einen Tag nach der Kommunalwahl ziehen SA- und NSDAP-Verbände vor das Kölner Rathaus. Oberbürgermeister Konrad Adenauer verläßt die Stadt; Gauleiter Josef Grohé erklärt ihn ohne Rechtsgrundlage für abgesetzt und setzt Günter Riesen als kommissarischen Oberbürgermeister ein. Am selben Tag werden die zehn gewählten kommunistischen Ratsmandate für unwirksam erklärt; die NSDAP erhält damit im Stadtrat die absolute Mehrheit.
13. März 1940
Herbert Schui wird in Köln geboren. 1962 beginnt er an der Universität zu Köln ein Studium der Volkswirtschaftslehre, das er 1968 als Diplom-Volkswirt abschließt. Später lehrt er als Wirtschaftswissenschaftler und gehört 1975 zu den Gründern der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik. Von 2005 bis 2009 sitzt er für Die Linke im Bundestag; er stirbt 2016.
14. März 1875
Adolph Bermbach, Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung 1848/49 und Mitglied des Bundes der Kommunisten, wirkt in Köln als Notar und Stadtverordneter. Als Kontaktmann von Karl Marx hält er die Verbindung nach London und sagt im Kölner Kommunistenprozess für die Verteidigung aus. Am 14. März stirbt er in seinem Wohnhaus Am Römerturm.
15. März 1823
Johann Jakob von Wittgenstein stirbt in Köln, wo er 1754 im Wittgenstein'schen Hof in der Trankgasse zur Welt kommt. Der Jurist, Kaufmann und Bankier steht der Stadt zuerst als Bürgermeister der Freien Reichsstadt vor, ab 1803 als Maire unter französischer Herrschaft; im Mai 1815 scheidet er aus dem Amt. In seine Amtszeit fällt die Anlage des Friedhofs Melaten vor der Stadt.
17. März 2000
Der erste direkt gewählte hauptamtliche Oberbürgermeister der Stadt Köln Harry Blum stirbt nach nur einem halben Jahr im Amt an einem Herzleiden.
18. März 1913
Der Vertrag zur Eingemeindung Mülheims wird unterzeichnet.
18. März 2016
Guido Westerwelle, langjähriger FDP-Vorsitzender und von 2009 bis 2013 deutscher Außenminister, stirbt im Alter von 54 Jahren in der Kölner Universitätsklinik an den Folgen einer Leukämie. Nach der Trauerfeier fährt die Trauergemeinde zur Beisetzung auf den Melaten-Friedhof, wo sein Grab zu den prominenten Gräbern zählt.
23. März 1848
Im Kölner Rathaus treffen sich die Gemeinderatsvertreter von 18 rheinischen Städten zum ersten rheinischen Städtetag.
26. März 1798
In der von Frankreich besetzten Stadt werden die mittelalterlichen Zünfte aufgehoben und die Gewerbefreiheit eingeführt. Der jahrhundertealte Zunftzwang, der Handwerk, Handel und Preise streng regelte, fällt damit weg. Köln wandelt sich in der Folge vom Sinnbild wirtschaftlicher Rückständigkeit zur größten rheinischen Handels- und Industriestadt der napoleonischen Zeit.
26. März 1835
In Köln wird Karl Holthof geboren. Der Jurist arbeitet als Journalist und zieht als nationalliberaler Abgeordneter in der dritten Wahlperiode in den Reichstag ein. Sein politisches und publizistisches Wirken liegt später überwiegend außerhalb der Geburtsstadt. Im November 1884 stirbt er in Frankfurt am Main.
26. März 1926
In Köln wird der spätere Diplomat Johannes von Vacano geboren. Er schlägt eine Laufbahn im auswärtigen Dienst ein und vertritt die Bundesrepublik als Botschafter, unter anderem in La Paz in Bolivien und in Nairobi in Kenia. Von Vacano stirbt 2006.
26. März 1945
Drei Wochen nach dem Einmarsch amerikanischer Truppen ins linksrheinische Köln richtet der US-Stadtkommandant Patterson ein Instruktionsschreiben an den Leiter der Stadtverwaltung. Es verpflichtet die Behörde auf Recht und Ordnung, auf die Ausscheidung von Nazismus und Militarismus und auf die Abschaffung jeder Diskriminierung. Mitglieder von NSDAP, SA und SS erhalten Beschäftigungsverbot; Spitzenpositionen sollen mit Vertretern unterschiedlicher politischer Überzeugungen besetzt werden.
27. März 1913
Die Stadtverordnetenversammlungen von Köln und Mülheim stimmen dem am 18. März 1913 ausgehandelten Eingemeindevertrag zu.
29. März 2009
Vor Journalisten erklärt Oberbürgermeister Fritz Schramma im Kölner Rathaus seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur. Er zieht damit die Konsequenz aus der scharfen Kritik an seinem Krisenmanagement nach dem Einsturz des Historischen Stadtarchivs an der Severinstraße wenige Wochen zuvor. Bei der Wahl im August setzt sich der Sozialdemokrat Jürgen Roters durch und übernimmt im Oktober das Amt.
31. März 1831
Die Mainzer Rheinschifffahrtsakte wird unterzeichnet und beendet das Kölner Stapelrecht, das die Stadt seit 1259 besitzt. Über Jahrhunderte müssen alle rheinaufwärts oder rheinabwärts transportierten Waren in Köln drei Tage lang den Bürgern zum Kauf angeboten werden. Die Akte garantiert die freie Schifffahrt bis zur offenen See; Preußen zahlt der Stadt für den Verlust eine jährliche Entschädigung.
31. März 1958
In Köln wird Heribert Hirte geboren, Rechtswissenschaftler mit Schwerpunkt im Handels-, Gesellschafts- und Insolvenzrecht. Er studiert Jura an der Universität zu Köln und promoviert dort 1985. Ab 2000 leitet er als geschäftsführender Direktor das Seminar für Handels-, Schifffahrts- und Wirtschaftsrecht an der Universität Hamburg. Von 2013 bis 2021 gehört er dem Deutschen Bundestag an.
1. April 1875
Otto Fürst von Bismarck wird Ehrenbürger der Stadt Köln.
9. April 1968
Im Brauhaus Sion kommt es zur größten und letzten Versammlung des "Kölner Ausschuss für die Wiederzulassung der KPD".
11. April 1848
Karl Marx trifft in Köln ein und lässt sich im Revolutionsjahr hier nieder. Ab Juni gibt er die „Neue Rheinische Zeitung“ heraus und macht sie bis Mai 1849 zum wichtigsten Sprachrohr der demokratischen Bewegung in Deutschland.
11. April 1946
Willi Suth wird zum ersten Oberstadtdirektor der Stadt Köln ernannt.
13. April 1180
Auf dem Hoftag zu Gelnhausen erhält der Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg durch eine Urkunde Kaiser Friedrichs I. Barbarossa das Herzogtum Westfalen. Ausgefertigt nach dem Sturz Heinrichs des Löwen, überträgt sie der Kölner Kirche die weltliche Herrschaft über diesen Raum. Damit steigt das Kölner Erzstift zur Territorialmacht im Nordwesten des Reiches auf, die über Jahrhunderte Bestand hat.
14. April 1397
Der Kölner Rat bestätigt die Zunftbriefe der Goldspinnerinnen, Garnmacherinnen und Seidenmacherinnen. In den Zunfbriefen waren die Verfahren zur Erlangung der Meisterwürde, aber auch Verhaltensregeln und Strafen niedergeschrieben.
15. April 1864
Everhard von Groote stirbt in seiner Geburtsstadt Köln, wo er aus einer angesehenen Bürgermeisterfamilie stammt. Nach dem Studium der Rechte und der Geschichte leitet er von 1831 bis 1851 als Präsident die Kölner Armenverwaltung und sitzt im Stadtrat. 1834 gibt er die Reimchronik der Stadt Köln heraus und zählt zu den Mitbegründern des Zentral-Dombau-Vereins.
15. April 1939
Minna Bachem-Sieger, Tochter einer Kölner Juristenfamilie und der Verlegerfamilie DuMont, stirbt in Köln, wo sie geboren wurde. 1903 gründet sie den Katholischen Deutschen Frauenbund mit. Für die Zentrumspartei sitzt sie bis 1933 im Kölner Stadtrat und setzt sich für das Frauenwahlrecht sowie Jugend- und Wohlfahrtsfragen ein. Nach ihr ist die Minna-Bachem-Straße in Köln-Longerich benannt.
17. April 1252
Der "Kleine Schied" beendet den Streit zwischen dem Erzbischof und der Stadt um das Recht einer neuen Münze.
19. April 1967
Der langjährige Oberbürgermeister von Köln und Kanzler der Bundesrepublik Deutschland a.D. Konrad Adenauer verstirbt in Rhöndorf.
27. April 1907
Als Tochter eines Schmiedemeisters wird Maria Meyer-Sevenich in Köln geboren und besucht hier die Schule. Später arbeitet sie als Schriftstellerin und Politikerin und ist in mehreren Parteien aktiv. Von 1965 bis 1967 amtiert sie als niedersächsische Ministerin für Bundesangelegenheiten, Vertriebene und Flüchtlinge. Sie stirbt 1970 in Hannover.
4. Mai 1945
Konrad Adenauer wird zum Oberbürgermeister ernannt.
6. Mai 1429
Der Kölner Stadtrat verordnet ein Reinheitsgebot für Bier.
6. Mai 1849
Karl Marx verkündet im Kölner Gürzenich sein Manifest der Kommunistischen Partei.
7. Mai 1971
Der Historiker und Politiker Leo Schwering stirbt in Köln. Nach seiner Entlassung aus dem Schuldienst 1934 gehört er Kölner Widerstandskreisen an, die Verbindung zum Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 haben, und sitzt bis kurz vor Kriegsende in Gestapo-Haft. Im September 1945 wird er erster Vorsitzender der CDU-Rheinland. Er ist auf dem Melaten-Friedhof bestattet.
8. Mai 1849
Abgeordnete rheinischer Städte stimmen im Kölner Gürzenich der von der Frankfurter Nationalversammlung beschlossenen Verfassung zu.
10. Mai 1909
Der Kalker Stadtrat stimmt der Eingemeindung zu Köln zu.
12. Mai 1928
Am 12. Mai eröffnet Oberbürgermeister Konrad Adenauer in Köln-Deutz die Internationale Presse-Ausstellung Pressa. Auf dem Kölner Messegelände zeigen 1.500 Aussteller aus 43 Nationen das Zeitungs- und Kommunikationswesen. Rund fünf Millionen Besucher kommen zur Schau, die das Messegelände international bekannt macht.
13. Mai 1924
Der Anti-Apartheid-Politiker Harry Heinz Schwarz wird in Köln geboren. 1991 wurde er südafrikanischer Botschafter in den Vereinigten Staaten.
14. Mai 1933
Ottmar Pohl wird in Köln geboren. Der CDU-Politiker sitzt von 1970 bis zu seinem Tod im Landtag von Nordrhein-Westfalen, gehört dem Kölner Stadtrat an und ist von 1982 bis 1990 CDU-Kreisvorsitzender in Köln. In Köln-Kalk ist der Ottmar-Pohl-Platz nach ihm benannt.
14. Mai 1937
In Köln wird Heribert Hellenbroich geboren, der spätere Jurist und Nachrichtendienstler. Er besucht das Kölner Friedrich-Wilhelm-Gymnasium und studiert in Köln Rechtswissenschaft. Von 1983 bis 1985 leitet er das Bundesamt für Verfassungsschutz, im August 1985 rund einen Monat lang den Bundesnachrichtendienst, bevor ihn die Tiedge-Affäre das Amt kostet. Er stirbt 2014 in Köln-Roggendorf/Thenhoven.
17. Mai 1928
Elisabeth Adenauer wird in Köln geboren, jüngste Tochter Konrad Adenauers, der zu dieser Zeit Oberbürgermeister der Stadt ist. Nach dem Tod ihrer Mutter 1948 begleitet sie ihren Vater als Kanzler zu Staatsbesuchen und Auslandsreisen. 1950 heiratet sie den Industriellen Hermann Josef Werhahn und lebt fortan in Neuss, wo sie 2019 stirbt.
18. Mai 1918
Am Pfingstsamstag greifen britische Flugzeuge bei Tag die Kölner Innenstadt an und werfen Bomben auf die Stadt. Mit über 40 Toten zählt der Angriff zu den schwersten Luftangriffen auf Köln im Ersten Weltkrieg. Oberbürgermeister Konrad Adenauer besucht die Verletzten im Krankenhaus.
21. Mai 1743
Nikolaus DuMont wird in Köln geboren. Der Kaufmann und Schieferfabrikant wird 1795 zum letzten vom Rat der Freien Reichsstadt gewählten Bürgermeister Kölns. Unter französischer Herrschaft ist er ab 1804 Präfekturrat des Roer-Departements in Aachen und erhält 1807 die Genehmigung zur Herausgabe der „Gazette française de Cologne". Er entstammt der später als Verlegerdynastie bekannten Kölner Familie DuMont.
21. Mai 1991
Die Stadt Köln verleiht John van Nes Ziegler die Ehrenbürgerwürde. Der Jurist und SPD-Politiker ist von 1973 bis 1980 Oberbürgermeister der Stadt und außerdem Präsident des nordrhein-westfälischen Landtages. In seine Kölner Amtszeit fallen die kommunale Neugliederung von 1975, mit der Köln zur Millionenstadt wird, und die Fußgängerzone auf Hoher Straße und Schildergasse.
24. Mai 1805
In Köln kommt der Schriftsteller und Politiker Jacob Venedey zur Welt. Sein Vater Michel Venedey wirbt in der französisch beherrschten Stadt für die Freiheitsideen der Zeit. Der Sohn wird später Demokrat, gehört zu den Wortführern der Revolution von 1848/49 und sitzt in der Frankfurter Nationalversammlung.
25. Mai 2009
Die Stadt Köln erhält den von der Bundesregierung verliehenen Titel "Ort der Vielfalt".
28. Mai 1796
Der Rat der Stadt wird aufgelöst. An seine Stelle tritt eine nach französischem Vorbild eingesetzte Munizipalverwaltung.
28. Mai 1796
Johann Jakob von Wittgenstein wird Präsident der Munizipalverwaltung.
28. Mai 1879
Der Fabrikant und national-liberale Politiker Johann Classen-Kappelmann stirbt in Köln. 1834 aus Sinzig zugezogen, gehört er ab 1849 dem Kölner Stadtrat an und führt die Fortschrittspartei in der Stadt. In Köln betreibt er die Rheinische Spinnerei sowie eine Fabrik für Kölnisch Wasser. 1866 zieht er ins preußische Abgeordnetenhaus ein. Beigesetzt wird er auf dem Melaten-Friedhof.
29. Mai 1288
Am 29. Mai beginnt die Belagerung der Burg Worringen, die heute ein Kölner Stadtteil ist. Verbündete unter Herzog Johann I. von Brabant schließen die Burg ein; das Belagerungsgerät stammt vor allem aus Köln, dessen Bürger unter eigener Standarte mitziehen. Wenige Tage später beendet die Schlacht die Vormacht der Kölner Erzbischöfe im Nordwesten des Reichs und begründet die faktische Unabhängigkeit der Stadt.
29. Mai 1836
Clemens August von Droste zu Vischering wird als Erzbischof von Köln inthronisiert. Gewählt hat ihn das Kölner Domkapitel bereits im Dezember 1835. Sein kompromissloser Kurs in der Frage der konfessionsverschiedenen Ehen führt 1837 zu seiner Verhaftung und löst den Kölner Kirchenstreit mit der preußischen Regierung aus.
29. Mai 1919
Oberbürgermeister Konrad Adenauer unterzeichnet mit dem preußischen Kultusminister Konrad Haenisch den Staatsvertrag zur Wiedergründung der Universität zu Köln — der ersten seit ihrer Schließung 1798. Aus der 1901 von Gustav Mevissen gestifteten Handelshochschule am Römerpark erwächst eine Volluniversität, die Köln allein aus Stadtmitteln finanziert. Knapp zwei Wochen später, am 12. Juni, wird sie im Gürzenich feierlich eröffnet — heute zählt sie zu den größten Hochschulen Deutschlands.
31. Mai 1905
Der Verfassungsjurist und CDU-Politiker Adolf Süsterhenn wird in Köln geboren. Er studiert und promoviert (1928) in seiner Vaterstadt, arbeitet dort als Richter und lässt sich 1932 als Rechtsanwalt nieder. Als Mitglied des Parlamentarischen Rates wirkt er 1948/49 am Grundgesetz mit; später ist er Justiz- und Kultusminister von Rheinland-Pfalz und von 1961 bis 1969 Bundestagsabgeordneter.
5. Juni 1288
Im Streit um die Limburger Erbfolge kommt es zwischen Siegfried von Westerburg, Erzbischof von Köln, und Herzog Johann I. von Brabant auf der Fühlinger Heide zur Schlacht von Worringen, in der die Kölner Bürger sich auf die Seite des Herzogs schlagen und sich ihre Freiheit von der erzbischöflichen Stadtherrschaft erkämpfen.
9. Juni 1815
Der Wiener Kongress beschließt die Besetzung Kölns durch preußische Truppen.
9. Juni 1953
Die Politikerin und Frauenrechtlerin Lore Agnes stirbt in Köln. Geboren 1876 in Bochum, gehört sie von 1919 bis 1933 dem Reichstag an, zunächst für die USPD, ab 1922 wieder für die SPD. Sie zählt zu den führenden Vertreterinnen der proletarischen Frauenbewegung. Nach dem Zweiten Weltkrieg unterstützt sie in Düsseldorf den Wiederaufbau von SPD und Arbeiterwohlfahrt.
13. Juni 1950
Johannes Rings verstirbt in Köln. Er war lange Zeit Parteivorsitzender der Zentrumspartei. Ihm zu Ehren trägt eine Straße in Köln - Longerich seinen Namen.
14. Juni 1925
Hermann Cardauns, 1847 in Köln geboren, leitet von 1876 bis 1907 die Redaktion der Kölnischen Volkszeitung. Von 1894 bis 1901 gehört er als Stadtverordneter dem Kölner Rat an, von 1891 bis 1913 ist er Generalsekretär der Görres-Gesellschaft. 1920 erscheinen seine „Geschichten aus dem alten Köln". Er stirbt am 14. Juni in Bonn und wird auf dem Kölner Melaten-Friedhof beigesetzt.
17. Juni 1845
Friedrich Julius Vorster wird in Köln geboren. Er tritt in die von seinem Vater mitgegründete Chemische Fabrik Kalk ein und gehört ab deren Umwandlung 1892 zur Geschäftsleitung. Daneben ist er Verbandsvertreter und freikonservativer Politiker. Er stirbt 1932 in Oberkassel bei Bonn.
17. Juni 1945
Gründung der rheinischen CDU.
17. Juni 1996
Anläßlich des G8 Gipfels in Köln weilend besucht Bill Clinton die Brauerei "zur Malzmühle" und läßt sich anschließend zu dem Satz "Ich bin ein Kölsch" hinreißen.
20. Juni 1934
In Köln wird der Jurist Wilhelm Kewenig geboren. 1962 wird er in Köln zum Dr. jur. promoviert. Von 1971 bis 1981 lehrt er als Professor für Völker- und Staatsrecht in Kiel, wo er 1974/75 das Rektorat übernimmt. Von 1981 bis 1989 gehört er dem Berliner Senat an, zunächst für Wissenschaft, ab 1986 für Inneres.
21. Juni 1819
Das Oberlandesgericht Köln wird durch König Friedrich Wilhelm III. von Preußen als "Rheinischer Appellationsgerichtshof" gegründet.
21. Juni 1945
Die Militärregierung der Amerikaner übergibt das Kommando an die Briten.
23. Juni 1963
John F. Kennedy besucht die Stadt Köln. Der Kölner Bevölkerung sagt er in seiner Rede vor dem Kölner Rathaus u.a.: "It is in this spirit that I come to Cologne to see the best of the past, and the most promising of the future. May I greet you with the old Rhenish saying, Kölle Alaaf.".
24. Juni 1592
Im Hause der Familie Wolff Metternich in der Kölner Marzellenstraße wird Johann Adolf Wolff Metternich zur Gracht geboren. Als kurkölnischer Kammerherr und Geheimer Rat im Dienst des Kölner Kurfürsten Ferdinand von Bayern wirkt er als Diplomat in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges. In den Reichsfreiherrenstand erhoben, begründet er den Aufstieg seines Adelsgeschlechts.
25. Juni 1959
Der Rat der Stadt Köln beschließt, dem scheidenden Bundespräsidenten Theodor Heuss die Ehrenbürgerwürde zu verleihen. Der Liberale steht zehn Jahre lang als erstes Staatsoberhaupt an der Spitze der jungen Bundesrepublik; im September endet seine zweite Amtszeit. Köln würdigt damit eine Galionsfigur des demokratischen Neuanfangs. Die feierliche Verleihung folgt zwei Monate später im Rathaus.
25. Juni 1959
Rolf Mützenich wird am 25. Juni in Köln geboren. Der promovierte Politikwissenschaftler zieht 2002 als direkt gewählter Abgeordneter für den Kölner Nordwesten in den Deutschen Bundestag ein und vertritt den Wahlkreis seither ununterbrochen. Von 2019 bis 2025 steht er der SPD-Bundestagsfraktion vor.
26. Juni 1951
In Köln-Lindenthal wird der Jurist und CDU-Politiker Jürgen Rüttgers geboren. An der Universität zu Köln studiert er Rechtswissenschaft und Geschichte. Von 1987 bis 2000 gehört er dem Deutschen Bundestag an, von 1994 bis 1998 leitet er als Bundesminister das Ressort für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie. Von 2005 bis 2010 ist er Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen.
28. Juni 1258
Mit dem Großen Schied wird die oberste Gerichtsgewalt dem Erzbischof Konrad von Hochstaden zugesprochen. Gleichzeitig bestätigt der Spruch aber auch der Stadt eine eigene Gerichtsbarkeit mit Richtern und Amtsleuten.
30. Juni 1888
Rudolf Amelunxen wird in Köln geboren. Der Jurist wird 1926 mit 38 Jahren jüngster preußischer Regierungspräsident. Nach dem Preußenschlag 1932 wird er aus dem Amt in Münster entfernt und bleibt bis 1945 vom öffentlichen Dienst ausgeschlossen. 1946 wird er erster Ministerpräsident des neu gebildeten Landes Nordrhein-Westfalen, später Sozial- und Justizminister in Düsseldorf.
1. Juli 1887
Der Nationalökonom, Publizist und Journalist Karl Heinrich Brüggemann stirbt in Köln. Fast ein Jahrzehnt lang, von 1845 bis 1854, leitet er als Direktor die Kölnische Zeitung. Das Blatt zählt in dieser Zeit zu den führenden deutschen Zeitungen des 19. Jahrhunderts.
1. Juli 1976
Wesseling, das im Jahr zuvor Köln eingemeindet wurde, klagt erfolgreich und wird wieder ausgegliedert.
2. Juli 1370
Die Weber erwirken eine Verfassungsänderung in Köln, die ihnen weitgehende Kontrollrechte über den Stadtrat ermöglichen. Die Stadtverfassung der Weber wird nur bis 20. November 1371 anhalten.
2. Juli 1921
Wilhelm Maria Lenz wird in Köln geboren. 1958 zieht er über den Wahlkreis Köln-Stadt VI in den Landtag Nordrhein-Westfalen ein, dessen Präsident er von 1970 bis 1980 ist. Von 1963 bis 1972 führt er den CDU-Kreisverband Köln, von 1971 bis 1977 steht er dem Verwaltungsrat des Westdeutschen Rundfunks vor. Er stirbt 2015 in Köln.
3. Juli 1642
Im ehemaligen Haus der Familie Rubens in der Sternengasse 10 stirbt Maria de' Medici, Königin von Frankreich und zweite Gemahlin Heinrichs IV. Nach dessen Ermordung führt sie zeitweise die Regentschaft für ihren minderjährigen Sohn Ludwig XIII. Der Sturz durch Kardinal Richelieu treibt sie ins Exil, wo sie ihre letzten Monate verarmt und einsam in Köln verbringt.
4. Juli 1299
Gottfried Hagen, Kölner Stadtschreiber und Notar der Stadt, stirbt in Köln. Um 1270/71 verfasst er die Reimchronik „Boich van der stede Colne", die erste deutschsprachige Stadtchronik überhaupt. Sie schildert die Konflikte zwischen der Stadt, den Erzbischöfen Konrad und Engelbert II. sowie Patriziat und Zünften. Hagen ist Pfarrer von Klein St. Martin und Dechant des Stifts St. Georg.
6. Juli 1930
Nach dem Ende der alliierten Rheinlandbesetzung fallen die offiziellen Befreiungsfeiern auf dieses Wochenende. In Köln bildet der neue Flughafen Butzweilerhof das Zentrum der Feiern. Für diesen Tag ist eine Rundfahrt des Luftschiffs „Graf Zeppelin“ (LZ 127) angekündigt, das von Köln aus rheinaufwärts fährt.
8. Juli 50
Köln erhält die Stadtrechte.
10. Juli 2016
Die SPD-Politikerin Katharina Focke stirbt in Köln, wo sie über Jahre ihre Wahlkämpfe für den Bundestag führt. Von 1969 bis 1980 sitzt die 1922 in Bonn geborene Focke im Bundestag, von 1972 bis 1976 ist sie Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit im Kabinett Brandt. Später gehört sie von 1979 bis 1989 dem Europäischen Parlament an.
12. Juli 1921
Geburt des Politikers Jan Brügelmann. Er war von 1979 bis 1984 Bürgermeister der Stadt Köln. Er war Mitgründer des Kölner Karnevalsmuseums und Vorsitzender im "Verein der Freunde des Kölnischen Stadtmuseums e.V.".
17. Juli 1933
Konrad Adenauer wird per Schreiben des preußischen Innenministeriums offiziell aus dem Dienst der Stadt Köln entlassen. Grundlage ist § 4 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums. Damit endet seine 16-jährige Amtszeit als Oberbürgermeister; die Nationalsozialisten hatten ihn schon im März aus dem Rathaus vertrieben. Adenauer hält sich zu diesem Zeitpunkt im Kloster Maria Laach auf; das Disziplinarverfahren gegen ihn endet 1934 zu seinen Gunsten.
18. Juli 1996
In seiner Geburtsstadt Köln stirbt der Sozialpolitiker Hans Katzer. Als Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung prägt er von 1965 bis 1969 die Sozialpolitik der frühen Bundesrepublik und führt über Jahre die arbeitnehmernahen Sozialausschüsse der CDU. In Köln 1919 geboren, gehört er dem linken Flügel seiner Partei an.
21. Juli 1811
In Köln wird Karl Joseph Daniel DuMont geboren, genannt Joseph, späterer Verleger und Herausgeber der Kölnischen Zeitung. Mit zwanzig Jahren übernimmt er den väterlichen Verlag und baut das Blatt zur reichweitenstarken rheinischen Zeitung aus. Nach ihm ist das Verlagshaus DuMont benannt.
24. Juli 1909
In Köln stirbt Gustav Michels, gebürtiger Kölner, Kaufmann und Präsident der Kölner Handelskammer. Im Familienbetrieb handelt er mit Wolle und Tuch. Ab 1875 gehört er der Handelskammer an, wird 1880 ihr Vizepräsident und 1891 ihr Präsident. Ab 1878 sitzt er in der Stadtverordnetenversammlung, ab 1888 im Rheinischen Provinziallandtag; 1901 wird er ins preußische Herrenhaus berufen.
25. Juli 1205
Die welfische Partei erhebt Bruno von Sayn, zuvor Propst von St. Mariengraden in Köln, zum Erzbischof von Köln; Papst Innozenz III. hatte seinen Vorgänger Adolf von Altena abgesetzt. Im staufisch-welfischen Thronstreit hält allein die belagerte Stadt Köln zu ihm; 1206 gerät er in Gefangenschaft. Er stirbt 1208 auf Burg Blankenberg an der Sieg und wird im Kölner Dom bestattet.
30. Juli 1505
Während des Reichstags zu Köln beendet Kaiser Maximilian I. mit dem Kölner Schiedsspruch den Landshuter Erbfolgekrieg. Damit wird das Herzogtum Bayern wiedervereinigt.
1. August 1902
Der 1833 in Aachen geborene Karl Ferdinand Thewalt ist von 1865 bis 1901 Beigeordneter der Stadt Köln und dort für Handels-, Technik- und Kulturfragen zuständig. Als Vorsitzender der Gürzenich-Kommission vermittelt er 1888 zwischen den zerstrittenen Karnevalsgesellschaften; aus dem dabei gebildeten Maskenzug-Comité geht das heutige Festkomitee hervor. Seine Kunstsammlung wird 1903 bei Lempertz versteigert. Er stirbt am 1. August in Köln.
1. August 1920
Die Maut zur Überquerung der Rheinbrücken wird abgeschafft.
2. August 1966
Yvonne Gebauer wird in Köln geboren und legt am Kölner Heinrich-Heine-Gymnasium ihr Abitur ab. Von 2004 bis 2012 gehört sie für die FDP dem Kölner Stadtrat an. 2017 wird sie Schulministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, ein Amt, das sie bis 2022 innehat.
7. August 1887
Emmi Welter, geborene Merten, wird in Köln geboren. Später ist sie Vorsitzende der Evangelischen Frauenhilfe im Rheinland, tritt 1945 in Aachen der späteren CDU bei und gehört dort 1946 zu den Gründerinnen der Frauenunion. Ab Januar 1954 sitzt sie im Deutschen Bundestag. Sie stirbt 1971 in Aachen.
7. August 2004
Ein Teil des Inneren Grüngürtels in Köln-Neustadt-Süd wird als Hiroshima-Nagasaki-Park eingeweiht. Das Fest findet im Museum für Ostasiatische Kunst und auf den Parkwiesen statt; Bürgermeisterin Renate Canisius vertritt die Stadt. Köln gehört seit 1985 dem internationalen Städtebündnis Mayors for Peace an. Der hügelige Grünzug zwischen Aachener Straße, Universitätsstraße und Bahngelände besteht in Teilen aus Trümmerschutt des Zweiten Weltkriegs.
11. August 355
Heerführer Silvanus lässt sich im heutigen Köln zum Gegenkaiser von Constantius II. ausrufen.
13. August 1857
Josef Neven DuMont wird in Köln geboren. Nach dem Tod des Vaters führt er zusammen mit seinem jüngeren Bruder Alfred den Verlag der Kölnischen Zeitung (M. DuMont Schauberg). Für die Nationalliberalen sitzt er im Kölner Stadtrat. 1906 gehört er zu den Gründern des Rheinisch-Westfälischen Wirtschaftsarchivs, ab 1909 leitet er die Kölner Handelskammer. Er stirbt 1915 in Köln-Marienburg.
19. August 1406
Der Kölner Rat beschließt "Concordatum anno 1406 quo supra feria quinta post assumptionis beate Marie" den Bau des Rathausturms.
19. August 2012
Lothar Ruschmeier, von 1990 bis 1998 Oberstadtdirektor der Stadt Köln, stirbt in Köln. Der gebürtige Mindener kommt 1945 zur Welt und leitet acht Jahre lang die Kölner Stadtverwaltung. In seine Amtszeit fällt der Bau der KölnArena; auch den MediaPark und den Rheinauhafen treibt er voran.
25. August 1694
In Köln kommt Theodor Stephan Freiherr von Neuhoff zur Welt; seine westfälische Adelsfamilie lebt in der Stadt. Er dient als Page, Offizier und Diplomat in französischen, schwedischen und spanischen Diensten, bevor ihn die aufständischen Korsen 1736 zum König Theodor I. ausrufen. Seine Herrschaft hält nur wenige Monate. 1756 stirbt er verarmt in London, nicht in Köln.
27. August 1947
Fritz Schramma kommt im Kölner Stadtteil Nippes zur Welt. Der gelernte Lehrer gehört der CDU an. Als Oberbürgermeister der Stadt Köln steht er von seinem Amtsantritt am 17. September 2000 bis zum 20. Oktober 2009 an der Spitze der städtischen Verwaltung.
30. August 2009
Jürgen Roters (SPD) erhält bei der Kommunalwahl 54,67 Prozent der abgegebenen Stimmen und wird damit der neue Oberbürgermeister der Stadt Köln.
31. August 1958
Die promovierte Volkswirtin und Politikerin Else Peerenboom-Missong stirbt in Köln. Geboren 1893 in Brauna bei Kamenz, arbeitet sie ab 1921 als Statistikerin beim Deutschen Caritasverband. Von 1930 bis 1933 sitzt sie als eine der wenigen Frauen für das Zentrum im Reichstag. Nach dem Krieg gehört sie zu den Mitbegründern der CDU im Rheinland.
2. September 1945
Die CDU Rheinland wird in Köln gegründet.
5. September 1962
Der französische Staatspräsident Charles de Gaulle besucht die Stadt.
8. September 1849
Der Arzt Andreas Gottschalk stirbt in Köln an der Cholera, die in diesem Sommer in der Stadt grassiert. Geboren 1815 in Düsseldorf, führt er seit 1842 eine Kölner Praxis, in der er arme Patienten meist kostenlos behandelt. 1848 gehört er zu den Gründern des Kölner Arbeitervereins und wird dessen erster Präsident; nach wenigen Wochen zählt der Verein über 8.000 Mitglieder.
10. September 1880
Emma Weyer wird in Köln als Tochter einer Kölner Familie geboren. Ihr Onkel Max Wallraf ist von 1907 bis 1917 Kölner Oberbürgermeister und damit der unmittelbare Amtsvorgänger Konrad Adenauers. Sie lernt Adenauer 1901 im Kölner Tennisclub „Pudelnass“ kennen, 1904 heiraten beide. Am 6. Oktober 1916 stirbt sie mit 36 Jahren in Köln-Lindenthal.
10. September 1956
Willi Suth, geboren in Köln und seit 1915 in der Kölner Stadtverwaltung tätig, stirbt an diesem Tag. Ab 1920 ist er Beigeordneter neben Oberbürgermeister Konrad Adenauer, seinem Schwager; 1933 wird er amtsenthoben und in den Ruhestand versetzt. Nach 1945 leitet er den Wiederaufbau der Stadtverwaltung und wird 1946 zum ersten Oberstadtdirektor der Stadt Köln ernannt, ein Amt, das er bis 1953 innehat.
11. September 1975
In Köln stirbt Georg Jungclas, Buchhändler und trotzkistischer Politiker. Bis 1967 ist er Sekretär der deutschen Trotzkisten und Mitglied des Internationalen Sekretariats der Vierten Internationale. Nach 1945 lebt er in Köln-Nippes, wo der Hutladen seiner Frau am Wilhelmsplatz zum Treffpunkt der Bewegung wird.
13. September 1804
Kaiser Napoleon Bonaparte trifft am Eigelsteintor in Köln ein und wird vom Maire Johann Jakob von Wittgenstein und weiteren Beamten empfangen. Unter Glockengeläut und Kanonenschüssen ziehen er und seine Frau Joséphine, vorbei an einem eigens errichteten Triumphbogen und einer Ehrengarde aus 38 Kölner Bürgern, in die Stadt ein. Quartier nimmt das Kaiserpaar im Blankenheimer Hof am Neumarkt; Ferdinand Franz Wallraf hat die Stadt mit lateinischen Inschriften zu Ehren des Gastes geschmückt.
14. September 1396
Die 22 Gaffeln unterzeichnen den vom Stadtschreiber Gerlach von Hauwe formulierten Verbundbrief, der die Patrizierherrschaft in Köln endgültig beendet.
16. September 1874
Heinrich Konen kommt in Köln zur Welt. Er wird Physiker mit Schwerpunkt Spektroskopie und Rektor der Universität Bonn. 1934 zwingt ihn das NS-Regime in den Ruhestand, weil er Hakenkreuzflagge und Hitlergruß an der Universität verweigert. Nach 1945 wird er erneut Rektor und Kultusminister von Nordrhein-Westfalen.
18. September 1859
Ludwig Theodor Ferdinand Max Wallraf wird in Köln geboren. Von 1924 -1925 war er Reichstagspräsident.
18. September 1917
Konrad Adenauer wird zum Oberbürgermeister von Köln gewählt.
19. September 1475
Köln wird freie Reichsstadt. Am 19. September 1475 verlieh der deutsche Kaiser der Stadt Köln das Reichsprivileg und erhob sie damit zur freien Reichsstadt. Zuvor hatte Köln den Kaiser sowohl militärisch als auch finanziell im Konflikt gegen den Kölner Erzbischof Ruprecht von der Pfalz unterstützt. Dieser hatte versucht, das Rheinland und Köln mit Hilfe von Karl dem Kühnen, dem Herzog von Burgund, unter seine Kontrolle zu bringen.
19. September 2011
Der Oberbürgermeister von Rio de Janeiro, Eduardo da Costa Paes, und Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters unterzeichnen den Vertrag über die Partnerschaft beider Städte.
21. September 1910
In Köln wird Max Adenauer geboren, Jurist und Kommunalpolitiker der CDU und zweiter Sohn Konrad Adenauers. Von 1953 bis 1965 ist er Oberstadtdirektor der Stadt. In seine Amtszeit fallen der Wiederaufbau der Altstadt, der Ausbau des Flughafens Köln/Bonn und die Erweiterung der Universität zu Köln. Er stirbt in Köln.
21. September 1930
Die SPD-Politikerin und Frauenrechtlerin Elisabeth Kirschmann-Röhl stirbt mit 42 Jahren in Köln an einer Blutvergiftung. Die Schwester von Marie Juchacz lebt seit 1913 in der Stadt und gehört von 1919 bis 1924 dem Kölner Stadtrat an. Sie sitzt zudem in der Weimarer Nationalversammlung und im Preußischen Landtag.
22. September 1858
Als Sohn des Kölner Verlegers Joseph Bachem wird Karl Bachem am 22. September in Köln geboren. Der Jurist schlägt die Laufbahn eines Zentrumspolitikers ein und sitzt im preußischen Abgeordnetenhaus wie im Reichstag. Von 1915 bis 1920 ist er Redakteur der Kölnischen Volkszeitung. Sein neunbändiges Werk zur Geschichte der Zentrumspartei, abgeschlossen 1932, gilt bis heute als Standardwerk.
22. September 1905
In Köln kommt Karl Obermann als Sohn eines Fabrikarbeiters zur Welt. Aus Geldnot bleibt ihm ein reguläres Studium verwehrt; arbeitslos hört er stattdessen als Gasthörer Vorlesungen in Soziologie und Wirtschaftsgeschichte an der Universität zu Köln. Der spätere Historiker emigriert 1933 und wird in der DDR zum ersten Direktor des Instituts für Geschichte der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin — ausgewiesener Kenner der Revolution von 1848.
23. September 1873
Peter Joseph Mülhens, Kölner Unternehmer aus der 4711-Familie und Sohn des Firmengründers Wilhelm Mülhens, stirbt in seiner Geburtsstadt Köln. Er erweitert das Duftwasser-Geschäft und führt das kolorierte Etikett sowie die Molanus-Flasche ein. Von 1852 bis zu seinem Tod sitzt er im Kölner Stadtrat, wirkt im Verwaltungsausschuss des Dombauvereins und investiert früh in die Eisenbahn Köln-Bonn. Er wird auf Melaten beigesetzt.
23. September 1973
Sibille Hartmann stirbt in ihrer Geburtsstadt Köln, wo sie am 19. Februar 1890 zur Welt kommt. Von 1919 bis 1933 sitzt sie als erste Frau der Zentrumspartei im Kölner Stadtrat, nach 1945 kehrt sie als Ratsfrau zurück. In den 1950er-Jahren gehört sie zu den Gründerinnen der Kölner Kinderhäuser; das erste öffnet 1957 in Köln-Mülheim.
2. Oktober 1921
Geburt des Politikers Peter Florin. Er war stellvertretender Außenminister und ständiger Vertreter der DDR bei den Vereinten Nationen.
2. Oktober 1930
In Köln-Niehl legen Henry Ford und Oberbürgermeister Konrad Adenauer gemeinsam den Grundstein für das Ford-Werk am Rheinufer. Adenauer setzt den Standort gegen Konkurrenten wie Frankfurt, Magdeburg und Neuss durch und überzeugt Ford von den Vorzügen des Rheins. Am 4. Mai 1931 läuft mit einem Lastwagen des Typs Ford Modell AA das erste in Köln gebaute Fahrzeug vom Band.
13. Oktober 1946
Bei der ersten freien Stadtratswahl der Nachkriegszeit erzielen die CDU 53,4 Prozent, die SPD 34,6 Prozent und die KPD 9,3 Prozent der Stimmen.
14. Oktober 1268
In der Nacht auf den 15. Oktober versuchen die aus Köln verbannten Patrizier der Weisen, mit Söldnern durch einen unter die Stadtmauer gegrabenen Stollen bei der Ulrepforte in die Stadt einzudringen. Am Abend wird der Angriff bemerkt; die Bürger unter Führung der Overstolzen schlagen ihn zurück. Der Sieg an der Ulrepforte, einem bis heute erhaltenen Tor der Stadtmauer, sichert die städtische Selbständigkeit gegen Erzbischof Engelbert von Falkenburg.
15. Oktober 1842
In Köln übernimmt der 24-jährige Karl Marx die Redaktionsleitung der Rheinischen Zeitung für Politik, Handel und Gewerbe, deren Räume in der Schildergasse 99 liegen. Im Herbst zieht er nach Köln. Unter seiner Leitung verschärft das Blatt seinen radikaldemokratischen Kurs; die preußische Zensur verbietet die Zeitung im März 1843.
15. Oktober 1880
In Anwesenheit von Kaiser Wilhelm I. und Kaiserin Augusta begeht Köln auf dem Domhügel das Dombau-Vollendungsfest und feiert den Abschluss von 632 Jahren Bauzeit. Mit seinen 157 Meter hohen Türmen gilt der Kölner Dom nun als höchstes Gebäude der Welt — ein Rekord, den erst 1884 das Washington Monument bricht. Der Festakt fällt mitten in den Kulturkampf, weshalb sich das katholische Köln betont zurückhält.
17. Oktober 1868
Mit einem internationalen Abkommen, der Rheinschiffahrtsakte, wird endgültig das Kölner Stapelrecht beendet.
19. Oktober 1906
Theo Burauen, vom 9. November 1956 bis 17. Dezember 1973 Oberbürgermeister, wird in Köln geboren.
20. Oktober 2009
Ende der Amtszeit von Fritz Schramma als Oberbürgermeister von Köln.
21. Oktober 1999
Der frühere Oberbürgermeister von Köln, Norbert Burger, wird Ehrenbürger der Stadt Köln.
21. Oktober 2009
Jürgen Roters tritt sein Amt als Oberbürgermeister der Stadt Köln an.
25. Oktober 1131
Friedrich I. von Schwarzenburg empfängt 1100 die Bischofsweihe und steht danach als Erzbischof an der Spitze des Erzbistums Köln. Seine Amtszeit fällt in den Investiturstreit, in dem er die Kölner Kirchen- und Reichspolitik mitbestimmt. Er stirbt nicht in Köln, sondern auf seiner Burg Wolkenburg im Siebengebirge. Beigesetzt wird er im Dezember in der Abtei Siegburg.
28. Oktober 1987
Der ehemalige Oberbürgermeister Theo Burauen verstirbt in Köln.
29. Oktober 1770
In Köln kommt der Jurist Michael Venedey zur Welt, einer der „Gründerväter" der Kölner Anwaltschaft und Mitbegründer des Kölner Anwaltsvereins. Als Moderator des Verfassungskreises engagiert er sich während der Franzosenzeit für die cisrheinische Bewegung und demokratische Rechtsgleichheit. Bis Ende der 1820er gilt er als der beschäftigtste Advokat der Stadt; er stirbt 1846 in seiner Geburtsstadt.
31. Oktober 1604
In die Kölner Patrizierfamilie Lyskirchen wird Constantin von Lyskirchen geboren, ihr letzter Bürgermeister. Ab 1640 wählt ihn die Reichsstadt elfmal in ihr höchstes Amt. Bei den Westfälischen Friedensverhandlungen in Münster und Osnabrück vertritt er von 1644 bis 1648 die Stadt Köln, und 1653 entsendet ihn der Rat als Gesandten zum Reichstag nach Regensburg.
1. November 2025
Torsten Burmester tritt sein Amt als Oberbürgermeister von Köln an und zieht als Nachfolger von Henriette Reker ins Historische Rathaus ein. In der Stichwahl Ende September setzt sich der SPD-Politiker mit 53,5 Prozent gegen Berîvan Aymaz durch. Damit übernimmt er die Leitung der Kölner Stadtverwaltung.
2. November 1898
Hans Loch wird in Köln geboren. Er war im Jahre 1945 Mitbegründer der LDPD und von 1950 bis 1960 stellvertretender Vorsitzender des Ministerrates der DDR.
5. November 1603
Der Kölner Bürgermeister Hildebrand Suderman verstirbt in Köln.
6. November 1878
Der Jurist Albert Freiherr von Thimus stirbt in Köln. Der 1806 in Aachen geborene Appellationsgerichtsrat sitzt für die Zentrumspartei im Preußischen Abgeordnetenhaus und im Reichstag. Neben seiner juristischen und politischen Arbeit verfasst er ein zweibändiges Werk über die harmonikale Symbolik des Altertums.
6. November 1932
Die NSDAP erzielt im Wahlkreis Köln-Aachen ein Ergebnis von 17,4 Prozent.
7. November 1812
In Köln wird der Publizist und Kommunist Ferdinand Wolff geboren. Er gehört zur Redaktion der 1848/49 in Köln erscheinenden Neuen Rheinischen Zeitung, die Karl Marx herausgibt, und trägt dort den Beinamen „Roter Wolff". Nach dem Ende der Zeitung geht er ins Exil und stirbt 1905 in London.
10. November 1807
Der Demokrat und Revolutionär Robert Blum wird am Fischmarkt in Köln geboren. Als Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung wurde er 1848 trotz parlamentarischer Immunität in Wien standrechtlich erschossen. Seine letzten Worte: „Ich sterbe für die deutsche Freiheit."
10. November 1918
Unter dem Vorsitz von Konrad Adenauer wird in Köln unter Beteiligung der bürgerlichen und der sozialistischen Parteien ein Wohlfahrtsausschuss gebildet.
13. November 1508
Das Kölner Domkapitel wählt Philipp II. von Daun-Oberstein zum Erzbischof und Kurfürsten von Köln. Weil der Gegenkandidat Erich von Sachsen-Lauenburg zuvor verzichtet hat, fällt die Wahl ohne Gegenstimme aus. Papst Julius II. bestätigt Philipp am 31. Januar 1509. Er leitet das Erzstift bis zu seinem Tod 1515.
13. November 1881
Willi Suth wird in Köln geboren. Er wird am 11. April 1946 der erste Oberstadtdirektor von Köln.
13. November 1976
In der Kölner Sporthalle kritisiert der Liedermacher Wolf Biermann die DDR und wird 3 Tage später von dieser ausgebürgert.
14. November 2006
Der Jurist und SPD-Politiker John van Nes Ziegler, 1921 in Köln geboren, stirbt in Köln-Porz. Von 1973 bis 1980 ist er Oberbürgermeister seiner Heimatstadt. In seine Amtszeit fallen die kommunale Neugliederung von 1975, mit der Köln zur Millionenstadt wird, die Fußgängerzone Hohe Straße und Schildergasse sowie die Neuordnung des Bereichs um Dom, Hauptbahnhof, Philharmonie und Museum Ludwig.
16. November 1976
Drei Tage nach seinem Konzert in der Kölner Sporthalle beschließt das SED-Politbüro die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann aus der DDR. Auf Einladung der IG Metall singt er dort vor rund 7.000 Zuhörern; der Kölner WDR überträgt den Abend live. Die Führung begründet den Schritt mit einer angeblich groben Verletzung staatsbürgerlicher Pflichten und markiert damit eine Zäsur für die DDR-Kulturszene.
18. November 1465
In Köln stirbt Johannes Frunt, der erste Kanzler der Stadt. Nach dem Studium an der Kölner Universität steigt der Jurist 1448 in dieses neu geschaffene Amt auf und lenkt über anderthalb Jahrzehnte die städtische Außenpolitik. Er verkehrt mit dem späteren Papst Pius II. und erwirkt 1463 hansische Handelsprivilegien in England.
19. November 1367
Im Kölner Rathaus, wahrscheinlich im Hansasaal, schließen sich Gesandte zahlreicher Hanse- und niederländischer Städte zur „Kölner Konföderation" zusammen, einem Kriegsbündnis gegen den dänischen König Waldemar IV. Atterdag. Es ist der einzige Hansetag, der je in Köln tagt — pikanterweise tritt die gastgebende Stadt dem Bund selbst nicht bei. Aus dem Bündnis erwächst der Sieg über Dänemark; die Urkunde zählt heute zum UNESCO-Weltdokumentenerbe.
19. November 1968
Die Juristin und SPD-Politikerin Katarina Barley wird in Köln geboren und wächst hier auf. 1987 legt sie am Gymnasium Köln-Rodenkirchen ihr Abitur ab. Von 2017 bis 2018 ist sie Bundesfamilienministerin, danach bis 2019 Bundesjustizministerin. Seit 2019 ist sie Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments.
20. November 1837
Clemens August Droste zu Vischering ist seit 1836 Erzbischof von Köln. An diesem Tag wird er im Erzbischöflichen Palais in Köln verhaftet und in die Festung Minden gebracht, weil er im Streit mit der preußischen Regierung um die Erziehung von Kindern aus konfessionell gemischten Ehen den Amtsverzicht ablehnt. Das Amt behält er bis 1845; im selben Jahr stirbt er in Münster.
20. November 1945
Hermann Pünder wird von der amerikanischen Militärregierung zum Oberbürgermeister ernannt.
24. November 1932
Norbert Burger wird in Köln geboren. Von 1980 bis 1999 ist er Oberbürgermeister der Stadt Köln. Am 21. Oktober 1999 wird ihm die Ehrenbürgerwürde verliehen.
28. November 1988
Mit Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden wird die Städtepartnerschaft zwischen Köln und Indianapolis besiegelt.
29. November 1525
Der Ratsherr und Bürgermeister der Freien Reichsstadt Köln, Philipp von Gail, verstirbt in Köln.
2. Dezember 1854
In einer Kölner Rechtsanwaltsfamilie kommt Karl Trimborn zur Welt, macht 1873 am Apostelgymnasium Abitur und tritt in die Kanzlei seines Vaters am Landgericht ein. 1893 zieht er in die Kölner Stadtverordnetenversammlung ein und wird zur Führungsfigur des rheinischen Zentrums. Im Reichstag setzt er sich für die Sozialpolitik ein; im Oktober 1918 wird er Staatssekretär des Innern.
3. Dezember 1890
Der aus Hünshoven bei Aachen stammende Bankier Ludolf Camphausen zieht 1831 nach Köln und betreibt mit seinem Bruder eines der größten Kölner Bankhäuser. Als Präsident der Kölner Handelskammer treibt er von 1839 bis 1848 die Rheindampfschifffahrt voran. 1848 ist er kurzzeitig preußischer Ministerpräsident. Am 3. Dezember stirbt er in Köln.
4. Dezember 1945
Die britische Militärregierung erlaubt dem Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer sich wieder politisch zu betätigen, nachdem ihm dies zuvor von selbiger Stelle verboten worden war.
5. Dezember 1671
Joseph Clemens von Bayern wird in München geboren und rückt 1688 an die Spitze des Kurfürstentums Köln. Im Domkapitel erhält der Wittelsbacher nur neun Stimmen gegen 13 für Wilhelm Egon von Fürstenberg, den französischen Kandidaten; Papst Innozenz XI. ernennt ihn daraufhin zum Erzbischof. Die Wahl gehört zu den Auslösern des Pfälzischen Erbfolgekriegs. Bis zu seinem Tod 1723 regiert Joseph Clemens Kurköln, im Spanischen Erbfolgekrieg verliert er das Amt zeitweise und lebt über zehn Jahre im französischen Exil.
7. Dezember 1895
Als Tochter des Dermatologen und späteren Universitäts-Rektors Ferdinand Zinsser wird Auguste Zinsser in Köln geboren. 1919 heiratet sie in Köln den damaligen Oberbürgermeister Konrad Adenauer; die Familie lebt in Köln-Lindenthal. Nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 wird sie von der Gestapo verhaftet und im Frauengefängnis Brauweiler inhaftiert. Von den Haftfolgen erholt sie sich nicht und stirbt 1948 in Bonn.
7. Dezember 2002
Die Frauenrechtlerin und Politikerin Barbara von Sell, geboren als Barbara Meller, stirbt in Köln und wird auf dem Melaten-Friedhof bestattet. 1975 wird sie als bundesweit erste Landesfrauenbeauftragte einer deutschen Landesregierung in Nordrhein-Westfalen berufen. Zuvor als Tänzerin und Schauspielerin ausgebildet, engagiert sie sich für Frauen und Migrantinnen und wirkt als Vorsitzende des Kölner Arbeitskreises der Frauenvereinigungen. Seit 2004 trägt das Barbara-von-Sell-Berufskolleg in Köln-Niehl ihren Namen.
8. Dezember 1756
Am 8. Dezember wird Maximilian Franz von Österreich als jüngster Sohn und 16. Kind der Kaiserin Maria Theresia in Wien geboren. Von 1784 bis 1801 amtiert er als Kurfürst und Erzbischof von Köln mit Residenz in Bonn und zugleich als Fürstbischof von Münster. Als aufgeklärter Reformer fördert er das Bildungswesen. Mit der französischen Eroberung des linken Rheinufers 1794 verliert das Kurfürstentum Köln faktisch seine Existenz. Er ist der letzte Kölner Kurfürst-Erzbischof vor der Säkularisation.
9. Dezember 1885
In Köln stirbt Hermann Heinrich Becker, der als „Roter Becker" bekannte Jurist und Demokrat, an Tuberkulose. Seit seiner Wahl zum Oberbürgermeister im Jahr 1875 führt er die Stadt bis zu seinem Tod. Er überführt Gas- und Wasserwerk in städtische Regie und treibt nach dem Abriss der mittelalterlichen Stadtmauer die Stadterweiterung voran.
9. Dezember 1956
Die Juristin Henriette Reker wird in Köln geboren. Von 2015 bis 2025 amtiert sie als Oberbürgermeisterin ihrer Heimatstadt, als erste Frau in diesem Amt. 2015 gewinnt sie die Wahl als parteilose Kandidatin im ersten Wahlgang, 2020 wird sie im Amt bestätigt.
11. Dezember 321
Der römische Kaiser Konstantin erlaubt den Stadträten Kölns, Juden in den Rat zu berufen.
13. Dezember 1886
Am 13. Dezember wird Wilhelm Bitter in Köln geboren und wächst in Deutz und Kalk auf. Ab 1904 ist er stellvertretender Vorsitzender des Windthorst-Bundes, der Kölner Jugendorganisation des Zentrums. Später verlegt er die Recklinghäuser Volkszeitung, wird im Nationalsozialismus mehrfach von der Gestapo verhaftet und aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen. Nach 1945 wird er Bürgermeister von Recklinghausen.
14. Dezember 1837
In Köln wird Peter Joseph Röckerath geboren, katholischer Religionslehrer, Bauunternehmer und Reichstagsabgeordneter der Zentrumspartei. Im Belgischen Viertel und im Agnesviertel errichtet er Wohnhäuser für einfache Bürger und Handwerker. Zum Andenken an seine verstorbene Frau Agnes stiftet er die Kirche St. Agnes, nach dem Dom die größte Kirche Kölns. 1905 stirbt er in seiner Heimatstadt.
15. Dezember 1513
Mit dem Beschluss des Transfixbriefs, der Ergänzungen zum Verbundbrief von 1396 beinhaltet und mit ihm zusammen bis 1797 die Kölner Verfassung bildet, werden die Unverletzlichkeit von Person und Wohnung festgelegt sowie die Rechte der Gaffeln und der Gemeinde gestärkt.
16. Dezember 1508
Heinrich der Jüngere, Graf zu Stolberg, seit 1506 Statthalter Westfrieslands, reist im Herbst schwer krank nach Köln, um dort ärztliche Hilfe zu suchen. Er stirbt in der Stadt. Beigesetzt wird er am 4. Januar 1509 in der Familiengruft zu Stolberg im Harz.
18. Dezember 1856
Der Königlich-Preußische Kammerherr Franz Egon Graf von Fürstenberg-Stammheim wird Ehrenbürger der Stadt Köln.
19. Dezember 1918
In Köln wird das Hauptquartier der britischen Besatzung errichtet.
20. Dezember 1859
Franz Egon Graf von Fürstenberg-Stammheim stirbt in Köln. Der Politiker, Großgrundbesitzer und Kunstmäzen unterstützt den Weiterbau des Kölner Doms und erhält dafür 1856 die erste offizielle Kölner Ehrenbürgerwürde, die der Rat der Stadt beschließt. Auch weitere Kirchenbauten wie die Apollinariskirche bei Remagen fördert er.
20. Dezember 1973
Oberbürgermeister Theo Burauen wird Ehrenbürger der Stadt Köln.
20. Dezember 1988
Papst Johannes Paul II. ernennt den bisherigen Berliner Bischof Joachim Meisner zum Erzbischof von Köln. Die Ernennung beendet einen langwierigen Streit zwischen Rom und dem Kölner Domkapitel um die Bischofswahl, die sogenannten Kölner Wirren. Am 12. Februar 1989 wird Meisner in sein Amt eingeführt; er leitet das Erzbistum bis 2014.
24. Dezember 1880
In Köln geboren, stirbt hier der Bankier Simon Oppenheim, seit 1867 Freiherr von Oppenheim und Teilhaber des Kölner Bankhauses Sal. Oppenheim. 1833 ist er Präsident der Handelskammer zu Köln. Mit seinem Bruder Abraham macht er das Haus zu einem der wichtigsten Industriefinanciers im Rheinland; in den 1840er Jahren setzen sich beide für die Gleichberechtigung der Juden in Preußen ein.
24. Dezember 1959
In der Nacht auf Heiligabend beschmieren zwei Mitglieder der rechtsextremen Deutschen Reichspartei die erst wenige Monate zuvor wiedereröffnete Synagoge an der Roonstraße in der Kölner Neustadt-Süd mit Hakenkreuzen und der Parole „Deutsche fordern: Juden raus“. Die Tat löst eine bundesweite Welle antisemitischer Schmierereien aus; bis Ende Januar werden rund 700 Vorfälle registriert. Bundeskanzler Adenauer verurteilt sie öffentlich, und der Bundestag verschärft 1960 den Straftatbestand der Volksverhetzung.
25. Dezember 1754
Der Jurist Heinrich Gottfried Wilhelm Daniels wird in Köln geboren. Er wirkt als Richter und Professor im Kurfürstentum Köln, wird später Generalprokurator am obersten Gericht in Paris und preußischer Staatsrat. 1819 übernimmt er als erster Präsident den Rheinischen Appellationsgerichtshof in Köln und setzt den Fortbestand des Code civil im Rheinland durch. Er stirbt 1827 in Köln.
30. Dezember 1680
Der von Nikolaus Gülich verklagte und schuldig gesprochene Bürgermeister Johann von Wolffskehl verliert sein Amt und muß aus Köln fliehen.