Ereignisse zum Thema: Recht Justiz
9. Januar 1627
Nach Aufforderung durch Greve und Schöffen verhaftet der Stadtrat Katharina Henot. Ohne Vorermittlungen überstellt man sie dem Hohen Weltlichen Gericht.
10. Januar 1627
Katharina Henot wird unter dem Vorwurf der Hexerei verhaftet.
10. Januar 1946
Mit einer feierlichen Zeremonie im Sitzungssaal des Strafsenats wird das Oberlandesgericht Köln wiedereröffnet.
16. Januar 1630
Christina Plum wird wegen Hexerei verurteilt und hingerichtet.
26. Januar 1398
Der Anführer der patrizischen Partei der Greifen, Hilger Quattermart von der Stesse, der im Kölner Schöffenkrieg gegen die erzbischöflichen Schöffen des Hochgerichts vorging, wird in Köln zum Schafott geführt und enthauptet.
30. Januar 1911
Im Kölner Severinsviertel kommt der Komponist und Musikverleger Gerhard Jussenhoven zur Welt, der zugleich als promovierter Jurist eine Doppelkarriere führt. Mit über tausend Liedern prägt er das kölsche Liedgut wie kaum ein Zweiter; seine Welterfolge „Kornblumenblau" und „Man müßte nochmal zwanzig sein" entstehen neben „Die Hüsjer bunt om Aldermaat" und der Operette „Eau de Cologne". Bis heute gehören seine Melodien zum festen Bestand kölscher Bühnen.
7. Februar 1571
Der Kölner Domherr und Jurist Hartger Henot kommt zur Welt — Sohn des städtischen Postmeisters und Bruder der 1627 als Hexe verbrannten Postmeisterin Katharina Henot. Als Dechant von St. Andreas und Propst von St. Severin protestiert er gegen ihre Hinrichtung und legt seine Ämter nieder. Während der Hexenverfolgung wird er 1629 und 1631 selbst der Zauberei bezichtigt; nur die Intervention des Kurfürsten Ferdinand von Bayern verhindert einen Prozeß.
12. Februar 1845
Ludwig Rennen kommt 1845 als Sohn eines höheren Kölner Stadtbeamten in Köln zur Welt. Er besucht das Gymnasium seiner Vaterstadt und tritt nach dem Studium der Rechts- und Kameralwissenschaften in Bonn und Heidelberg zunächst am Landgericht Köln in den Justizdienst ein. Später wirkt er als Landrat des Kreises Monschau und über viele Jahre als Verwaltungsgerichtsdirektor in Königsberg und Koblenz.
18. Februar 1655
Die letzte Person, die wegen Hexerei hingerichtet wird, ist Entgen Lenart. Sie wird enthauptet und verbrannt. Zum Zeitpunkt ihrer Hinrichtung ist sie 12 Jahre alt.
23. Februar 1686
Nikolaus Gülich wird zum Tod durch das Schwert verurteilt und hingerichtet.
26. Februar 1446
In Köln findet der erste urkundlich belegte Hexenprozeß statt: Angeklagt ist Hadewigh, eine Pelzerin aus Siegburg. Nach dem Schwören der Urfehde kommt sie wieder frei – eine Hinrichtung bleibt aus.
13. März 1628
Agnes Solden wird wegen Hexerei inhaftiert und an das Hohe Weltliche Gericht ausgeliefert.
28. März 1827
In seiner Geburtsstadt Köln stirbt der Jurist Heinrich Gottfried Wilhelm Daniels. Über drei politische Epochen hinweg – Kurköln, französische Zeit und preußische Rheinprovinz – wirkt er als Hochschullehrer, Richter und Verwaltungsmann. Als erster Präsident des Rheinischen Appellationsgerichtshofs setzt er durch, daß im Rheinland das französische Zivilrecht erhalten bleibt – eine Weichenstellung, die bis zur Reichsgründung Bestand hat.
29. März 2009
Vor Journalisten erklärt Oberbürgermeister Fritz Schramma im Kölner Rathaus seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur. Er zieht damit die Konsequenz aus der scharfen Kritik an seinem Krisenmanagement nach dem Einsturz des Historischen Stadtarchivs an der Severinstraße wenige Wochen zuvor. Bei der Wahl im August setzt sich der Sozialdemokrat Jürgen Roters durch und übernimmt im Oktober das Amt.
31. März 1933
Im Justizgebäude am Reichenspergerplatz treibt die SA als Teil einer reichsweiten Kampagne die jüdischen Richter, Staats- und Rechtsanwälte aus ihren Dienstzimmern und unterbricht die laufenden Sitzungen. Die Juristen werden misshandelt, auf einen Wagen der Müllabfuhr verladen und unter Schmährufen langsam durch die Stadt zum Polizeipräsidium in der Krebsgasse gefahren. Der Übergriff markiert den Beginn der Vertreibung der jüdischen Juristen aus dem Kölner Gerichtswesen.
3. April 1528
Adolph Clarenbach wird in Köln verhaftet. Zusammen mit dem "Gotteslästerer" Peter Fliesteden wird er am 28. September 1529 verbrannt.
29. April 1628
Die Hebamme Giertgen Sesenschmidt wird wegen Hexerei auf Melaten hingerichtet. Zuvor war sie mit glühenden Zangen gefoltert worden.
7. Mai 1259
Erzbischof Konrad von Hochstaden verleiht der Stadt das Stapelrecht: Kaufleute dürfen mit ihren Waren nicht mehr an Köln vorbeifahren, sondern müssen am Rheinufer entladen und ihre Güter den Kölner Bürgern eine Zeit lang zum Kauf anbieten — später auf drei Tage festgelegt. Das erzwungene Umladen macht die Rheinmetropole über Jahrhunderte zum Handelsknoten und einer der reichsten Städte des Reichs.
16. Mai 1945
Mit sechs Richtern nimmt das Kölner Amtsgericht seine Tätigkeit wieder auf.
20. Mai 1367
Das adelige Kölner Ratsmitglied Rütger Hirzelin vom Grin, der städtische Gelder unterschlagen hatte, wird hingerichtet.
23. Mai 1629
Die als Hexe angeklagte Christina Plum wird erstmals an das Hohe Weltliche Gericht überstellt.
4. Juni 1969
Das alte Gefängnis Kölns, der "Klingelpütz", wird gesprengt.
11. Juni 1445
Der Kölner Rat beschließt, daß bis auf wenige Ausnahmen alle Ferkel innerhalb der Stadt abzuschaffen sind.
13. Juni 2002
Die SPD-Politiker Karl Wienand und Norbert Rüther und der Müllunternehmer Hellmut Trienekens werden im Zuge des Kölner Müllskandals verhaftet.
18. Juni 1396
Konstantin von Lyskirchen versucht verlorengegangene patrizische Rechte wiederherzustellen, kann sich aber gegen die Handwerker- und Kaufleutezünfte nicht durchsetzen.
21. Juni 1819
Das Oberlandesgericht Köln wird durch König Friedrich Wilhelm III. von Preußen als "Rheinischer Appellationsgerichtshof" gegründet.
28. Juni 1258
Mit dem Großen Schied wird die oberste Gerichtsgewalt dem Erzbischof Konrad von Hochstaden zugesprochen. Gleichzeitig bestätigt der Spruch aber auch der Stadt eine eigene Gerichtsbarkeit mit Richtern und Amtsleuten.
28. Juni 2012
Der Rat der Stadt Köln rehabilitiert einstimmig Katharina Henot und andere Opfer der Hexenprozesse.
2. Juli 1931
Im Kölner Gefängnis Klingelpütz wird der Serienmörder Peter Kürten mit dem Fallbeil hingerichtet.
13. Juli 1797
Vor einer großen Menschenmenge wird der Kirchenräuber Peter Eick hingerichtet. Es ist die letzte Hinrichtung, die auf dem Rabenstein beim Hof Melaten, dem heutigen Melatenfriedhof, stattfindet.
17. Juli 1815
Der Rheinische Appelationsgerichtshof wird in Köln eröffnet.
22. Juli 1968
Sieben Verbrecher brechen aus dem Kölner Gefängnis, dem "Klingelpütz", aus und lösen damit eine der bis dahin größten Fahndungen in der Kriminalgeschichte der Bundesrepublik Deutschland aus.
7. August 1635
Todestag des Verfassers von Schriften und Büchern gegen die Hexenverfolgungen, Friedrich Spee von Langenfeld.
7. August 2008
Der frühere Oberstadtdirektor von Köln, Klaus Heugel, wird im Zusammenhang mit dem Kölner Müll- und Spendenskandal vom Kölner Landgericht wegen Bestechlichkeit zu einer Haftstrafe von einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung verurteilt.
14. August 1629
Kaiser Ferdinand II. ordnet die Einsetzung einer Kommission an, die überprüfen soll, ob das Hohe Weltliche Gericht der Stadt Köln im Zuge der Hexenverfolgungen gegen die Constitutio Criminalis Carolina verstoße.
16. August 1466
Winnemar Gruters von Wachtendonk lehrt als Professor der Rechte an der noch jungen Kölner Universität, deren Rektor er 1435/36 ist. Mehrfach amtiert er als Generalvikar des Erzbischofs, leitet als Kanzler und Offizial die geistliche Verwaltung und sitzt im Domkapitel. In dieser Zeit vertritt er die Universität auf dem Basler Konzil. Er stirbt in Köln und wird im Kreuzgang von St. Aposteln bestattet.
21. August 1946
Der Gauleiter der NSDAP in Köln, Josef Grohé, wird von den Briten verhaftet. Er wird am 18. September 1950 in Bielefeld zu 4½ Jahren Haft verurteilt.
4. September 1662
Mit der Überlieferung der 22-jährigen Anna Toer an das Hohe Weltliche Gericht findet der letzte überlieferte Hexenprozeß in Köln statt. Trotz Selbstbezichtigung wird sie später freigelassen.
6. September 1680
Nikolaus Gülich reicht eine Klageschrift gegen innerstädtische Missstände ein.
25. September 2006
Arbeiter einer Abfallverwertungsanlage entdecken in Plastiksäcken Schnipsel von US-Dollarnoten, die selbst BKA-Experten als erschreckend perfekt einstufen. Die Spur führt zu dem seit 1944 in Köln lebenden Grafiker Hans-Jürgen Kuhl, in der Unterwelt „De Duuv" genannt, der in seiner Werkstatt rund 16,5 Millionen Falschdollar druckt — der drittgrößte Blütenfund weltweit. Das Landgericht Köln verurteilt ihn zu sechs Jahren Haft.
26. September 1639
Gerhard von Mastricht wird in Köln geboren, wohin seine Familie aus Maastricht vor der Verfolgung der Protestanten geflohen ist; der Vater wirkt als Pastor der im katholischen Köln nur heimlich geduldeten reformierten Gemeinde. Der Jurist lehrt fast zwanzig Jahre als Professor in Duisburg und dient ab 1688 bis zu seinem Tod als Syndicus der Hansestadt Bremen. Seine griechische Ausgabe des Neuen Testaments von 1711 gilt als früher Beitrag zur Textkritik.
28. September 1529
Wegen ihres Bekenntnisses zu Luthers Lehren werden Peter Fliesteden und Adolf Clarenbach auf dem Rabenstein beim Hof Melaten, dem heutigen Melatenfriedhof, hingerichtet.
4. Oktober 1852
Beginn des Kölner Kommunistenprozesses.
7. Oktober 1911
Das nach Plänen des Geheimen Oberbaurats Paul Thoemer gebaute Justizgebäude Reichenspergerplatz wird in Köln eingeweiht.
29. Oktober 1770
In Köln kommt der Jurist Michael Venedey zur Welt, einer der „Gründerväter" der Kölner Anwaltschaft und Mitbegründer des Kölner Anwaltsvereins. Als Moderator des Verfassungskreises engagiert er sich während der Franzosenzeit für die cisrheinische Bewegung und demokratische Rechtsgleichheit. Bis Ende der 1820er gilt er als der beschäftigtste Advokat der Stadt; er stirbt 1846 in seiner Geburtsstadt.
3. November 1961
Im Stadtteil Ossendorf wird der Grundstein für die neue Kölner Justizvollzugsanstalt gelegt. Auf rund 25 Hektar – dem Zehnfachen des alten Gefängnisses am Klingelpütz in der Innenstadt – entsteht der Nachfolgebau. In rationeller „Korpusbauweise" mit vorgefertigten Zellen errichtet, wird die Anstalt erst Ende der sechziger Jahre bezogen.
6. November 1826
Das erste Gerichtsgebäude am Appellhofplatz wird eröffnet.
12. November 1526
In Köln kommt Andreas von Gail als Sohn einer Patrizierfamilie zur Welt. Er studiert Rechtswissenschaft an der Kölner Universität sowie in Orléans, Löwen und Bologna, wo er promoviert. Als Assessor am Reichskammergericht und späterer kurkölnischer Kanzler prägt er die Rechtsprechung seiner Zeit. Mit seinen „Observationes practicae" begründet er die Kammergerichts-Jurisprudenz mit und trägt den Beinamen „deutscher Papinian". Er stirbt in seiner Geburtsstadt.
12. November 1852
In Köln endet der sogenannte "Kölner Kommunistenprozess".
14. November 1226
Graf Friedrich von Isenberg wird beim Siechenhaus am Judenbüchel für die Ermordung des Erzbischofs von Köln, Engelbert von Berg, hingerichtet.
18. November 1465
In Köln stirbt Johannes Frunt, der erste Kanzler der Stadt. Nach dem Studium an der Kölner Universität steigt der Jurist 1448 in dieses neu geschaffene Amt auf und lenkt über anderthalb Jahrzehnte die städtische Außenpolitik. Er verkehrt mit dem späteren Papst Pius II. und erwirkt 1463 hansische Handelsprivilegien in England.
21. November 1968
Der erste Präsident des Bundesarbeitsgerichts in Kassel, Carl Nipperdey, verstirbt in Köln.
30. November 1933
Auf ausdrücklichen Befehl Hermann Görings werden im Kölner Klingelpütz 7 Kommunisten mit dem Handbeil hingerichtet.
7. Dezember 1966
Die Justizvollzugsanstalt Köln im Stadtteil Ossendorf feiert ihr Richtfest.
30. Dezember 1680
Der von Nikolaus Gülich verklagte und schuldig gesprochene Bürgermeister Johann von Wolffskehl verliert sein Amt und muß aus Köln fliehen.