Der 19. Februar in der Kölner Geschichte
19. Februar 1431
Heinrich von Gorkum, niederländischer Thomist und Theologieprofessor, stirbt in Köln. An der jungen Kölner Universität fördert er die Rezeption des Thomas von Aquin. 1427 wird er Kanoniker von St. Ursula, 1428 Pfarrer von Klein St. Martin; beide Ämter behält er bis zu seinem Tod.
19. Februar 1803
Mathias Weber, genannt der Fetzer, Räuberhauptmann der rheinischen Banden zwischen Neuss und Frankfurt, wird auf dem Alter Markt mit der Guillotine hingerichtet. Zwei Tage zuvor hat ihn das französische Kriminalgericht wegen über 180 Einbrüchen und Raubüberfällen sowie zweier Morde zum Tode verurteilt. Mehrere tausend Zuschauer verfolgen die Vollstreckung. Es ist die letzte öffentliche Hinrichtung in Köln.
19. Februar 1890
Sibille Hartmann wird in der Kölner Poststraße 6 geboren. Die gelernte Schirmnäherin zieht 1919 als erste Frau der Zentrumspartei in den Kölner Stadtrat ein und sitzt zugleich im Provinziallandtag der Rheinprovinz. Auf ihre Initiative geht die Gründung der Kölner Kinderhäuser zurück; das erste Haus entsteht 1957 in Köln-Mülheim. Sie stirbt 1973 in Köln und wird auf Melaten beigesetzt. Nach ihr ist die Sibille-Hartmann-Straße in Köln-Zollstock benannt.
19. Februar 1933
Drei Wochen nach seiner Ernennung zum Reichskanzler spricht Adolf Hitler auf einer NSDAP-Wahlkundgebung in der Deutzer Messe. Oberbürgermeister Konrad Adenauer verweigert dem Gast jede Ehrung – er empfängt ihn weder noch läßt er ihm zu Ehren den Rhein illuminieren. Wenige Wochen später, nach der Reichstagswahl, jagen ihn die Nationalsozialisten aus dem Amt.
19. Februar 1940
Der Wirtschaftswissenschaftler Jörg Huffschmid wird in Köln geboren. 1973 wird er Professor für politische Ökonomie an der Universität Bremen. Er gehört zu den Mitbegründern der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik, der sogenannten Memorandum-Gruppe, und ist Mitherausgeber der Blätter für deutsche und internationale Politik.
19. Februar 1947
Raimund Böll wird in Köln geboren, zweiter Sohn des Schriftstellers Heinrich Böll. Nach einer Lehre in der Kölner Dombauhütte studiert er Bildhauerei und Metallgestaltung an den Kölner Werkschulen, wo er 1973 Meisterschüler wird. Bekannt wird er für materialintensive Schweißarbeiten und bewegliche Metallmaschinen. Er stirbt in Unterlengenhardt.
19. Februar 1987
Claudia Doren, bürgerlich Edith Strasser, stirbt in Köln. Ab Dezember 1957 arbeitet die Fernsehansagerin mehr als drei Jahrzehnte für den WDR in Köln, vor allem als Ansagerin im ARD-Abendprogramm. 1964 und 1965 verliest sie die deutschen Jury-Stimmen beim Eurovision Song Contest. 1971 tritt sie in „Monty Pythons Fliegender Zirkus“ auf.
19. Februar 2013
Der Komponist, Bratschist und Rundfunkredakteur Manfred Niehaus stirbt in Köln, wo er auch geboren wird. Er studiert bei Bernd Alois Zimmermann und gehört der Gruppe 8 rheinischer Komponisten an. Von 1971 bis 1989 ist er Redakteur für Neue Musik in der Musikredaktion des WDR in Köln, ab 1978 leitet er die Jazz-Redaktion. Am Kölner Theater „Der Keller" arbeitet er als Regisseur.
19. Februar 2019
Der Soziologe Jürgen Friedrichs stirbt in Köln. Er hat seit 1991 den Lehrstuhl für Soziologie an der Universität Köln inne und leitet dort bis 2007 das Institut für vergleichende Städteforschung, danach die Angewandte Sozialforschung. Sein Schwerpunkt liegt in der Stadtsoziologie. Über viele Jahre gibt er die Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie heraus.
19. Februar 2023
Christoph Caskel, Schlagzeuger und Perkussionist der Neuen Musik, stirbt in Köln. Von 1949 bis 1953 studiert er an der Kölner Musikhochschule und wirkt später an Uraufführungen von Stockhausen (Zyklus, Kontakte) und Kagel mit. Er lehrt an der Rheinischen Musikschule und als Professor an der Hochschule für Musik und Tanz Köln.