Ereignisse zum Thema: Stadtentwicklung

5. Januar 1876

Konrad Adenauer wird am 5. Januar in Köln geboren. Von 1917 bis 1933 ist er Oberbürgermeister der Stadt. 1919 betreibt er die Wiedererrichtung der Universität Köln und lässt den äußeren Grüngürtel anlegen. 1933 setzen ihn die Nationalsozialisten ab; nach dem Krieg wird er erster Bundeskanzler der Bundesrepublik.

27. Januar 1877

In Köln stirbt der Buchhändler, Verleger und Heimatforscher Franz Anton Kreuter, der 1810 in der Stadt geboren wird. Er fertigt über hundert Karten der Straßen, Häuser und Pfarrbezirke Kölns an, die heute als Topographische Sammlung im Historischen Archiv der Stadt liegen. Auf seine Initiative geht der Ausbau der Ehrenstraße und damit die Gründung Ehrenfelds zurück.

10. Februar 1823

Unter dem Motto „Thronbesteigung des Helden Carneval" zieht der erste organisierte Kölner Rosenmontagszug in fünfzehn Gruppen rund um den Neumarkt. Ausgerichtet von der frisch gegründeten Grossen Karnevalsgesellschaft unter Präsident Heinrich von Wittgenstein, gibt der Umzug dem Brauchtum erstmals feste Form. Den „Held Carneval", Vorläufer des heutigen Prinzen, verkörpert der Kaufmann Emanuel Zanoli — Geburtsstunde des organisierten Kölner Karnevals.

19. Februar 2019

Der Soziologe Jürgen Friedrichs stirbt in Köln. Er hat seit 1991 den Lehrstuhl für Soziologie an der Universität Köln inne und leitet dort bis 2007 das Institut für vergleichende Städteforschung, danach die Angewandte Sozialforschung. Sein Schwerpunkt liegt in der Stadtsoziologie. Über viele Jahre gibt er die Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie heraus.

23. Februar 1966

Die Schildergasse wird in eine Fußgängerzone umgewandelt.

15. März 1823

Johann Jakob von Wittgenstein stirbt in Köln, wo er 1754 im Wittgenstein'schen Hof in der Trankgasse zur Welt kommt. Der Jurist, Kaufmann und Bankier steht der Stadt zuerst als Bürgermeister der Freien Reichsstadt vor, ab 1803 als Maire unter französischer Herrschaft; im Mai 1815 scheidet er aus dem Amt. In seine Amtszeit fällt die Anlage des Friedhofs Melaten vor der Stadt.

11. April 1925

Peter Neufert wird am 11. April in Freyburg an der Unstrut geboren, als Sohn von Ernst Neufert, dem Verfasser der Bauentwurfslehre. 1950 zieht er nach Köln und gründet dort 1953 mit seinem Vater das Büro Neufert + Neufert, das er ab 1955 allein als „Atelier Neufert Köln“ führt. In Köln entstehen unter anderem das Wohnhaus X 1 in Köln-Hahnwald und das Textilhaus Wormland auf der Hohe Straße. Er stirbt am 27. Dezember 1999 in Köln.

22. April 1882

Am Hohenzollernring 58 in der Neustadt-Nord wird der Grundstein für das Wohnhaus des Steuerinspektors Wilhelm Willmeroth gelegt — das erste Haus der jungen Kölner Neustadt, die nach dem Abriss der mittelalterlichen Stadtmauer ab 1881 auf dem geräumten Festungsgürtel entsteht. Die Architekten De Voss & Müller errichten ein herrschaftliches Mietshaus im Stil der italienischen Renaissance. Erhalten ist es nicht; heute steht hier ein Drogeriemarkt.

28. April 1901

Der Fotograf Werner Mantz wird in Köln geboren. 1921 richtet er sein erstes Atelier in der elterlichen Wohnung ein, ab 1926 arbeitet er als Hausfotograf des Architekten Wilhelm Riphahn und fotografiert die Bauten des Neuen Bauens in Köln. 1932 eröffnet er ein zweites Atelier in Maastricht. 1938 verlässt er Köln und lebt fortan in den Niederlanden, wo er 1983 stirbt.

25. Mai 1882

Der Ringabschnitt vom Hahnentor bis zum damaligen Weyertor wird Hohenstaufenring benannt.

28. Mai 2024

Im Foyer des Wallraf-Richartz-Museums feiert die Stadt Köln den symbolischen ersten Spatenstich für den Erweiterungsbau der ältesten Kölner Gemäldegalerie. Der Neubau nach Entwurf des Basler Büros Christ & Gantenbein bietet rund 1.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche und verbindet sich unterirdisch mit dem Bestandsgebäude in der Altstadt. Er soll die Sammlung der Fondation Corboud aufnehmen; die Fertigstellung ist für Ende 2027 geplant.

2. Juli 1823

Julius Carl Raschdorff wird im oberschlesischen Pleß geboren und kommt 1854 als Stadtbaumeister nach Köln; ab 1864 ist er erster Stadtbaumeister. Er stellt mittelalterliche Kirchen wie St. Gereon, St. Andreas und St. Maria Lyskirchen wieder her und baut den Gürzenich nach einem Vorentwurf Ernst Friedrich Zwirners um. Auch am Rathaus, am Apostelgymnasium und am Stadttheater in der Glockengasse arbeitet er.

7. Juli 1903

Der Architektur- und Landschaftsfotograf Johann Heinrich Schönscheidt stirbt in Köln. Seit 1869 betreibt er ein Atelier an der Ursulagartenstraße und setzt dort die von Johann Franz Michiels begonnene fotografische Dokumentation des Kölner Dombaus fort. 1881 wird er zum Königlichen Hoffotografen ernannt, 1886 lichtet er im Auftrag des städtischen Bauamts den Bau der Kölner Ringe ab.

9. Juli 1962

In Köln beginnen die Bauarbeiten an einer neuen Rheinbrücke im Norden, die zunächst „Nord-Brücke“ heißt und das linksrheinische Ufer bei Riehl mit dem rechtsrheinischen Autobahnnetz verbindet. Den Namen Zoobrücke erhält der 597 Meter lange Bau nach einem Entwurf von Gerd Lohmer erst 1963 durch ein Leserpreisausschreiben einer Kölner Zeitung. Für den Verkehr wird die Brücke im November 1966 freigegeben.

4. August 1901

Nach einem Kuraufenthalt in Bad Kissingen stirbt in Würzburg der Architekt Hermann Otto Pflaume, der Köln über vier Jahrzehnte prägt. Er entwirft Kölns ersten Centralbahnhof (eröffnet 1859) und das Bankpalais Unter Sachsenhausen 4, vor allem aber gibt er ganzen Straßenzügen wie dem Kaiser-Wilhelm-Ring und der Gereonstraße ihr Gepräge. Als treibende Kraft hinter dem Kunstgewerbemuseum hinterlässt er zudem ein kulturelles Vermächtnis.

8. August 2011

Zweieinhalb Jahre nach dem Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln am 3. März 2009 erklärt der Kölner Hauptausschuss die Bergung des Archivguts für beendet. An der Unglücksstelle an der Severinstraße sind keine relevanten Funde mehr zu erwarten. Rund 95 Prozent des Archivguts sind geborgen, etwa 30 Regalkilometer. Nach Angaben der Archivleiterin Bettina Schmidt-Czaia sind davon 35 Prozent schwerstbeschädigt, 50 Prozent schwer bis mittelschwer und nur 15 Prozent leicht beschädigt.

1. September 2009

Am Appellhofplatz in der Kölner Altstadt-Nord wird das Denkmal für die Opfer der NS-Militärjustiz eingeweiht, genau am 70. Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen. Der Schweizer Gestalter Ruedi Baur entwirft den Bau als „Pergola der Deserteure", der an Wehrmachtsdeserteure und Kriegsgegner erinnert; Köln vergibt dafür als erste Stadt einen internationalen Wettbewerb.

8. September 1951

Die wiederaufgebaute Mülheimer Hängebrücke über den Rhein zwischen Köln-Riehl und Köln-Mülheim wird eingeweiht. Im März 1945 war sie gesprengt worden; der Wiederaufbau als echte Hängebrücke beginnt am 13. Oktober 1949 nach einem Entwurf des Kölner Architekten Wilhelm Riphahn, technisch beraten von Fritz Leonhardt. Zur Einweihung ist Bundeskanzler Konrad Adenauer zugegen, der die Brücke 1929 als Oberbürgermeister eröffnet hatte.

9. September 1825

König Friedrich Wilhelm III. tauft die fünf neuen Forts des inneren Festungsringes.

10. September 1956

Willi Suth, geboren in Köln und seit 1915 in der Kölner Stadtverwaltung tätig, stirbt an diesem Tag. Ab 1920 ist er Beigeordneter neben Oberbürgermeister Konrad Adenauer, seinem Schwager; 1933 wird er amtsenthoben und in den Ruhestand versetzt. Nach 1945 leitet er den Wiederaufbau der Stadtverwaltung und wird 1946 zum ersten Oberstadtdirektor der Stadt Köln ernannt, ein Amt, das er bis 1953 innehat.

21. September 1910

In Köln wird Max Adenauer geboren, Jurist und Kommunalpolitiker der CDU und zweiter Sohn Konrad Adenauers. Von 1953 bis 1965 ist er Oberstadtdirektor der Stadt. In seine Amtszeit fallen der Wiederaufbau der Altstadt, der Ausbau des Flughafens Köln/Bonn und die Erweiterung der Universität zu Köln. Er stirbt in Köln.

2. Oktober 1930

In Köln-Niehl legen Henry Ford und Oberbürgermeister Konrad Adenauer gemeinsam den Grundstein für das Ford-Werk am Rheinufer. Adenauer setzt den Standort gegen Konkurrenten wie Frankfurt, Magdeburg und Neuss durch und überzeugt Ford von den Vorzügen des Rheins. Am 4. Mai 1931 läuft mit einem Lastwagen des Typs Ford Modell AA das erste in Köln gebaute Fahrzeug vom Band.

3. Oktober 1794

Der Kölner Stadtrat beschließt, die Häuser der Stadt zu nummerieren. In dieser Zeit wird auch die bis heute international bekannte Nummer 4711 vergeben.

30. Oktober 1900

Das preußische Innenministerium ordnet die Schreibweise "Cöln" an.

14. November 2006

Der Jurist und SPD-Politiker John van Nes Ziegler, 1921 in Köln geboren, stirbt in Köln-Porz. Von 1973 bis 1980 ist er Oberbürgermeister seiner Heimatstadt. In seine Amtszeit fallen die kommunale Neugliederung von 1975, mit der Köln zur Millionenstadt wird, die Fußgängerzone Hohe Straße und Schildergasse sowie die Neuordnung des Bereichs um Dom, Hauptbahnhof, Philharmonie und Museum Ludwig.

16. November 1822

Zwischen der Markmannsgasse in der Altstadt und Deutz wird die erste Deutzer Schiffbrücke eingeweiht: rund 400 Meter lang, auf 42 hölzernen Nachen schwimmend und feierlich mit militärischen Ehren eröffnet. Sie ersetzt die seit 1674 verkehrende Gierponte-Fähre und verbindet erstmals seit fast 900 Jahren beide Rheinufer fest. Dreimal täglich schwimmt das Mittelstück aus, um Schiffe passieren zu lassen — später bis zu dreißigmal am Tag.

26. November 1930

Der 1875 in Aachen geborene Architekt Jacob Koerfer stirbt am 26. November in Köln. Nach seinem Entwurf entsteht 1924/25 das Hansahochhaus am Hansaring, das erste Hochhaus der Stadt und mit rund 65 Metern zeitweise das höchste profane Gebäude Europas. Von ihm stammen in Köln auch das Capitol-Kino und der Schwerthof am Neumarkt.

8. Dezember 2022

Der Architekt Joachim Schürmann stirbt 96-jährig in Köln, wo er seit 1956 sein Büro führt. Der 1926 in Viersen Geborene plant den Wiederaufbau des Viertels rund um Groß St. Martin in der Altstadt und steuert der Kirche Altar und Leuchtenrad bei.

9. Dezember 1885

In Köln stirbt Hermann Heinrich Becker, der als „Roter Becker" bekannte Jurist und Demokrat, an Tuberkulose. Seit seiner Wahl zum Oberbürgermeister im Jahr 1875 führt er die Stadt bis zu seinem Tod. Er überführt Gas- und Wasserwerk in städtische Regie und treibt nach dem Abriss der mittelalterlichen Stadtmauer die Stadterweiterung voran.

9. Dezember 1954

Im Beisein von Bundeskanzler Adenauer wird die wiederaufgebaute Rheinbrücke Köln-Rodenkirchen dem Verkehr übergeben. Kurz vor Kriegsende, am 28. Januar 1945, war die Vorgängerbrücke eingestürzt. Der Neubau nach Entwurf von Hellmut Homberg nutzt die erhaltenen Pylone der 1941 eröffneten Konstruktion. Die rund 567 Meter lange Hängebrücke führt über den Rhein und ist heute Teil der A4.

14. Dezember 1837

In Köln wird Peter Joseph Röckerath geboren, katholischer Religionslehrer, Bauunternehmer und Reichstagsabgeordneter der Zentrumspartei. Im Belgischen Viertel und im Agnesviertel errichtet er Wohnhäuser für einfache Bürger und Handwerker. Zum Andenken an seine verstorbene Frau Agnes stiftet er die Kirche St. Agnes, nach dem Dom die größte Kirche Kölns. 1905 stirbt er in seiner Heimatstadt.

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