Das CityLeaks Festival und die Street-Art-Szene in Ehrenfeld

Großflächiges Wandgemälde an der Venloer Straße 274 in Köln-Ehrenfeld, Beispiel der lebendigen Street-Art-Szene des Veedels
Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons); Mural an der Venloer Straße 274, Köln-Ehrenfeld (Panoramafreiheit)

Mit dem CityLeaks Urban Art Festival entstand ab 2011 in Köln-Ehrenfeld eines der größten Festivals für Street Art und Urban Art in Europa. Getragen vom Kunstverein artrmx e.V., verwandelte die Biennale die Fassaden des ehemaligen Arbeiterviertels in eine dauerhafte Open-Air-Galerie und prägte das Veedel nachhaltig. Heute gilt Ehrenfeld als Kölns Street-Art-Hochburg, deren Wandbilder und Murals Ausgangspunkt vieler Stadtführungen sind.

Ehrenfeld bot für die Entwicklung dieser Szene ideale Voraussetzungen. 1 Der Stadtteil wurde 1888 in die Stadt Köln eingemeindet und erlebte im 19. Jahrhundert durch die Industrialisierung einen rasanten Aufschwung als Arbeiterviertel1. Historische Gebäude und Industriedenkmäler wie der Heliosturm zeugen noch heute von dieser Zeit1. Die großen, oft fensterlosen Brandwände der Gründerzeitbebauung und stillgelegte Fabrikareale boten den Künstlerinnen und Künstlern später großflächige Leinwände, wie sie in der dichten Kölner Altstadt nicht zu finden sind.

Gründung und Konzept des Festivals

Das CityLeaks Urban Art Festival findet seit 2011 in Köln statt und versteht sich als Biennale mit wechselnden thematischen Schwerpunkten und Programmen im Stadtraum2. Veranstalter ist der ehrenamtlich getragene Kunstverein artrmx e.V., der zugleich das Atelierzentrum Ehrenfeld (AZE) betreibt und dort Ausstellungen organisiert. Alle zwei Jahre lädt das Festival international bekannte Street Artists sowie lokale Nachwuchskünstlerinnen und Nachwuchskünstler nach Köln ein, um mit Wandgemälden, Aktionen, Installationen und Performances im öffentlichen Stadtraum zu intervenieren.

Mit meist rund 30 beteiligten Künstlerinnen und Künstlern und einer Vielzahl von während des Festivals produzierten Kunstwerken galt CityLeaks bereits Mitte der 2010er Jahre als das größte Urban Art Festival in Deutschland und europaweit als eines der größten seiner Art. Das Programm beschränkte sich dabei nie auf die Außenwände allein: Neben den Indoor-Ausstellungen kamen Filmscreenings, Konzerte, Workshops, Diskussionsrunden und ein wissenschaftlicher Kongress hinzu.

Murals als bleibendes Erbe

Die sichtbarsten Spuren des Festivals sind die großen Wandgemälde, sogenannte Murals, die dauerhaft an Hauswänden und Fassaden zu sehen sind. Anders als bei flüchtigen Graffiti-Aktionen wurden diese Arbeiten mit Genehmigung der Hauseigentümer und in Abstimmung mit der Nachbarschaft realisiert, sodass sie Festivalausgaben überdauerten und Ehrenfeld zu einem ständig wachsenden Freiluftmuseum machten. Neben den Murals zeigten die Festivalführungen auch viele kleine und spontane Spielarten von Street Art, sodass die Teilnehmenden vertraute Viertel oft noch einmal ganz neu kennenlernten.

Konzeptionell ging es den Veranstaltern darum, über Interventionen im öffentlichen Raum oder die Bespielung eigentlich anders genutzter Bereiche neue Freiräume und Ansatzpunkte für Veränderungen zu schaffen. In einem Stadtteil, der sich seit den 2000er Jahren rasch wandelte, war diese Auseinandersetzung mit Gentrifizierung, Migration und urbaner Identität besonders aufgeladen.

Ehrenfeld als Street-Art-Veedel

Die Wirkung des Festivals reichte weit über die einzelnen Festivalwochen hinaus. Heute zeichnet sich Ehrenfeld als pulsierendes und multikulturelles Veedel durch seine vielen Restaurants, die lebendige Street-Art-Szene und vielfältige Ausgehmöglichkeiten aus1. Besonders entlang der Venloer Straße, der Hauptverkehrsader des Stadtteils, lassen sich Murals, Stencils und Paste-ups in dichter Folge entdecken1. In den Seitenstraßen rund um den Bahnhof Ehrenfeld, das Heliosgelände und das Gelände der ehemaligen Industriebetriebe finden sich bis heute zahlreiche Arbeiten aus den Festivaljahrgängen 2011, 2013, 2015, 2017, 2019 und 20212. Sie machen Ehrenfeld zu einem der bedeutendsten Schauplätze urbaner Kunst im Rheinland und zum natürlichen Ausgangspunkt für jede Kölner Street-Art-Tour.

Dieses Thema greifen wir auch in den Stadtführungen Street-Art in Köln , Veedelstour Ehrenfeld und Street-Art in Ehrenfeld auf.

Quellen

  1. Stadtteil Köln Ehrenfeld | koeln.de

    Ehrenfeld ist ein pulsierendes und multikulturelles Veedel, das sich durch seine vielen Restaurants, lebendige Street-Art-Szene und vielfältige Ausgehmöglichkeiten auszeichnet.

  2. Streetart – Wikipedia

    CityLeaks Urban Art Festival (Köln, seit 2011): Biennale mit thematischen Schwerpunkten und Programmen im Stadtraum (Ausgaben u. a. 2015, 2017, 2019, 2021).

Weitere Bereiche