Ereignisse zum Thema: Recht und Justiz
8. Januar 1579
Arnold von Siegen gehört zur Kölner Führungsschicht des 16. Jahrhunderts. Er sitzt im Rat der Reichsstadt, wird zwölfmal zum Bürgermeister gewählt und amtiert mehrfach als Rentmeister und kaiserlicher Rat. Um 1564 legt er überraschend alle Ämter nieder und zieht sich ins Privatleben zurück. In Köln, wo er um 1500 geboren wird, stirbt er an diesem Tag.
9. Januar 1627
Nach Aufforderung durch Greve und Schöffen verhaftet der Stadtrat Katharina Henot. Ohne Vorermittlungen überstellt man sie dem Hohen Weltlichen Gericht.
10. Januar 1627
Katharina Henot wird unter dem Vorwurf der Hexerei verhaftet.
10. Januar 1946
Mit einer feierlichen Zeremonie im Sitzungssaal des Strafsenats wird das Oberlandesgericht Köln wiedereröffnet.
15. Januar 1863
In Köln wird der Jurist und Zentrumspolitiker Wilhelm Marx geboren. Er wird zweimal Reichskanzler der Weimarer Republik: 1923/24 und von 1926 bis 1928. Kein anderer amtiert in dieser Zeit länger. Nach seinem Tod 1946 wird er auf dem Kölner Melaten-Friedhof bestattet.
16. Januar 1630
Christina Plum wird wegen Hexerei verurteilt und hingerichtet.
26. Januar 1398
Der Anführer der patrizischen Partei der Greifen, Hilger Quattermart von der Stesse, der im Kölner Schöffenkrieg gegen die erzbischöflichen Schöffen des Hochgerichts vorging, wird in Köln zum Schafott geführt und enthauptet.
30. Januar 1911
Im Kölner Severinsviertel kommt der Komponist und Musikverleger Gerhard Jussenhoven zur Welt, der zugleich als promovierter Jurist eine Doppelkarriere führt. Mit über tausend Liedern prägt er das kölsche Liedgut wie kaum ein Zweiter; seine Welterfolge „Kornblumenblau" und „Man müßte nochmal zwanzig sein" entstehen neben „Die Hüsjer bunt om Aldermaat" und der Operette „Eau de Cologne". Bis heute gehören seine Melodien zum festen Bestand kölscher Bühnen.
4. Februar 1885
Eugen von Kesseler stirbt in Köln. Der am 4. April 1832 in Düsseldorf geborene Jurist wirkt in den 1870er Jahren als Landgerichtsrat in der Stadt und gehört der Zentrumspartei an. Für Kölner Wahlkreise sitzt er im Reichstag und im preußischen Abgeordnetenhaus.
7. Februar 1571
Der Kölner Domherr und Jurist Hartger Henot kommt zur Welt — Sohn des städtischen Postmeisters und Bruder der 1627 als Hexe verbrannten Postmeisterin Katharina Henot. Als Dechant von St. Andreas und Propst von St. Severin protestiert er gegen ihre Hinrichtung und legt seine Ämter nieder. Während der Hexenverfolgung wird er 1629 und 1631 selbst der Zauberei bezichtigt; nur die Intervention des Kurfürsten Ferdinand von Bayern verhindert einen Prozeß.
12. Februar 1845
Ludwig Rennen kommt 1845 als Sohn eines höheren Kölner Stadtbeamten in Köln zur Welt. Er besucht das Gymnasium seiner Vaterstadt und tritt nach dem Studium der Rechts- und Kameralwissenschaften in Bonn und Heidelberg zunächst am Landgericht Köln in den Justizdienst ein. Später wirkt er als Landrat des Kreises Monschau und über viele Jahre als Verwaltungsgerichtsdirektor in Königsberg und Koblenz.
17. Februar 1889
Der Jurist und Politiker Cornelius Balduin Trimborn stirbt in Köln, wo er seit 1851 als Rechtsanwalt am Landgericht arbeitet. Für die Deutsche Zentrumspartei sitzt er im Deutschen Reichstag und im preußischen Abgeordnetenhaus. Er ist der Vater des Zentrumspolitikers Karl Trimborn; die Familiengrabstätte liegt auf dem Melatenfriedhof. Nach ihm ist die Balduinstraße in der Altstadt-Süd benannt.
18. Februar 1655
Die letzte Person, die wegen Hexerei hingerichtet wird, ist Entgen Lenart. Sie wird enthauptet und verbrannt. Zum Zeitpunkt ihrer Hinrichtung ist sie 12 Jahre alt.
19. Februar 1803
Mathias Weber, genannt der Fetzer, Räuberhauptmann der rheinischen Banden zwischen Neuss und Frankfurt, wird auf dem Alter Markt mit der Guillotine hingerichtet. Zwei Tage zuvor hat ihn das französische Kriminalgericht wegen über 180 Einbrüchen und Raubüberfällen sowie zweier Morde zum Tode verurteilt. Mehrere tausend Zuschauer verfolgen die Vollstreckung. Es ist die letzte öffentliche Hinrichtung in Köln.
21. Februar 1728
Johann Heinrich von Mörs, Doktor beider Rechte, stirbt in Köln. Er ist Kanoniker an St. Gereon und St. Cäcilien sowie Domherr. 1720 wird er zum 59. Offizial des Erzbistums Köln berufen, also zum Leiter des erzbischöflichen Gerichts. Zugleich ist er Coadministrator des Erzbischofs Clemens August. Sein Neffe Johann Heinrich Augustin von Mörs folgt ihm als 60. Kölner Offizial nach.
23. Februar 1686
Nikolaus Gülich wird zum Tod durch das Schwert verurteilt und hingerichtet.
26. Februar 1446
In Köln findet der erste urkundlich belegte Hexenprozeß statt: Angeklagt ist Hadewigh, eine Pelzerin aus Siegburg. Nach dem Schwören der Urfehde kommt sie wieder frei – eine Hinrichtung bleibt aus.
10. März 1932
Fritz Stier-Somlo, Staatsrechtler an der Universität zu Köln, stirbt in Köln an den Folgen eines Verkehrsunfalls. Seit 1916 lehrt er an der Handelshochschule Köln und baut die juristische Fakultät der Universität mit auf. 1925/26 amtiert er als Rektor. Auf seinem Kölner Lehrstuhl folgt ihm Carl Schmitt.
13. März 1628
Agnes Solden wird wegen Hexerei inhaftiert und an das Hohe Weltliche Gericht ausgeliefert.
14. März 1875
Adolph Bermbach, Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung 1848/49 und Mitglied des Bundes der Kommunisten, wirkt in Köln als Notar und Stadtverordneter. Als Kontaktmann von Karl Marx hält er die Verbindung nach London und sagt im Kölner Kommunistenprozess für die Verteidigung aus. Am 14. März stirbt er in seinem Wohnhaus Am Römerturm.
26. März 1835
In Köln wird Karl Holthof geboren. Der Jurist arbeitet als Journalist und zieht als nationalliberaler Abgeordneter in der dritten Wahlperiode in den Reichstag ein. Sein politisches und publizistisches Wirken liegt später überwiegend außerhalb der Geburtsstadt. Im November 1884 stirbt er in Frankfurt am Main.
28. März 1827
In seiner Geburtsstadt Köln stirbt der Jurist Heinrich Gottfried Wilhelm Daniels. Über drei politische Epochen hinweg – Kurköln, französische Zeit und preußische Rheinprovinz – wirkt er als Hochschullehrer, Richter und Verwaltungsmann. Als erster Präsident des Rheinischen Appellationsgerichtshofs setzt er durch, daß im Rheinland das französische Zivilrecht erhalten bleibt – eine Weichenstellung, die bis zur Reichsgründung Bestand hat.
29. März 2009
Vor Journalisten erklärt Oberbürgermeister Fritz Schramma im Kölner Rathaus seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur. Er zieht damit die Konsequenz aus der scharfen Kritik an seinem Krisenmanagement nach dem Einsturz des Historischen Stadtarchivs an der Severinstraße wenige Wochen zuvor. Bei der Wahl im August setzt sich der Sozialdemokrat Jürgen Roters durch und übernimmt im Oktober das Amt.
31. März 1933
Im Justizgebäude am Reichenspergerplatz treibt die SA als Teil einer reichsweiten Kampagne die jüdischen Richter, Staats- und Rechtsanwälte aus ihren Dienstzimmern und unterbricht die laufenden Sitzungen. Die Juristen werden misshandelt, auf einen Wagen der Müllabfuhr verladen und unter Schmährufen langsam durch die Stadt zum Polizeipräsidium in der Krebsgasse gefahren. Der Übergriff markiert den Beginn der Vertreibung der jüdischen Juristen aus dem Kölner Gerichtswesen.
31. März 1958
In Köln wird Heribert Hirte geboren, Rechtswissenschaftler mit Schwerpunkt im Handels-, Gesellschafts- und Insolvenzrecht. Er studiert Jura an der Universität zu Köln und promoviert dort 1985. Ab 2000 leitet er als geschäftsführender Direktor das Seminar für Handels-, Schifffahrts- und Wirtschaftsrecht an der Universität Hamburg. Von 2013 bis 2021 gehört er dem Deutschen Bundestag an.
3. April 1528
Adolph Clarenbach wird in Köln verhaftet. Zusammen mit dem "Gotteslästerer" Peter Fliesteden wird er am 28. September 1529 verbrannt.
29. April 1628
Die Hebamme Giertgen Sesenschmidt wird wegen Hexerei auf Melaten hingerichtet. Zuvor war sie mit glühenden Zangen gefoltert worden.
7. Mai 1259
Erzbischof Konrad von Hochstaden verleiht der Stadt das Stapelrecht: Kaufleute dürfen mit ihren Waren nicht mehr an Köln vorbeifahren, sondern müssen am Rheinufer entladen und ihre Güter den Kölner Bürgern eine Zeit lang zum Kauf anbieten — später auf drei Tage festgelegt. Das erzwungene Umladen macht die Rheinmetropole über Jahrhunderte zum Handelsknoten und einer der reichsten Städte des Reichs.
14. Mai 1937
In Köln wird Heribert Hellenbroich geboren, der spätere Jurist und Nachrichtendienstler. Er besucht das Kölner Friedrich-Wilhelm-Gymnasium und studiert in Köln Rechtswissenschaft. Von 1983 bis 1985 leitet er das Bundesamt für Verfassungsschutz, im August 1985 rund einen Monat lang den Bundesnachrichtendienst, bevor ihn die Tiedge-Affäre das Amt kostet. Er stirbt 2014 in Köln-Roggendorf/Thenhoven.
16. Mai 1945
Mit sechs Richtern nimmt das Kölner Amtsgericht seine Tätigkeit wieder auf.
20. Mai 1367
Das adelige Kölner Ratsmitglied Rütger Hirzelin vom Grin, der städtische Gelder unterschlagen hatte, wird hingerichtet.
23. Mai 1629
Die als Hexe angeklagte Christina Plum wird erstmals an das Hohe Weltliche Gericht überstellt.
31. Mai 1905
Der Verfassungsjurist und CDU-Politiker Adolf Süsterhenn wird in Köln geboren. Er studiert und promoviert (1928) in seiner Vaterstadt, arbeitet dort als Richter und lässt sich 1932 als Rechtsanwalt nieder. Als Mitglied des Parlamentarischen Rates wirkt er 1948/49 am Grundgesetz mit; später ist er Justiz- und Kultusminister von Rheinland-Pfalz und von 1961 bis 1969 Bundestagsabgeordneter.
2. Juni 1678
Der Kölner Jurist und theologische Schriftsteller Adam Widenfeldt stirbt im Alter von 60 Jahren in Köln. Seine 1673 in Gent erschienene Schrift „Monita salutaria Beatae Mariae Virginis ad cultores suos indiscretos“ wendet sich gegen das Übermaß in der Marienverehrung; er schreibt sie im Einverständnis mit dem Kölner Weihbischof Peter von Walenburg. 1674 folgen Nachdrucke in Köln und Lüttich, im selben Jahr setzt Rom das Buch auf den Index.
4. Juni 1969
Das alte Gefängnis Kölns, der "Klingelpütz", wird gesprengt.
11. Juni 1445
Der Kölner Rat beschließt, daß bis auf wenige Ausnahmen alle Ferkel innerhalb der Stadt abzuschaffen sind.
13. Juni 2002
Die SPD-Politiker Karl Wienand und Norbert Rüther und der Müllunternehmer Hellmut Trienekens werden im Zuge des Kölner Müllskandals verhaftet.
18. Juni 1396
Konstantin von Lyskirchen versucht verlorengegangene patrizische Rechte wiederherzustellen, kann sich aber gegen die Handwerker- und Kaufleutezünfte nicht durchsetzen.
20. Juni 1934
In Köln wird der Jurist Wilhelm Kewenig geboren. 1962 wird er in Köln zum Dr. jur. promoviert. Von 1971 bis 1981 lehrt er als Professor für Völker- und Staatsrecht in Kiel, wo er 1974/75 das Rektorat übernimmt. Von 1981 bis 1989 gehört er dem Berliner Senat an, zunächst für Wissenschaft, ab 1986 für Inneres.
21. Juni 1819
Das Oberlandesgericht Köln wird durch König Friedrich Wilhelm III. von Preußen als "Rheinischer Appellationsgerichtshof" gegründet.
28. Juni 1258
Mit dem Großen Schied wird die oberste Gerichtsgewalt dem Erzbischof Konrad von Hochstaden zugesprochen. Gleichzeitig bestätigt der Spruch aber auch der Stadt eine eigene Gerichtsbarkeit mit Richtern und Amtsleuten.
28. Juni 2012
Der Rat der Stadt Köln rehabilitiert einstimmig Katharina Henot und andere Opfer der Hexenprozesse.
30. Juni 1888
Rudolf Amelunxen wird in Köln geboren. Der Jurist wird 1926 mit 38 Jahren jüngster preußischer Regierungspräsident. Nach dem Preußenschlag 1932 wird er aus dem Amt in Münster entfernt und bleibt bis 1945 vom öffentlichen Dienst ausgeschlossen. 1946 wird er erster Ministerpräsident des neu gebildeten Landes Nordrhein-Westfalen, später Sozial- und Justizminister in Düsseldorf.
2. Juli 1931
Im Kölner Gefängnis Klingelpütz wird der Serienmörder Peter Kürten mit dem Fallbeil hingerichtet.
4. Juli 1998
Der Rechtswissenschaftler Alexander Lüderitz stirbt in Köln, wo er über Jahrzehnte Bürgerliches Recht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung an der Universität lehrt. 1971 wird er neben Gerhard Kegel Direktor des Kölner Instituts für internationales und ausländisches Privatrecht, dessen alleinige Leitung er 1978 übernimmt. Nach ihm sind eine Stiftung und ein Preis benannt; bestattet ist er auf dem Melaten-Friedhof.
13. Juli 1797
Vor einer großen Menschenmenge wird der Kirchenräuber Peter Eick hingerichtet. Es ist die letzte Hinrichtung, die auf dem Rabenstein beim Hof Melaten, dem heutigen Melatenfriedhof, stattfindet.
17. Juli 1815
Der Rheinische Appelationsgerichtshof wird in Köln eröffnet.
19. Juli 1872
Karl Menser wird in Köln geboren und besucht das Gymnasium Kreuzgasse. Als Bildhauer und akademischer Zeichenlehrer an der Universität Bonn schafft er für das Kölner Justizgebäude am Reichenspergerplatz zwischen 1907 und 1911 die Bauplastik, darunter ein Justitia-Relief. Er stirbt 1929.
22. Juli 1968
Sieben Verbrecher brechen aus dem Kölner Gefängnis, dem "Klingelpütz", aus und lösen damit eine der bis dahin größten Fahndungen in der Kriminalgeschichte der Bundesrepublik Deutschland aus.
7. August 1635
Todestag des Verfassers von Schriften und Büchern gegen die Hexenverfolgungen, Friedrich Spee von Langenfeld.
7. August 1983
Der Rechtsanwalt Robert Servatius stirbt in Köln. Dort wird er 1894 geboren, legt am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium das Abitur ab und lässt sich 1925 nach seiner Bonner Promotion nieder. Von 1945 bis 1947 verteidigt er Angeklagte in mehreren Nürnberger Prozessen. 1960 und 1961 vertritt er Adolf Eichmann als Pflichtverteidiger vor dem Jerusalemer Bezirksgericht.
7. August 2008
Der frühere Oberstadtdirektor von Köln, Klaus Heugel, wird im Zusammenhang mit dem Kölner Müll- und Spendenskandal vom Kölner Landgericht wegen Bestechlichkeit zu einer Haftstrafe von einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung verurteilt.
13. August 1789
Johann Arnold von Schönheim, seit 1743 Domherr am Kölner Dom, stirbt in Köln. Geboren wird er 1715 in Bonn; von 1733 bis 1737 studiert er in Rom am Collegium Germanicum. 1753 ernennt ihn Kurfürst Clemens August zum Offizial des Erzbistums Köln und zum Präsidenten des geistlichen Hofgerichts; von diesem Amt tritt er 1787 zurück.
14. August 1629
Kaiser Ferdinand II. ordnet die Einsetzung einer Kommission an, die überprüfen soll, ob das Hohe Weltliche Gericht der Stadt Köln im Zuge der Hexenverfolgungen gegen die Constitutio Criminalis Carolina verstoße.
16. August 1466
Winnemar Gruters von Wachtendonk lehrt als Professor der Rechte an der noch jungen Kölner Universität, deren Rektor er 1435/36 ist. Mehrfach amtiert er als Generalvikar des Erzbischofs, leitet als Kanzler und Offizial die geistliche Verwaltung und sitzt im Domkapitel. In dieser Zeit vertritt er die Universität auf dem Basler Konzil. Er stirbt in Köln und wird im Kreuzgang von St. Aposteln bestattet.
21. August 1946
Der Gauleiter der NSDAP in Köln, Josef Grohé, wird von den Briten verhaftet. Er wird am 18. September 1950 in Bielefeld zu 4½ Jahren Haft verurteilt.
22. August 1809
Johann Maria Farina wird am 22. August in Köln geboren und führt das Kölnisch-Wasser-Haus „Johann Maria Farina gegenüber dem Jülichs-Platz". Über Jahrzehnte setzt er sich für einen gesetzlichen Markenschutz ein: 1836 richtet er die erste Eingabe an die preußische Ministerialbürokratie, 1875 meldet sein Haus als erstes Kölner Unternehmen seine Etiketten als Warenzeichen an. Er stirbt am 11. Oktober 1880 in Köln.
4. September 1662
Mit der Überlieferung der 22-jährigen Anna Toer an das Hohe Weltliche Gericht findet der letzte überlieferte Hexenprozeß in Köln statt. Trotz Selbstbezichtigung wird sie später freigelassen.
6. September 1680
Nikolaus Gülich reicht eine Klageschrift gegen innerstädtische Missstände ein.
25. September 2006
Arbeiter einer Abfallverwertungsanlage entdecken in Plastiksäcken Schnipsel von US-Dollarnoten, die selbst BKA-Experten als erschreckend perfekt einstufen. Die Spur führt zu dem seit 1944 in Köln lebenden Grafiker Hans-Jürgen Kuhl, in der Unterwelt „De Duuv" genannt, der in seiner Werkstatt rund 16,5 Millionen Falschdollar druckt — der drittgrößte Blütenfund weltweit. Das Landgericht Köln verurteilt ihn zu sechs Jahren Haft.
26. September 1639
Gerhard von Mastricht wird in Köln geboren, wohin seine Familie aus Maastricht vor der Verfolgung der Protestanten geflohen ist; der Vater wirkt als Pastor der im katholischen Köln nur heimlich geduldeten reformierten Gemeinde. Der Jurist lehrt fast zwanzig Jahre als Professor in Duisburg und dient ab 1688 bis zu seinem Tod als Syndicus der Hansestadt Bremen. Seine griechische Ausgabe des Neuen Testaments von 1711 gilt als früher Beitrag zur Textkritik.
28. September 1529
Wegen ihres Bekenntnisses zu Luthers Lehren werden Peter Fliesteden und Adolf Clarenbach auf dem Rabenstein beim Hof Melaten, dem heutigen Melatenfriedhof, hingerichtet.
29. September 1892
Rudolf Callmann wird in Köln geboren. Als Jurist spezialisiert er sich auf Wettbewerbs- und Markenrecht und führt die Kölner Kanzlei seines Vaters. 1936 emigriert er als jüdischer Anwalt in die USA. Ab 1959 lehrt er als Honorarprofessor an der Universität zu Köln.
4. Oktober 1852
Beginn des Kölner Kommunistenprozesses.
7. Oktober 1911
Das nach Plänen des Geheimen Oberbaurats Paul Thoemer gebaute Justizgebäude Reichenspergerplatz wird in Köln eingeweiht.
29. Oktober 1770
In Köln kommt der Jurist Michael Venedey zur Welt, einer der „Gründerväter" der Kölner Anwaltschaft und Mitbegründer des Kölner Anwaltsvereins. Als Moderator des Verfassungskreises engagiert er sich während der Franzosenzeit für die cisrheinische Bewegung und demokratische Rechtsgleichheit. Bis Ende der 1820er gilt er als der beschäftigtste Advokat der Stadt; er stirbt 1846 in seiner Geburtsstadt.
3. November 1961
Im Stadtteil Ossendorf wird der Grundstein für die neue Kölner Justizvollzugsanstalt gelegt. Auf rund 25 Hektar – dem Zehnfachen des alten Gefängnisses am Klingelpütz in der Innenstadt – entsteht der Nachfolgebau. In rationeller „Korpusbauweise" mit vorgefertigten Zellen errichtet, wird die Anstalt erst Ende der sechziger Jahre bezogen.
6. November 1826
Das erste Gerichtsgebäude am Appellhofplatz wird eröffnet.
6. November 1878
Der Jurist Albert Freiherr von Thimus stirbt in Köln. Der 1806 in Aachen geborene Appellationsgerichtsrat sitzt für die Zentrumspartei im Preußischen Abgeordnetenhaus und im Reichstag. Neben seiner juristischen und politischen Arbeit verfasst er ein zweibändiges Werk über die harmonikale Symbolik des Altertums.
12. November 1526
In Köln kommt Andreas von Gail als Sohn einer Patrizierfamilie zur Welt. Er studiert Rechtswissenschaft an der Kölner Universität sowie in Orléans, Löwen und Bologna, wo er promoviert. Als Assessor am Reichskammergericht und späterer kurkölnischer Kanzler prägt er die Rechtsprechung seiner Zeit. Mit seinen „Observationes practicae" begründet er die Kammergerichts-Jurisprudenz mit und trägt den Beinamen „deutscher Papinian". Er stirbt in seiner Geburtsstadt.
12. November 1852
In Köln endet der sogenannte "Kölner Kommunistenprozess".
14. November 1226
Graf Friedrich von Isenberg wird beim Siechenhaus am Judenbüchel für die Ermordung des Erzbischofs von Köln, Engelbert von Berg, hingerichtet.
18. November 1465
In Köln stirbt Johannes Frunt, der erste Kanzler der Stadt. Nach dem Studium an der Kölner Universität steigt der Jurist 1448 in dieses neu geschaffene Amt auf und lenkt über anderthalb Jahrzehnte die städtische Außenpolitik. Er verkehrt mit dem späteren Papst Pius II. und erwirkt 1463 hansische Handelsprivilegien in England.
19. November 1968
Die Juristin und SPD-Politikerin Katarina Barley wird in Köln geboren und wächst hier auf. 1987 legt sie am Gymnasium Köln-Rodenkirchen ihr Abitur ab. Von 2017 bis 2018 ist sie Bundesfamilienministerin, danach bis 2019 Bundesjustizministerin. Seit 2019 ist sie Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments.
21. November 1968
Der erste Präsident des Bundesarbeitsgerichts in Kassel, Carl Nipperdey, verstirbt in Köln.
30. November 1933
Auf ausdrücklichen Befehl Hermann Görings werden im Kölner Klingelpütz 7 Kommunisten mit dem Handbeil hingerichtet.
7. Dezember 1966
Die Justizvollzugsanstalt Köln im Stadtteil Ossendorf feiert ihr Richtfest.
9. Dezember 1903
In Köln wird die Juristin Lilo Gloeden geboren, die 1928 an der Universität Köln promoviert. Im Widerstand gegen den Nationalsozialismus unterstützt sie verfolgte Juden und nimmt nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 den gesuchten General Fritz Lindemann in ihrer Wohnung auf. Nach einem Verrat wird sie zum Tode verurteilt und am 30. November 1944 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee hingerichtet.
11. Dezember 1587
Andreas von Gail, in Köln geborener Staatsmann und Rechtsgelehrter, stirbt in seinem Haus auf der Herzogstraße an einem Schlaganfall. Er studiert an der Kölner Universität und ist als Advokat in Köln tätig, wirkt später als Assessor am Reichskammergericht in Speyer und als Reichshofrat in Wien. Sein Hauptwerk 'Practicarum observationum libri duo' erscheint 1578. Bestattet wird er in der Kölner Kirche St. Brigida.
24. Dezember 1959
In der Nacht auf Heiligabend beschmieren zwei Mitglieder der rechtsextremen Deutschen Reichspartei die erst wenige Monate zuvor wiedereröffnete Synagoge an der Roonstraße in der Kölner Neustadt-Süd mit Hakenkreuzen und der Parole „Deutsche fordern: Juden raus“. Die Tat löst eine bundesweite Welle antisemitischer Schmierereien aus; bis Ende Januar werden rund 700 Vorfälle registriert. Bundeskanzler Adenauer verurteilt sie öffentlich, und der Bundestag verschärft 1960 den Straftatbestand der Volksverhetzung.
25. Dezember 1754
Der Jurist Heinrich Gottfried Wilhelm Daniels wird in Köln geboren. Er wirkt als Richter und Professor im Kurfürstentum Köln, wird später Generalprokurator am obersten Gericht in Paris und preußischer Staatsrat. 1819 übernimmt er als erster Präsident den Rheinischen Appellationsgerichtshof in Köln und setzt den Fortbestand des Code civil im Rheinland durch. Er stirbt 1827 in Köln.
26. Dezember 1898
Ernst Fraenkel wird in Köln geboren. Der Jurist und Politikwissenschaftler jüdischer Herkunft arbeitet in der Weimarer Republik als sozialistischer Anwalt und emigriert 1938 in die USA. Sein Werk Der Doppelstaat, 1941 zuerst auf Englisch erschienen, analysiert die nationalsozialistische Herrschaft als Nebeneinander von Normen- und Maßnahmenstaat. Fraenkel zählt zu den Begründern der modernen Politikwissenschaft in der Bundesrepublik.
30. Dezember 1680
Der von Nikolaus Gülich verklagte und schuldig gesprochene Bürgermeister Johann von Wolffskehl verliert sein Amt und muß aus Köln fliehen.