Konrad von Hochstaden — Erzbischof und Grundsteinleger des Kölner Doms

Grabmal des Erzbischofs Konrad von Hochstaden im Kölner Dom, Illustration aus Max Hasak, „Der Dom zu Köln“ (1911)
Abbildung aus Max Hasak, Der Dom zu Köln (1911) – gemeinfrei (Public Domain), via Wikimedia Commons

Konrad von Hochstaden zählte zu den mächtigsten Kölner Erzbischöfen des Mittelalters. Er amtierte von 1238 bis zu seinem Tod 1261 und legte am 15. August 1248 den Grundstein zum gotischen Neubau des Kölner Doms. 1 Sein Episkopat gilt als Höhepunkt kölnischer Machtentfaltung im Reich.1

Herkunft und Aufstieg zum Erzbischof

Konrad entstammte dem Grafengeschlecht von Hochstaden, einer Nebenlinie der Grafen von Are. 1216 erhielt er die Pfarrei Wevelinghoven, ab 1226 ist er als Kölner Domherr bezeugt, und um 1233 wurde er zum Dompropst gewählt.2 Obwohl er seit 1237 wegen Gewalttaten gegen Mitkanoniker und Domschändung im Kirchenbann stand, wählte ihn das Domkapitel vor dem 30. April 1238 zum Erzbischof.2 Anfang August 1238 ließ er sich am kaiserlichen Hof in Brescia von Friedrich II. die Regalien übertragen, wechselte aber bereits im Frühjahr 1239 an die Kurie nach Rom, wo Papst Gregor IX. ihn vom Bann löste und seine Wahl anerkannte. Im Oktober 1239 weihte ihn Bischof Ludolf von Münster in Köln zunächst zum Priester, dann zum Bischof.1

Königsmacher im Reich

Konrad gehörte trotz seiner verwandtschaftlichen Beziehungen zum staufischen Herrscherhaus zu den entschiedensten Vertretern der propäpstlichen, antistaufischen Opposition.1 Er war maßgeblich an der Wahl Heinrich Raspes zum Gegenkönig 1246/47 beteiligt und agierte als der eigentliche Königsmacher bei den Wahlen Wilhelms von Holland und Richards von Cornwall.1 Wilhelm von Holland verdankte ihm seinen Aufstieg; nach der Erhebung am 3. Oktober 1247 bei Worringen kämpfte Konrad mit ihm das stauferfreundliche Aachen frei und krönte ihn dort am 1. November 1248.2 Gleichzeitig sicherte er der Kölner Kirche bedeutende Territorien: 1246 die Übertragung der Grafschaft Hochstaden, 1247 umfangreiche Erwerbungen aus dem Erbe der älteren Grafen von Sayn.2

Die Grundsteinlegung des Doms am 15. August 1248

Mit Konrads Namen ist die Grundsteinlegung des schon länger geplanten Neubaus des Kölner Doms am 15. August 1248 verbunden.1 Der karolingische Vorgängerbau war den Pilgermassen, die seit 1164 zum Schrein der Heiligen Drei Könige strömten, nicht mehr gewachsen. Die Architektur des neuen Domes orientierte sich eng an der modernsten französischen Architektur, vor allem an der Kathedrale von Amiens und der wenige Monate zuvor geweihten Sainte-Chapelle in Paris.3 Vom ersten Dombaumeister, Meister Gerhard, weiß man wenig mehr als den Namen; die Bauarbeiten begannen am Domchor.3 Als man die Ostteile des Alten Domes mit Feuer niederlegen wollte, gerieten die Flammen außer Kontrolle, und auch der Westteil brannte zu großen Teilen ab; im letzten Moment konnten der Dreikönigenschrein und das Gerokreuz gerettet werden.3

Tod und Grabmal

Konrad von Hochstaden starb am 18. September 1261 in Köln und wurde im Kölner Dom beigesetzt.1 Als maßgeblichem Initiator des gotischen Domneubaus stand ihm ein Begräbnisplatz an herausragender Stelle zu: Schon bald nach seinem Tode wurde ihm inmitten der Achskapelle ein prächtiges Hochgrab errichtet, dessen Tumba ebenso wie die Liegefigur aus Bronze bestand.4 Als der Dreikönigenschrein 1322 in der Achskapelle Aufstellung fand, wurde das Hochstaden-Grab in die benachbarte Johanneskapelle versetzt, wo es bis heute steht.4 Nur die Deckplatte und die Liegefigur überstanden den Ansturm der französischen Revolutionstruppen; für sie ließ Dombaumeister Zwirner im 19. Jahrhundert eine neue Steintumba mit Figuren des Bildhauers Christian Mohr errichten.4

Dieses Thema greifen wir auch in den Stadtführungen Köln im Mittelalter , Kölner Stadtgeschichte , Köln kompakt und Im Herzen Kölns auf.

Quellen

  1. Konrad von Hochstaden | Portal Rheinische Geschichte

    Konrad von Hochstaden prägte beinahe ein Vierteljahrhundert lang die Politik im Erzstift wie Erzbistum Köln. Mit seinem Namen ist die Grundsteinlegung des schon länger geplanten Neubaus des Kölner Doms am 15.8.1248 verbunden. Konrad von Hochstaden starb am 18.9.1261 in Köln. Er wurde im Kölner Dom beigesetzt.

  2. Konrad von Hochstaden — Neue Deutsche Biographie

    K. erhielt 1216 die Pfarrei Wevelinghoven, ist für 1226 als Kölner Domherr bezeugt, wurde nach 1231 zum Propst von Mariengraden und um 1233 gegen den abgesetzten Vorgänger zum Dompropst gewählt. Obwohl seit 1237 wegen Gewalttaten gegen Mitkanoniker und Domschändung gebannt, wurde er vor dem 30.4.1238 anscheinend ohne Schwierigkeiten zum Erzbischof gewählt.

  3. Geschichte | Kölner Dom

    Am 15. August 1248 wurde von Erzbischof Konrad von Hochstaden der Grundstein zur heutigen hochgotischen Kathedrale gelegt. Die Architektur des neuen Domes orientierte sich eng an der modernsten französischen Architektur, vor allem an der Kathedrale von Amiens oder der Sainte-Chapelle in Paris. Vom ersten Dombaumeister Kölns weiß man wenig mehr als den Namen: Meister Gerhard.

  4. Tumba Erzbischof Konrad von Hochstaden | Kölner Dom

    Als maßgeblichem Initiator des gotischen Domneubaus stand Konrad von Hochstaden ein Begräbnisplatz an herausragender Stelle zu. Schon bald nach seinem Tode 1261 wurde ihm daher inmitten der Achskapelle ein prächtiges Hochgrab errichtet, dessen Tumba ebenso wie die Liegefigur aus Bronze bestand. Als der Dreikönigenschrein 1322 in der Achskapelle Aufstellung fand, wurde das Hochstaden-Grab in die benachbarte Johanneskapelle versetzt.

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