Der 22. September in der Kölner Geschichte
22. September 1858
Als Sohn des Kölner Verlegers Joseph Bachem wird Karl Bachem am 22. September in Köln geboren. Der Jurist schlägt die Laufbahn eines Zentrumspolitikers ein und sitzt im preußischen Abgeordnetenhaus wie im Reichstag. Von 1915 bis 1920 ist er Redakteur der Kölnischen Volkszeitung. Sein neunbändiges Werk zur Geschichte der Zentrumspartei, abgeschlossen 1932, gilt bis heute als Standardwerk.
22. September 1861
Der aus Schlesien stammende Architekt Ernst Friedrich Zwirner übernimmt 1833 die Leitung der Kölner Dombauhütte und bereitet die Vollendung des Doms nach den mittelalterlichen Plänen vor. 1842 genehmigt König Friedrich Wilhelm IV. den Weiterbau. Zwirner stirbt am 22. September in Köln und wird auf Kosten der Stadt auf dem Friedhof Melaten beigesetzt. Die Fertigstellung des Doms 1880 erlebt er nicht mehr.
22. September 1900
Irena Rüther-Rabinowicz kommt am 22. September in einer wohlhabenden jüdischen Familie in Köln zur Welt und wächst dort und in Chemnitz auf. 1919 wird sie als erste Frau an der Dresdner Kunstakademie immatrikuliert und arbeitet ab 1922 als freischaffende Malerin. Nach 1933 wird sie als Jüdin mit Ausstellungs- und Berufsverbot belegt, 1943 muss sie Zwangsarbeit leisten und entgeht 1945 knapp der Deportation nach Theresienstadt.
22. September 1905
In Köln kommt Karl Obermann als Sohn eines Fabrikarbeiters zur Welt. Aus Geldnot bleibt ihm ein reguläres Studium verwehrt; arbeitslos hört er stattdessen als Gasthörer Vorlesungen in Soziologie und Wirtschaftsgeschichte an der Universität zu Köln. Der spätere Historiker emigriert 1933 und wird in der DDR zum ersten Direktor des Instituts für Geschichte der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin — ausgewiesener Kenner der Revolution von 1848.