Ereignisse zum Thema: Vereine Soziales
19. Februar 1890
Sibille Hartmann wird in der Kölner Poststraße 6 geboren. Die gelernte Schirmnäherin zieht 1919 als erste Frau der Zentrumspartei in den Kölner Stadtrat ein und sitzt zugleich im Provinziallandtag der Rheinprovinz. Auf ihre Initiative geht die Gründung der Kölner Kinderhäuser zurück; das erste Haus entsteht 1957 in Köln-Mülheim. Sie stirbt 1973 in Köln und wird auf Melaten beigesetzt. Nach ihr ist die Sibille-Hartmann-Straße in Köln-Zollstock benannt.
25. März 1900
Der in Köln geborene Möbelfabrikant Jakob Pallenberg stirbt in Kairo. Seit 1861 führt er mit seinem Bruder Franz die väterliche Kölner Möbelfabrik, die mit über 150 Beschäftigten zur größten Preußens wächst. Testamentarisch bestimmt er 150.000 Mark für den Pallenberg-Saal des neuerrichteten Kölner Kunstgewerbemuseums, 200.000 Mark für Kunstankäufe und 400.000 Mark für ein Handwerkerheim. Nach ihm ist die Pallenberg-Arbeitersiedlung in Köln-Weidenpesch benannt.
15. April 1939
Minna Bachem-Sieger, Tochter einer Kölner Juristenfamilie und der Verlegerfamilie DuMont, stirbt in Köln, wo sie geboren wurde. 1903 gründet sie den Katholischen Deutschen Frauenbund mit. Für die Zentrumspartei sitzt sie bis 1933 im Kölner Stadtrat und setzt sich für das Frauenwahlrecht sowie Jugend- und Wohlfahrtsfragen ein. Nach ihr ist die Minna-Bachem-Straße in Köln-Longerich benannt.
6. Mai 1854
In Köln wird Jean Bungartz geboren, der später als Tiermaler, Illustrator, Autor und Fotograf tätig ist. Für viele Tierbücher liefert er die Illustrationen. Zugleich zählt er zu den Pionieren des Sanitäts- und Rettungshundewesens. Am 15. September 1934 stirbt er in Münster.
18. Mai 1846
Laura von Oelbermann, geborene Nickel, wird am Alter Markt in Köln geboren. Als eine der wohlhabendsten Frauen der Stadt widmet sie sich nach dem Tod ihres Mannes und ihrer Söhne wohltätigen Aufgaben. Sie finanziert den Bau des ersten evangelischen Krankenhauses Kölns, gründet den Evangelischen Frauenhilfsverein und richtet mehrere soziale Stiftungen für Kinder, junge Frauen, Witwen und Kranke ein.
26. Mai 1952
Gründung des Ortsvereins Köln des Technischen Hilfswerks in Köln-Merheim.
1. Juni 1924
Gertrud „Mucki“ Koch, geborene Kühlem, kommt in Köln in einem kommunistischen Elternhaus zur Welt. Sie verweigert den Eintritt in den Bund Deutscher Mädel und schließt sich den Edelweißpiraten an. Im Sommer 1942 beteiligt sie sich am Flugblattregen vom Kölner Hauptbahnhof, im Dezember 1942 verhaftet die Gestapo sie und hält sie bis Mai 1943 in Brauweiler fest. Ab 2000 berichtet sie öffentlich über den Kölner Jugendwiderstand, 2011 erhält sie das Bundesverdienstkreuz. Sie stirbt 2016.
3. Juni 1929
In Köln am Alter Markt geboren, stirbt Laura von Oelbermann in ihrer Heimatstadt. Als Witwe des Textilhändlers Emil Oelbermann zählt sie zu den wohlhabendsten Kölnerinnen und finanziert protestantische Sozialeinrichtungen für Kinder, junge Frauen, Witwen und Kranke. 1902 lässt sie das erste evangelische Krankenhaus Kölns eröffnen, 1918 wird sie von Kaiser Wilhelm II. geadelt. Beigesetzt wird sie in der Familiengrabstätte auf dem Melaten-Friedhof.
9. Juni 1953
Die Politikerin und Frauenrechtlerin Lore Agnes stirbt in Köln. Geboren 1876 in Bochum, gehört sie von 1919 bis 1933 dem Reichstag an, zunächst für die USPD, ab 1922 wieder für die SPD. Sie zählt zu den führenden Vertreterinnen der proletarischen Frauenbewegung. Nach dem Zweiten Weltkrieg unterstützt sie in Düsseldorf den Wiederaufbau von SPD und Arbeiterwohlfahrt.
30. Juni 1953
Das deutsche UNICEF-Komitee wird mit Sitz in Köln gegründet.
21. Juli 1868
Im Kölner Gürzenich wird der Kölner Tierschutzverein gegründet.
7. August 1887
Emmi Welter, geborene Merten, wird in Köln geboren. Später ist sie Vorsitzende der Evangelischen Frauenhilfe im Rheinland, tritt 1945 in Aachen der späteren CDU bei und gehört dort 1946 zu den Gründerinnen der Frauenunion. Ab Januar 1954 sitzt sie im Deutschen Bundestag. Sie stirbt 1971 in Aachen.
10. August 1972
Im Stadionrestaurant an der Lentstraße verselbständigt sich die Eishockeyabteilung des Kölner EK zum eigenen Kölner Eishockey-Club, dem späteren KEC. Steuerberater Peter Rentergent wird erster Präsident. Schon in der ersten Saison gelingt der Aufstieg in die Bundesliga; den Beinamen „Die Haie" trägt der Club von Anfang an, samt erstem Hai-Logo, seit 1995 auch offiziell im Vereinsnamen — bis heute Kölns größte Sportmarke.
31. August 1958
Die promovierte Volkswirtin und Politikerin Else Peerenboom-Missong stirbt in Köln. Geboren 1893 in Brauna bei Kamenz, arbeitet sie ab 1921 als Statistikerin beim Deutschen Caritasverband. Von 1930 bis 1933 sitzt sie als eine der wenigen Frauen für das Zentrum im Reichstag. Nach dem Krieg gehört sie zu den Mitbegründern der CDU im Rheinland.
8. September 1849
Der Arzt Andreas Gottschalk stirbt in Köln an der Cholera, die in diesem Sommer in der Stadt grassiert. Geboren 1815 in Düsseldorf, führt er seit 1842 eine Kölner Praxis, in der er arme Patienten meist kostenlos behandelt. 1848 gehört er zu den Gründern des Kölner Arbeitervereins und wird dessen erster Präsident; nach wenigen Wochen zählt der Verein über 8.000 Mitglieder.
21. September 1930
Die SPD-Politikerin und Frauenrechtlerin Elisabeth Kirschmann-Röhl stirbt mit 42 Jahren in Köln an einer Blutvergiftung. Die Schwester von Marie Juchacz lebt seit 1913 in der Stadt und gehört von 1919 bis 1924 dem Kölner Stadtrat an. Sie sitzt zudem in der Weimarer Nationalversammlung und im Preußischen Landtag.
23. September 1833
Fritz Hönig wird in Köln geboren, wo er später auch stirbt. Als Fabrikant von Feuerwehrgerät ernennt ihn der Stadtrat 1885 zum Ehren-Brandmeister der Freiwilligen Feuerwehr. Bekannt wird er vor allem durch sein „Wörterbuch der Kölner Mundart", das 1877 erstmals erscheint und 1905 postum neu herausgegeben wird. Nach ihm ist die Fritz-Hönig-Straße in Köln-Lindenthal benannt.
23. September 1973
Sibille Hartmann stirbt in ihrer Geburtsstadt Köln, wo sie am 19. Februar 1890 zur Welt kommt. Von 1919 bis 1933 sitzt sie als erste Frau der Zentrumspartei im Kölner Stadtrat, nach 1945 kehrt sie als Ratsfrau zurück. In den 1950er-Jahren gehört sie zu den Gründerinnen der Kölner Kinderhäuser; das erste öffnet 1957 in Köln-Mülheim.
9. November 1897
Der Charitasverband für das katholische Deutschland wird von Lorenz Werthmann in Köln gegründet.
7. Dezember 2002
Die Frauenrechtlerin und Politikerin Barbara von Sell, geboren als Barbara Meller, stirbt in Köln und wird auf dem Melaten-Friedhof bestattet. 1975 wird sie als bundesweit erste Landesfrauenbeauftragte einer deutschen Landesregierung in Nordrhein-Westfalen berufen. Zuvor als Tänzerin und Schauspielerin ausgebildet, engagiert sie sich für Frauen und Migrantinnen und wirkt als Vorsitzende des Kölner Arbeitskreises der Frauenvereinigungen. Seit 2004 trägt das Barbara-von-Sell-Berufskolleg in Köln-Niehl ihren Namen.
10. Dezember 1942
In Köln wird der Leichtathlet und spätere Sportfunktionär Klaus Ulonska geboren. Als Sprinter gewinnt er 1962 in Belgrad mit der deutschen 4×100-Meter-Staffel den Europameistertitel und wird mehrfach Deutscher Meister. Von 2006 bis 2015 steht er dem Kölner Fußballverein SC Fortuna Köln als Vorsitzender vor. 1987 und 2014 erhält er das Bundesverdienstkreuz.
13. Dezember 1898
In Köln wird Ina Gschlössl geboren, evangelische Theologin und Vorkämpferin für die Zulassung von Frauen zum Pfarramt. 1925 gründet sie in Köln den Verband evangelischer Theologinnen mit und beginnt 1927 ihr Vikariat in der Stadt. Als Gegnerin des Nationalsozialismus entlässt der Kölner Oberbürgermeister sie 1933 aus dem städtischen Schuldienst, in dem sie als Religionslehrerin arbeitet.