Der 12. Oktober in der Kölner Geschichte

12. Oktober 1801

Achtzehn Familien gründen die erste jüdische Gemeinde der Kölner Neuzeit. Erst die französische Besatzung hatte den Juden die Niederlassung wieder erlaubt – nach der Vertreibung von 1424 waren sie fast vierhundert Jahre aus der Stadt verbannt gewesen. Prominentestes Gründungsmitglied ist der Bankier Salomon Oppenheim; als erste Betstube dienen bescheidene Räume in der Glockengasse.

12. Oktober 1909

Ernest Berk wird in Köln geboren und erhält seine Ausbildung an der Rheinischen Musikschule. Als Tänzer und Choreograph des Ausdruckstanzes gibt er 1929 sein Debüt und arbeitet später mit Max Reinhardt; zugleich ist er ein Pionier der Musique concrète. 1934 muss er Deutschland verlassen und wirkt danach überwiegend in London, wo er ein eigenes Studio für elektronische Musik aufbaut.

12. Oktober 1934

Der Neuzeit- und Kirchenhistoriker Rudolf Lill wird in Köln geboren. 1962 promoviert er an der Universität zu Köln über die Beilegung der Kölner Wirren von 1840 bis 1842. Nach Jahren am Deutschen Historischen Institut in Rom lehrt er als Professor für Neuere Geschichte in Köln sowie in Passau und Karlsruhe. Seine Forschung gilt den deutsch-italienischen Beziehungen, der Geschichte des Papsttums und dem Verhältnis von Kirche und Staat.

12. Oktober 2003

Erwin Scheuch, in Köln geboren, stirbt in seiner Heimatstadt. Der Soziologe und Publizist zählt zu den Begründern der empirischen Sozialforschung in der westdeutschen Nachkriegssoziologie. Ab 1949 studiert er an der Universität zu Köln, promoviert dort 1956 und lehrt von 1964 bis 1993 als Professor für Soziologie. In Köln baut er das Zentralarchiv für empirische Sozialforschung auf und leitet es bis zur Emeritierung.

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