Der 25. Januar in der Kölner Geschichte
25. Januar 1876
In Köln-Mülheim kommt der Schriftsteller und Dramatiker Herbert Eulenberg zur Welt, Sohn eines Maschinenfabrikanten. In der Weimarer Republik zählt er zu den meistgespielten Bühnenautoren; seine literarischen Porträtskizzen „Schattenbilder" finden ein breites Publikum. Die Nationalsozialisten verbieten seine Werke und setzen ihn auf die Liste der „Verbannten und Verbrannten".
25. Januar 1891
In der Kölner Alexianerstraße wird Ernst Isidor Berliner in einem jüdisch-kölschen Umfeld geboren. Als Radsportler gewinnt er 1912 die Kölner Stadtmeisterschaft auf der Stadtwaldbahn in Lindenthal; später wird er Manager und väterlicher Freund des Weltklasse-Sprinters Albert Richter. 1937 flieht die Familie vor den Nationalsozialisten, sechs seiner Geschwister werden in Lagern ermordet. Seit 2021 trägt der Platz am Müngersdorfer Radstadion seinen Namen.
25. Januar 1976
Im WDR-Studio Köln-Bocklemünd geht der „Kölner Treff" mit Dieter Thoma und Alfred Biolek erstmals auf Sendung. Die Talkshow gilt als eine der ersten ihrer Art, in der neben Prominenten auch Privatleute zu Wort kommen. Biolek bleibt bis 1980, Thoma bis 1982. Nach Jahren der Pause kehrt das Format 2006 zurück und läuft bis heute am Freitagabend.
25. Januar 1984
Der Judaistik-Professor Hermann Greive stirbt in Köln an den Folgen eines Attentats. Einen Tag zuvor schießt eine psychisch kranke Frau während einer Lehrveranstaltung am Martin-Buber-Institut der Universität zu Köln auf ihn und verletzt zwei weitere Anwesende. Greive lehrt dort seit 1980 jüdische Geschichte und Religion; der Gewaltakt erschüttert die Kölner Hochschule.